Peking (LabNews.io) – Das chinesische Biotechnologieunternehmen XellSmart hat die multizentrische Phase-II-Zulassungsstudie für seine allogene, fertige iPSC-abgeleitete dopaminerge Neuralvorläuferzell-Therapie XS411 bei primärer Parkinson-Krankheit begonnen. Die Studie wird von der Beijing Tiantan Hospital der Capital Medical University als Nationalem Zentrum für neurologische Erkrankungen geleitet und gemeinsam mit der Peking Union Medical College Hospital sowie weiteren Spitzenkliniken durchgeführt.
Die Phase I war 2025 mit der ersten Transplantation an der Tiantan Hospital gestartet worden. Positive Ergebnisse ermöglichten den schnellen Übergang in die Phase II innerhalb eines Jahres. Professor Feng Tao, leitender Prüfer der Tiantan Hospital, erklärte, die Phase-I-Studie habe Sicherheit, Verträglichkeit und erste Wirksamkeitssignale bestätigt. Die neue Phase II folgt einem prospektiven, randomisierten, standardbehandlungs-kontrollierten Design mit verblindeter Endpunktauswertung. Es sollen 30 Patienten im Alter von 50 bis 75 Jahren mit einer Erkrankungsdauer von fünf bis 15 Jahren aufgenommen werden. Die Randomisierung erfolgt im Verhältnis 2:1 zugunsten der Zelltherapie.
In der ersten Phase erhalten die Patienten der Experimentalgruppe die XS411-Zelltherapie, die Kontrollgruppe die übliche medikamentöse Parkinson-Behandlung. Alle Teilnehmer werden zwölf Monate nachbeobachtet. Anschließend erfolgt bei der Experimentalgruppe eine weitere einjährige Nachbeobachtung bis 24 Monate nach Transplantation. Kontrollpatienten können bei Eignung später ebenfalls die Zelltherapie erhalten.
In der Phase I hatten mehrere Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Parkinson-Erkrankung nach einmaliger Transplantation deutliche Verbesserungen bei zentralen motorischen Parametern gezeigt – darunter der MDS-UPDRS-Part-III-Motor-Score im „OFF“-Zustand, die Dauer der „ON“-Zeit ohne störende Dyskinesien und die tägliche Lebensqualität. Die Verbesserungen lagen deutlich über den international anerkannten Schwellenwerten für klinisch relevante Veränderungen. Die 18F-DOPA-PET-CT-Bildgebung ergab einen signifikanten Anstieg der Aufnahme im Putamen, was auf ein erfolgreiches Überleben, Einwachsen und Funktionieren der transplantierten dopaminergen Zellen hinweist. Zellbezogene unerwünschte Ereignisse traten nicht auf.
Die Therapie zielt darauf ab, die durch den Untergang dopaminerger Neurone im Substantia nigra entstandenen Defizite durch neue, funktionstüchtige Zellen zu ersetzen. XS411 hatte 2025 sowohl von der chinesischen Arzneimittelbehörde NMPA als auch von der US-FDA die Genehmigung für klinische Zulassungsstudien erhalten.
Mit dem Start der Phase II will XellSmart die Wirksamkeit und Sicherheit der Stammzelltransplantation weiter belegen und die Grundlage für eine Phase-III-Studie schaffen. In China wird die Zahl der Parkinson-Patienten nach Prognosen bis 2050 auf bis zu zehn Millionen steigen.

