Zum Inhalt springen

Zehn Jahre DARPA-XAI: Ambitionierte Transparenzversprechen in der KI-Forschung bleiben unerfüllt

Washington – Zehn Jahre nach dem Start des DARPA-Programms zur Erklärbaren Künstlichen Intelligenz im Jahr 2016 zeichnet sich eine ernüchternde Bilanz ab. Das Vorhaben, das Millionen an Fördermitteln verschlang, zielte darauf ab, die Undurchsichtigkeit moderner KI-Systeme zu beseitigen und Entscheidungsprozesse nachvollziehbar zu machen. Trotz intensiver Bemühungen fehlen bis heute breit einsetzbare Lösungen, die den hohen Ansprüchen gerecht werden. Das Programm konzentrierte sich auf die Entwicklung neuer maschineller Lernverfahren, die nicht nur präzise Vorhersagen treffen, sondern auch transparente Begründungen liefern. Im Mittelpunkt standen drei Kernbereiche: die Schaffung intrinsisch erklärbarer Modelle durch innovative Lernmethoden, die Gestaltung benutzerfreundlicher Schnittstellen für Visualisierungen und interaktive Dialoge sowie die Integration psychologischer Theorien zur Optimierung von Erklärungen. Als Anwendungsfelder dienten die Analyse komplexer Datenmengen zur Mustererkennung und die Entscheidungsfindung in autonomen Systemen, etwa bei Drohnen. Die Bewertung umfasste Kriterien wie die Lernfähigkeit der Modelle und die Wirksamkeit… 

Opportunistische Salpingektomie senkt Eierstockkrebs-Risiko um fast 80 Prozent

Vancouver – Eine einfache chirurgische Präventionsmaßnahme kann das Risiko für die häufigste und tödlichste Form von Eierstockkrebs (seröses Ovarialkarzinom) um 78 % senken. Das zeigt eine bevölkerungsbasierte Studie der University of British Columbia (UBC), die in JAMA Network Open veröffentlicht wurde. Bei der sogenannten opportunistischen Salpingektomie (OS) werden die Eileiter bei routinemäßigen gynäkologischen Eingriffen – wie Hysterektomie oder Tubenligatur – proaktiv entfernt, während die Eierstöcke erhalten bleiben. Dadurch bleibt die Hormonproduktion intakt, und die typischen Nebenwirkungen einer Ovariektomie werden vermieden. British Columbia führte 2010 als erste Region weltweit die OS als Standardempfehlung ein. Die neue Studie analysierte Gesundheitsdaten von mehr als 85.000 Personen, die zwischen 2008 und 2020 in BC gynäkologische Operationen erhielten. Verglichen wurden Frauen mit und ohne Salpingektomie. Das Ergebnis: Bei denen, deren Eileiter entfernt wurden, trat seröser Eierstockkrebs 78 % seltener auf. In den seltenen Fällen, in… 

Gehirn Schaltkreis hält Mäuse und Menschen in neuen Umgebungen wach

Nagoya – Ein internationales Forschungsteam der Nagoya University hat den neuronalen Mechanismus entdeckt, warum Menschen (und Mäuse) in neuen Umgebungen oft schlecht schlafen. Spezifische Neuronen im erweiterten Mandelkern (IPACL CRF-Neuronen) werden aktiv, sobald ein Tier eine unbekannte Umgebung betritt. Diese Neuronen setzen Neurotensin frei, das die Wachheit aufrechterhält – eine Schutzreaktion, die potenzielle Gefahren in unbekannten Orten minimiert. Die Studie erschien in den Proceedings of the National Academy of Sciences. Das Phänomen ist als „First-Night-Effect“ bekannt: Am ersten Abend in einem Hotel oder fremden Bett bleibt das Gehirn wachsam, fast wie ein Nachtwächter, bis die Sicherheit bestätigt ist. Diese Vigilanz ist evolutionär sinnvoll, wurde jedoch bislang nicht auf zellulärer Ebene verstanden. Die Forscher untersuchten Mäuse in neuen Käfigen und zeichneten ihre Gehirnaktivität auf. IPACL CRF-Neuronen feuerten stark in unbekannten Umgebungen. Wurde diese Aktivität künstlich unterdrückt, schliefen die Mäuse schnell ein… 

