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Zwei neue FSME-Risikogebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt – 693 Erkrankungen im Jahr 2025

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland aktualisiert. Neu hinzugekommen sind der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Damit sind aktuell 185 Kreise als Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ausgewiesen.

Das Risiko einer Infektion durch Zeckenstiche besteht weiterhin vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen, im südöstlichen Brandenburg und östlichen Sachsen-Anhalt. Einzelne Risikogebiete liegen zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Bundesländern ohne ausgewiesene Risikogebiete traten vereinzelt autochthone FSME-Fälle auf, sodass auch dort während der Zeckensaison bei entsprechender Symptomatik differenzialdiagnostisch an FSME gedacht werden sollte.

Im Jahr 2025 wurden dem RKI 693 FSME-Erkrankungen übermittelt – die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung im Jahr 2001. Nach dem bisherigen Höchststand von 718 Fällen im Jahr 2020 lag die Fallzahl damit erneut auf sehr hohem Niveau. 57 Prozent der Erkrankten zeigten neurologische Manifestationen (Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis). Todesfälle wurden 2025 nicht gemeldet. Die Inzidenz steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an und ist bei Männern höher als bei Frauen. Die meisten Erkrankungen traten zwischen Mai und Oktober auf.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten zeckenexponiert sind. Die Impfquoten in den Risikogebieten bleiben jedoch niedrig – insbesondere bei Menschen über 60 Jahren, die ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben. 98 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten Erkrankten waren gar nicht oder unzureichend geimpft. Eine Steigerung der Impfquoten, vor allem in Kreisen mit hoher Inzidenz, könnte einen erheblichen Teil der Fälle verhindern.

Die aktualisierte Risikokarte basiert auf den FSME-Erkrankungsdaten der Jahre 2002 bis 2025 und ersetzt die Karte vom Februar 2025. Sie dient als Grundlage für gezielte präventive Maßnahmen. Detaillierte Angaben zu allen Risikokreisen sowie die aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten für die 8. Woche 2026 sind im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 des RKI veröffentlicht.

Zwei neue FSME-Risikogebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt – 693 Erkrankungen im Jahr 2025. Symbolbild. Credits: Unsplash

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