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FDA-Grand-Rounds zu immunologischen Herausforderungen bei AAV-Gentherapie

Die US-Arzneimittelbehörde FDA widmet ihre nächste Grand-Rounds-Veranstaltung den Fortschritten und immunologischen Hürden bei Gentherapien mit adeno-assoziierten Viren (AAV). Die webbasierte Vorlesung findet am Donnerstag, 19. Februar 2026, von 12:00 bis 13:00 Uhr ET (18:00 bis 19:00 Uhr MEZ) statt und ist öffentlich zugänglich. Der Vortrag stellt die Grundlagen der Gentherapie vor und beleuchtet spezifisch die immunologischen Barrieren bei AAV-basierten Ansätzen. Dazu gehören vorbestehende Immunität gegen das Virus, angeborene und adaptive Immunreaktionen sowie die Immunogenität des transgenen Proteins. Im Fokus stehen Forschungsarbeiten des Center for Biologics Evaluation and Research (CBER), die diese Hindernisse durch computergestützte Kapsid-Engineering, geschlechtsspezifische immunologische Studien sowie verbesserte Charakterisierung und Sicherheitsbewertung der Produkte angehen. Die Veranstaltung bietet CME-Punkte für medizinisches Fachpersonal. Teilnahme ist über einen MS-Teams-Link ohne vorherige Registrierung möglich; weitere Details sind auf der FDA-Website unter fda.gov/grandrounds verfügbar. Die FDA Grand Rounds dienen monatlich der Präsentation aktueller… 

Stresstransportprotein schützt Lungentumore vor Immunangriff

Ein von gestressten Krebszellen produziertes Protein ermöglicht es Tumoren der Lunge und der Bauchspeicheldrüse, sich vor dem Immunsystem zu verstecken. Forscher des NYU Langone Health Systems haben in einer Studie gezeigt, dass die Blockade dieses Proteins das Tumorwachstum in Mäusen bremst und die Wirksamkeit von Immuntherapien steigert. Das Protein Lipocalin 2 (LCN2) wird über den integrierten Stressantwortweg (ISR) in Krebszellen aktiviert, der unter Nährstoffmangel und anderem Stress hochgefahren wird. Der Transkriptionsfaktor ATF4 löst die Produktion von LCN2 aus, das außerhalb der Zelle freigesetzt wird und Makrophagen im Tumormikroumfeld in einen immunsuppressiven Zustand versetzt. Dadurch können tumorzerstörende T-Zellen nicht effektiv in den Tumor eindringen. In Experimenten mit Mäusen, denen LCN2 fehlte oder durch Antikörper blockiert wurde, verlangsamte sich das Tumorwachstum deutlich – allerdings nur bei intaktem Immunsystem. Die Kombination aus LCN2-Blockade und bestehenden Immuntherapien führte zu einer stärkeren Tumorinfiltration durch T-Zellen… 

Explainer: Tumefaktische Multiple Sklerose (tMS)

Tumefaktische Multiple Sklerose (TMS) ist eine seltene Variante der MS mit tumorähnlichen Herden, die klinisch und radiologisch oft Hirntumoren oder Abszessen ähneln und deshalb diagnostisch anspruchsvoll sind.[1][2] Definition und klinisches Bild Diagnose: Bildgebung und Differenzialdiagnose Ziel der Diagnostik ist, eine demyelinisierende Erkrankung sicher von Neoplasien (v.?a. hochgradige Gliome, ZNS-Lymphome), Abszessen und vaskulären Läsionen zu unterscheiden.[5][3][2] Bildgebung Liquor und Labor Biopsie Therapie: Akutbehandlung und Langzeitstrategie Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad, dem klinischen Verlauf und der Frage, ob es sich um eine monophasische Läsion oder den Beginn einer chronisch-rezidivierenden MS handelt.[4][8][2] Akuttherapie Langzeitimmuntherapie Prognose und Verlaufsaspekte Die prognostische Spannweite reicht von monophasischen, gutartigen Verläufen bis hin zur Manifestation einer chronisch-rezidivierenden MS; insgesamt scheint die Langzeitprognose jedoch eher günstig zu sein, sofern die Erkrankung früh erkannt und adäquat behandelt wird.[4][7][11] Praxisrelevante Kernpunkte für die Klinik Quellen:[1] Diagnostic Challenges and Radiological Spectrum… 

Proliferierende Lymphgefäße im Frühstadium als starker Prädiktor für aggressiven Mundhöhlenkrebs

