Antikörperbasierte Therapien haben die Behandlung von Brustkrebs in allen Subtypen vorangebracht. In einem neuen Review fassen Forscherinnen des Maria Sklodowska-Curie National Research Institute of Oncology in Warschau den aktuellen Stand zusammen. Monoklonale Antikörper, Immuncheckpoint-Inhibitoren und Antibody-Drug-Conjugates verbessern die Ergebnisse bei HER2-positivem, triple-negativem und luminalem Brustkrebs.
Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und eine der führenden Todesursachen mit über 2,3 Millionen Neuerkrankungen und fast 685.000 Todesfällen im Jahr 2022. Die Erkrankung ist heterogen und umfasst biologisch unterschiedliche Subtypen. Fortschritte in der Immuntherapie haben die Überlebenschancen gesteigert.
Bei HER2-positivem Brustkrebs gelten monoklonale Antikörper wie Trastuzumab und Pertuzumab als Standard. Für triple-negativen Brustkrebs haben Immuncheckpoint-Inhibitoren – anfangs Atezolizumab in Kombination mit Chemotherapie, aktuell Pembrolizumab – Eingang in die Behandlung gefunden, sowohl im frühen als auch im fortgeschrittenen Stadium. Antibody-Drug-Conjugates wie Trastuzumab Emtansine, Trastuzumab Deruxtecan und Sacituzumab Govitecan erweitern die Optionen durch gezielte Antigenbindung und zytotoxische Wirkstofffreisetzung.
Bispezifische Antikörper stellen eine neue Generation dar, die Resistenz überwinden und Immunantworten verstärken könnte, indem sie zwei Antigene gleichzeitig adressieren oder Immunzellen umleiten. Dennoch bleiben Herausforderungen wie Resistenz durch Antigen-Heterogenität, Signalweg-Veränderungen und Immunflucht sowie Toxizitäten wie Kardiotoxizität, interstitielle Lungenerkrankung und Zytokin-Freisetzungssyndrom bestehen.
Der Review unterstreicht die Notwendigkeit personalisierter, immunologisch fundierter Strategien, die die Präzisionsonkologie neu definieren könnten. Die Biologie, klinische Evidenz, Resistenzmechanismen und Sicherheitsprofile werden beleuchtet, um zukünftige Entwicklungen zu fördern.
(Quelle: Antibodies 2026, 15, 3, doi.org/10.3390/antib15010003)
