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Probiotika als HIV-Vakzin

Nikolai Scherbak, Dozent für Biologie an der Universität Örebro, ist gerade von einer Konferenz in Südafrika nach Schweden zurückgekehrt. Dort stellte er eine Studie vor, die die Chancen auf die Entwicklung eines Impfstoffs gegen HIV erhöht. Gemeinsam mit anderen Forschern hat er probiotische E. coli-Bakterien mit einem Teil des HIV-Virus genetisch verändert.

„Mithilfe modernster Technologie fügen wir DNA-Sequenzen an einer bestimmten Stelle in das Bakterium ein. Wir verwenden einen Teil des HIV-Virus, der nicht infektiös ist, aber dennoch die Produktion neutralisierender Antikörper im Körper auslöst“, sagt Scherbak.

E. coli-Bakterien leben im Darm von Menschen und anderen Tieren, und einige Varianten verursachen verschiedene Arten von Infektionen. Es gibt jedoch auch nützliche Varianten der Bakterien, die zu einer besseren Darmflora beitragen können. Eine davon, ein probiotisches E. coli-Bakterium des Stammes Nissle, wurde von den Forschern aus Örebro in der Studie verwendet.

„Die von uns verwendeten Bakterien werden in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, sind aber meines Wissens in Schweden nicht erhältlich. Diese Nahrungsergänzungsmittel werden für Menschen mit Reizdarmsyndrom oder anderen Magenbeschwerden empfohlen.“

Wenn die an der Universität Örebro entwickelten Bakterien zu einem zugelassenen Arzneimittel führen, könnte es in Tablettenform eingenommen werden. Impfstoffe in Tablettenform haben erhebliche Vorteile gegenüber Impfstoffen, die injiziert werden müssen. Tabletten sind einfacher und praktischer und müssen nicht wie einige COVID-Impfstoffe bei kalten Temperaturen gelagert werden.

Bei vielen früheren Versuchen, Bakterien zur Herstellung von Impfstoffen zu verwenden, haben Forscher antibiotikaresistente Gene verwendet, um die genetischen Veränderungen in den Bakterien aufrechtzuerhalten. Diese Methode kann jedoch zu negativen Folgen wie Antibiotikaresistenz führen, einem wachsenden globalen Problem der öffentlichen Gesundheit. Mithilfe der CRISPR/Cas9-Technologie erzeugten Forscher aus Örebro eine stabile genetische Veränderung in den probiotischen Bakterien, ohne antibiotikaresistente Gene zu benötigen.


https://microbialcellfactories.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12934-023-02290-0

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