Backhaus muss zurücktreten – Timmy quält sich unentwegt, während der Minister Ostern feiert

Der Buckelwal Timmy liegt seit Tagen regungslos in der flachen Wismarer Bucht vor der Insel Poel und quält sich unentwegt. Er atmet nur noch alle vier bis fünf Minuten, gibt Laute von sich und kämpft sichtlich mit unerträglichen Schmerzen. Experten sprechen offen von extremem Leiden. Der zuständige Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die aktiven Rettungsversuche eingestellt und lehnt eine humane Erlösung kategorisch ab. Stattdessen lässt er den Wal mit Wasser benetzen – alle zwei bis drei Stunden ein hilfloser Schlauch – und redet von „Ruhe geben“ und „Würde“.

Während Timmy weiter leidet, plant Backhaus offenbar, die Feiertage in Ruhe zu verbringen. Nach Ostern sollen Experten noch einmal schauen. Das ist keine Politik. Das ist unverantwortliche Grausamkeit.

Das Tierschutzgesetz ist glasklar. § 1 verbietet, einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. § 17 stellt länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden unter Strafe – bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Das gilt für jedes Wirbeltier, auch für Wale. Es gibt keine Ausnahme für große Meeressäuger und keine Sonderregelung für medienwirksame Fälle.

Beim jagdbaren Wild schreibt § 22a des Bundesjagdgesetzes vor: Schwerkrankes Wild ist unverzüglich zu erlegen, um es vor vermeidbarem Leiden zu bewahren. Wale fallen nicht unter das Jagdgesetz, doch das Tierschutzgesetz gilt uneingeschränkt. Die Rechtslage lässt nur zwei Optionen: aktiv retten und behandeln – oder das Leiden sofort und human beenden. Tagelanges qualvolles Verreckenlassen ist keine dritte Option. Es ist verboten. Punkt.

Backhaus ignoriert das Gesetz bewusst. Technische Schwierigkeiten bei einer Tötung mag es geben. Sie rechtfertigen aber nicht, dass der Staat das Tier über Tage hinweg leiden lässt. Wenn eine Erlösung technisch nicht machbar ist, dann muss der Minister die Verantwortung tragen – nicht Timmy. Stattdessen inszeniert er eine Pseudo-Sterbebegleitung mit Wasserschlauch und emotionalen Worten, während das Tier unentwegt qualvoll kämpft.

Das ist keine Tierliebe. Das ist pure Feigheit vor unangenehmen Bildern. Ein Gnadenschuss oder eine fachgerechte Tötung würde Blut, einen riesigen Kadaver und ungeschönte Realität zeigen – Bilder, die Überfischung, Verschmutzung und das Versagen der Meerespolitik sichtbar machen. Solche Aufnahmen wären ein PR-Desaster für einen Umweltminister, der seit Jahren Naturschutz predigt. Deshalb darf Timmy weiter leiden. Hauptsache, die Öffentlichkeit sieht keine blutigen Konsequenzen.

Während Timmy in der Bucht unentwegt leidet, feiert Backhaus Ostern. Das ist der Gipfel der Untragbarkeit. Ein Umweltminister, der bei einem sichtbar qualvoll sterbenden Wirbeltier wegschaut, nur um sein eigenes Image zu schützen, hat in diesem Amt nichts mehr verloren. Er versagt nicht nur als Politiker, sondern bricht aktiv das Tierschutzgesetz, das er eigentlich schützen soll.

Till Backhaus ist untragbar. Seine Haltung ist ein Skandal, der den gesamten Tierschutz in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus diskreditiert. Bei einem verletzten Reh oder Fuchs würde dieselbe Behörde sofort handeln. Bei einem großen, symbolträchtigen Wal wird plötzlich von „Natur respektieren“ und „Ruhe“ gefaselt. Das ist Heuchelei pur.

Es reicht. Timmy quält sich unentwegt, weil der Minister nicht den Mut hat, konsequent zu handeln. Backhaus muss sofort zurücktreten. Ein Umweltminister, der tatenlos zusieht, wie ein Wal unter staatlicher Aufsicht tagelang leidet, nur um Ostern in Frieden zu feiern und unangenehme Bilder zu vermeiden, hat jede Legitimation verloren.

Das Tierschutzgesetz ist kein unverbindlicher Ratgeber. Es ist geltendes Recht. Wer es bei Timmy bricht, der bricht es bei allen Tieren. Backhaus hat bewiesen, dass er diesem Amt nicht gewachsen ist. Rücktritt jetzt – bevor weiteres unnötiges Leiden auf sein Konto geht. Timmy hat Besseres verdient als diese politische Feigheit. Und das Land hat einen besseren Umweltminister verdient.

Ein Editorial von den LabNews Media LLC founders

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