Anixa Biosciences erhält USAN-Namensgenehmigung für FSHR-CAR-T-Therapie

San José – Anixa Biosciences hat vom United States Adopted Names (USAN) Council die Genehmigung für den nicht-proprietären Namen „liraltagene autoleucel“ (kurz: lira-cel) für seine neuartige CAR-T-Therapie gegen wiederkehrenden Eierstockkrebs erhalten. Dies folgt der bereits früher erteilten internationalen Namensgenehmigung durch das WHO-Expertenkomitee für Internationale Nicht-proprietäre Namen (INN). Der Name folgt dem für CAR-T-Zelltherapien üblichen Zweiwort-Schema, das Gen- und Zellkomponente beschreibt. Die Namensvergabe ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur möglichen künftigen Kommerzialisierung. Liraltagene autoleucel (lira-cel) ist eine FSHR-vermittelte CAR-T-Technologie (Chimeric Endocrine Receptor-T, CER-T), die den Follikel-stimulierenden Hormonrezeptor (FSHR) angreift. FSHR wird ausschließlich auf normalen Ovarialzellen, Tumorvaskulatur und bestimmten Krebszellen exprimiert. Der bindende Bereich basiert auf dem natürlichen Liganden FSH statt auf einem Antikörperfragment. Die Therapie wird derzeit in einer ersten klinischen Phase-I-Studie (NCT05316129) am Moffitt Cancer Center bei erwachsenen Frauen mit rezidivierendem Eierstockkrebs nach mindestens zwei Vortherapien geprüft. Ziel… 

Wiley Science Solutions: Neue On-Demand-Webinare zu Spektroskopie und KnowItAll 2026

Wiley lädt zu einer Reihe aktueller On-Demand-Webinare ein, die praxisnahe Einblicke in moderne Spektroskopie, Datenanalyse und Softwarelösungen bieten. Die Aufzeichnungen der Live-Veranstaltungen stehen jederzeit zur Verfügung und werden von renommierten Experten moderiert. Die Themen decken die neuesten Funktionen von KnowItAll ab und zeigen, wie Labore ihre Produktivität steigern können. Zu den Highlights gehören: Die Webinare richten sich an Anwender in Chemie, Materialwissenschaften, Pharmazie und verwandten Bereichen. Sie kombinieren aktuelle Software-Funktionen mit hochwertigen Datenbanken und bieten praxisnahe Lösungen für den Laboralltag. Interessierte können die Aufzeichnungen kostenfrei über die Wiley Science Solutions-Plattform abrufen. Für weitere Informationen oder persönliche Beratung steht das Wiley-Team zur Verfügung.

Winziges Protein „Funes“ macht Erinnerungen dauerhaft

Kansas City – Forschende des Stowers Institute for Medical Research haben einen entscheidenden Mechanismus entschlüsselt, wie das Gehirn flüchtige Erlebnisse in stabile Langzeiterinnerungen umwandelt – mit Hilfe eines kleinen Chaperon-Proteins namens Funes. Die Studie, die mehr als 20 Jahre Arbeit abschließt, liefert den ersten direkten Beweis, dass das Nervensystem gezielt Amyloide bilden kann, um Erinnerungen zu festigen. Die Ergebnisse erschienen am 30. Januar 2026 in den Proceedings of the National Academy of Sciences. Amyloide galten lange als schädliche, unkontrollierte Proteinaggregate, die bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Huntington Nervenzellen zerstören. Die neue Arbeit zeigt jedoch, dass Amyloide unter strenger Kontrolle auch nützlich sein können: Sie dienen dem Gehirn als Werkzeug, um Informationen langfristig zu speichern. Im Mittelpunkt steht das prion-ähnliche Protein Orb2 (bei Säugern CPEB), das an Synapsen zu Amyloiden zusammenlagern muss, damit Erinnerungen bestehen bleiben. Das Team identifizierte… 

FDA startet PreCheck-Pilotprogramm zur Stärkung der heimischen Pharmaproduktion

Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA nimmt ab sofort Anträge für das neue PreCheck-Pilotprogramm entgegen. Das Programm soll die heimische Pharmaproduktion stärken, regulatorische Vorhersehbarkeit erhöhen und den Bau neuer Fertigungsstätten in den USA erleichtern. Es ermöglicht eine vorzeitige, produktunabhängige Bewertung von Produktionsanlagen, bevor eine konkrete Arzneimittelzulassung beantragt wird. FDA-Kommissar Marty Makary erklärte, das Programm sei ein entscheidender Schritt, um die Abhängigkeit von ausländischer Produktion zu reduzieren und die Versorgungskette widerstandsfähiger zu machen. Nach 35 Jahren Verlagerung der Pharmaproduktion ins Ausland biete PreCheck starke Anreize, die US-Produktion wieder wettbewerbsfähig und resilient zu gestalten. Das Programm umfasst zwei Phasen: In Phase 1 (Facility Readiness Phase) erhalten ausgewählte Hersteller frühzeitige technische Beratung durch Pre-Operational Reviews und die Nutzung eines anlagenspezifischen Drug Master File. Dies erleichtert die Bewertung anlagenspezifischer Elemente vor und während der Zulassungsprüfung. Phase 2 (Application Submission Phase) baut darauf auf und… 