Bei Mundhöhlenkrebs im Frühstadium können proliferierende (vermehrte) Lymphgefäße im Tumorgewebe ein aggressives Verhalten vorhersagen – und zwar besser als alle bisher bekannten Risikofaktoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Turku (Finnland), die an Gewebeproben von etwa 300 finnischen Patienten mit frühem Mundhöhlenkarzinom durchgeführt wurde. Die Ergebnisse sind in Cell Reports Medicine erschienen. Mundhöhlenkrebs ist weltweit die häufigste bösartige Tumorerkrankung im Kopf-Hals-Bereich und verursacht jährlich über 188.000 Todesfälle. Besonders problematisch: Selbst kleine, lokal begrenzte Tumoren können tödlich verlaufen. In Finnland stirbt bis zu ein Fünftel der Patienten trotz frühzeitiger Behandlung an der Erkrankung. Das Forschungsteam um Prof. Marko Salmi (InFLAMES Flagship) analysierte in den Tumorproben verschiedene Abwehr- und Strukturzellen sowie zahlreiche Proteinmarker. Überraschender Befund: Tumoren mit einer erhöhten Zahl proliferierender Lymphgefäße zeigten ein signifikant höheres Risiko für Rezidiv und tumorbedingten Tod. Normale Mundschleimhaut weist kaum teilende Lymphendothelzellen auf; Marker… 

Alkoholkonsum in der Frühschwangerschaft objektiv sehr niedrig

Eine multizentrische Studie aus Irland hat erstmals objektive Laborwerte zum Alkoholkonsum in der Frühschwangerschaft erhoben. In Urinproben von 1.053 Frauen um die 13. Schwangerschaftswoche fand sich kein einziger positiver Nachweis von Ethanol (direkter Alkoholmetabolit). Nur vier Proben (0,4 %) waren positiv für Ethylglucuronid (EtG), einen länger nachweisbaren Alkoholmarker (bis 24–80 Stunden nach Konsum). Die Ergebnisse wurden heute in der Fachzeitschrift Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica veröffentlicht. Bisherige Schätzungen zum Alkoholkonsum Schwangerer in Irland basierten ausschließlich auf Selbstauskünften in Fragebögen und lagen zwischen 20 und 60 Prozent. Einige Studien extrapolierten daraus eine der weltweit höchsten Prävalenzen des fetalen Alkoholsyndroms (FASD). Die neue Untersuchung widerlegt diese Annahmen weitgehend: Der tatsächliche Konsum in der Frühschwangerschaft ist nach objektiven Messungen extrem niedrig. Die Studie wurde an einer städtischen Klinik (National Maternity Hospital, Dublin) sowie zwei semi-ländlichen Krankenhäusern (Wexford General Hospital, St Luke’s Hospital Kilkenny)… 

Pockenviren nutzen einzigartigen molekularen Ringmechanismus für ihre Genexpression

Pockenviren (Poxviridae) verfolgen bei ihrer Vermehrung eine ungewöhnliche Strategie: Im Gegensatz zu den meisten DNA-Viren dringen sie nicht in den Zellkern ein, sondern bleiben im Zytoplasma und bringen ihre eigene hoch spezialisierte Transkriptionsmaschinerie mit. Eine neue Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, nun in Nature Communications veröffentlicht, entschlüsselt erstmals auf atomarer Ebene, wie der virale Faktor VITF-3 diesen Prozess präzise steuert. Das Team um Utz Fischer, Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie I, untersuchte den Modellvirus Vaccinia und zeigte, dass VITF-3 als molekulare Klemme wirkt. Das Protein besteht aus zwei Untereinheiten, die einen stabil geschlossenen Ring bilden. Allein kann VITF-3 nicht an DNA binden – der Ring ist zu fest verschlossen. Erst der Kontakt mit der viralen RNA-Polymerase (vRNAP) öffnet den Ring und setzt ihn wie eine Manschette exakt um die DNA. Diese Verankerung bricht die DNA-Doppelhelix an einer Stelle um etwa 90… 

Grünenthal startet Phase-I-Studie mit neuem NaV1.8-Inhibitor gegen Schmerzen

Der Pharmakonzern Grünenthal hat die erste Phase-I-Studie mit einem eigenen, oral verfügbaren Inhibitor des spannungsgesteuerten Natriumkanals NaV1.8 begonnen. Die ersten gesunden Probanden wurden bereits eingeschlossen. Das Unternehmen prüft das Prüfpräparat als potenziell nicht-opioides Therapeutikum für akute und chronische Schmerzzustände. Ergebnisse der Studie werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Die Untersuchung umfasst 70 gesunde Freiwillige und gliedert sich in einen Single Ascending Dose- (SAD) und einen Multiple Ascending Dose-Teil (MAD). Primäre Ziele sind Sicherheit, Verträglichkeit und pharmakokinetische Eigenschaften. Ergänzend wird ein Cold-Pressor-Test durchgeführt, um erste pharmakodynamische Hinweise auf analgetische Wirkung zu gewinnen. Uli Brödl, Chief Scientific Officer von Grünenthal, betonte, die selektive Blockade von NaV1.8 biete eine vielversprechende Möglichkeit, dringend benötigte nicht-opioide Schmerztherapien zu entwickeln. Während bereits ein erster NaV1.8-Inhibitor 2025 die FDA-Zulassung erhalten habe, wolle Grünenthal mit seinem Kandidaten eine umfassendere Blockade und damit potenziell bessere Wirksamkeit erreichen. NaV1.8… 