Chill Brain-Music-Schnittstelle: Echtzeit-Musikempfehlungen basierend auf Gehirnaktivität

Tokio – Forscher der Keio-Universität haben ein neuartiges System entwickelt, das musikalische Schüttelfrost („chills“) – intensive Gänsehaut- oder Schauer-Gefühle beim Hören – zuverlässiger auslöst. Das „Chill Brain-Music Interface“ (C-BMI) nutzt kompakte In-Ear-EEG-Sensoren, um die Gehirnreaktion auf Musik in Echtzeit zu messen und Playlists dynamisch anzupassen. Die Studie erschien am 16. Januar 2026 in iScience. Musikalische Schüttelfrost aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn ähnlich wie lebenswichtige Reize. Sie reduzieren Stress und wirken positiv auf das psychische Wohlbefinden, lassen sich jedoch nur schwer gezielt hervorrufen. Aktuelle Streaming-Algorithmen basieren auf historischen Daten, Genrepräferenzen oder akustischen Merkmalen und erkennen nicht, ob der Hörer im Moment tatsächlich emotional berührt wird. Das C-BMI-System verwendet In-Ear-EEG-Sensoren in Kopfhörern, um neuronale Lustmarker direkt aus dem Gehirn abzulesen. In der Studie hörten Teilnehmer selbstgewählte (hohe Lust) und fremdgewählte (niedrige Lust) Songs, während ihre Gehirnaktivität aufgezeichnet wurde. Daraus entstanden personalisierte Modelle:… 

Tragbare Technologie zur Überwachung der Wundheilung

In einer von Assoc geleiteten Forschung. Prof. Dr. Levent Beker vom Fachbereich Maschinenbau der Universität Koç haben Forscher einen spezialisierten Wundverband entwickelt, der einen Sensor enthält, der kontinuierlich den pH-Wert der Wundumgebung misst. Diese Technologie soll die Überwachung des Heilungsprozesses, insbesondere bei chronischen Wunden, erleichtern. Die Studie wurde in ACS Sensors veröffentlicht, eine Zeitschrift der American Chemical Society, die über neue Methoden, Materialien und Anwendungen in Sensortechnologien berichtet. Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers in Kontakt mit der äußeren Umgebung und dient als erste Verteidigungslinie gegen Verletzungen. Akute Hautwunden heilen typischerweise durch aufeinanderfolgende Phasen der Entzündung, der Bildung neuen Gewebes und des Umbaus. Chronische Wunden können diese Prozesse jedoch nicht abschließen und es kann sein, dass keine vollständige Heilung eintritt. Chronische Wunden betreffen vor allem ältere Menschen und stellen eine erhebliche wirtschaftliche Belastung für die Gesundheitssysteme in Ländern… 

Fenster in lebendes Gewebe ermöglicht kontinuierliche biologische Überwachung in Echtzeit

Mikrophysiologische Systeme und Organ-on-Chip-Technologien werden zunehmend zur Modellierung menschlicher Gewebe außerhalb des Körpers eingesetzt und bieten Alternativen zu Tierversuchen und traditionellen Zellkulturen. Die Überwachung der biologischen Aktivität innerhalb dieser Systeme bleibt jedoch eine Herausforderung. Herkömmliche Fluoreszenzbildgebung basiert typischerweise auf großen Mikroskopen, die weit vom Gewebe entfernt positioniert sind, was die kontinuierliche Beobachtung, Skalierbarkeit und Langzeitmessungen einschränkt. Darüber hinaus können wiederholte Handhabungen und Transfers physiologische Bedingungen stören und zu Variabilität führen. Obwohl Fluoreszenz eine leistungsstarke und weit verbreitete Erfassungsmethode ist, wurde ihre Integration in kompakte On-Chip-Plattformen durch die Größe optischer Komponenten und die begrenzte Systemintegration eingeschränkt. Basierend auf diesen Herausforderungen besteht eindeutig die Notwendigkeit, tief integrierte, miniaturisierte Fluoreszenzüberwachungssysteme für kontinuierliche In-situ-Messungen zu entwickeln. Forscher des KTH Royal Institute of Technology und des Karolinska Institutet Berichtet (DOI: 10.1038/s41378-025-01073-4) Am 12. November 2025 in Mikrosysteme und Nanotechnik Die Entwicklung eines vollständig integrierten mikrooptischen Systems zur kontinuierlichen Fluoreszenzüberwachung…