FDA erteilt Breakthrough-Status für zwei Schnelltests gegen kritische multiresistente Erreger

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei Schnelltests des französischen Unternehmens NG Biotech den Breakthrough Device Designation verliehen. Die Tests NG-TEST® Candida auris und NG-TEST® Acineto-5® zielen auf multiresistente Krankheitserreger ab, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als kritische Priorität eingestuft werden. In den USA vertreibt Hardy Diagnostics die Assays exklusiv. NG-TEST® Candida auris ist der erste laterale Flow-Immunoassay, der Candida auris innerhalb von 15 Minuten aus Kulturproben nachweist. Veröffentlichte Daten zeigen eine 100-prozentige Übereinstimmung mit Referenzmethoden über diverse Isolate hinweg. Der Hefepilz C. auris steht seit 2022 auf der WHO-Liste priorisierter Pilzerreger, verursacht weltweit nosokomiale Ausbrüche und ist mit hoher Letalität assoziiert. NG-TEST® Acineto-5® detektiert und differenziert innerhalb von 15 Minuten fünf wichtige Carbapenemase-Familien (OXA-23-like, OXA-24/143-like, OXA-58-like, VIM, NDM) direkt aus Acinetobacter-Proben. Der PCR-freie Test erfordert keine spezielle Geräteausstattung. Carbapenem-resistenter Acinetobacter baumannii (CRAB) gehört seit 2024 zu den höchstpriorisierten bakteriellen Erregern der… 

Genomeditierung auf Nanopartikelbasis könnte Behandlungsmöglichkeiten für Mukoviszidose erweitern

Forscher der UCLA haben einen auf Lipid-Nanopartikeln basierenden Ansatz zur Genbearbeitung entwickelt, der in der Lage ist, ein ganzes gesundes Gen in menschliche Atemwegszellen einzufügen, wichtige biologische Funktionen in einem Labormodell der Mukoviszidose wiederherzustellen und einen potenziell neuen Weg hin zu einer mutationsunabhängigen Gentherapie für erbliche Lungenerkrankungen zu eröffnen. Die  in Advanced Functional Materials veröffentlichte  Studie zeigt, dass Lipid-Nanopartikel – winzige, fettbasierte Partikel, die häufig zur Verabreichung von mRNA-Impfstoffen verwendet werden – so konstruiert werden können, dass sie die komplexe molekulare Fracht transportieren, die für die präzise Einfügung eines großen, vollständigen Gens in das Genom erforderlich ist, ohne dass virale Vektoren verwendet werden müssen. „Diese Arbeit zeigt, dass wir alles, was für die präzise Geninsertion benötigt wird, in einem einzigen, nicht-viralen Übertragungssystem vereinen können“, sagte Dr. Steven Jonas, Hauptautor der Studie und Mitglied des  UCLA Broad Stem Cell Research Center . „Das ist ein entscheidender… 

Bakterien aus 5000 Jahre altem Höhleneis resistent gegen 10 moderne Antibiotika

Ein Bakterienstamm aus einer 5000 Jahre alten Eisschicht der Scarisoara-Eishöhle in Rumänien zeigt Resistenz gegen zehn gängige moderne Antibiotika. Das berichtet eine Studie des Instituts für Biologie der Rumänischen Akademie, die in Frontiers in Microbiology erschienen ist. Die Forscher isolierten den Psychrobacter-Stamm SC65A.3 aus einer 25 Meter langen Eisbohrkernprobe, die einen Zeitraum von 13.000 Jahren abdeckt. Genomsequenzierung ergab über 100 Resistenz-assoziierte Gene. Der Stamm erwies sich als resistent gegen Antibiotika aus zehn Klassen, darunter Rifampicin, Vancomycin, Ciprofloxacin, Trimethoprim, Clindamycin und Metronidazol – Wirkstoffe, die routinemäßig bei Tuberkulose, Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Haut- und Blutinfektionen eingesetzt werden. Erstmals wurde bei einem Psychrobacter-Stamm Resistenz gegen Trimethoprim, Clindamycin und Metronidazol nachgewiesen. Der Stamm hemmte zudem das Wachstum mehrerer multiresistenter „Superkeime“ und zeigte biotechnologisch interessante Enzymaktivitäten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass kalte Umgebungen wie Eishöhlen natürliche Reservoirs für Resistenzgene darstellen können, die lange vor der…