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Zusammenhang zwischen entzündlichen Darmerkrankungen und Gelenkproblemen

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) und Spondyloarthritis – einer Erkrankung, die Schmerzen und Steifheit in den Gelenken verursacht. Das Risiko ist besonders hoch bei Patienten mit Morbus Crohn und bei jenen, bei denen im Kindesalter eine CED diagnostiziert wurde. Das hat Sarita Shrestha in ihrer Doktorarbeit an der Universität Örebro gezeigt.

„IBD-Patienten haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein höheres Risiko, eine Spondyloarthritis zu entwickeln, sowohl vor als auch nach der IBD-Diagnose“, sagt Sarita Shrestha, Forscherin in Medizin an der Universität Örebro.

Die Teilstudie basiert auf nationalen Registerdaten von 39.203 Patienten, bei denen zwischen 2006 und 2016 eine CED diagnostiziert wurde, im Vergleich zu 390.490 Referenzpersonen aus der Allgemeinbevölkerung. Zusätzlich zu den CED-Patienten umfasst die Studie auch deren Ehepartner und Verwandte ersten Grades.

„Die Ergebnisse zeigen, dass das Risiko für Spondyloarthritis auch bei engen Familienmitgliedern höher war, was aufgrund der genetischen Verbindung zu erwarten war. Das erhöhte Risiko bei Ehepartnern war jedoch unerwartet und deutet darauf hin, dass Umweltfaktoren oder gemeinsame Lebensgewohnheiten eine Rolle bei der Entwicklung dieser Erkrankungen spielen könnten“, sagt Sarita Shrestha.

Gelenkschmerzen und Hautprobleme nach Operationen

Sarita Shrestha untersuchte auch, wie sich die Kolektomie, die chirurgische Entfernung des Dickdarms, auf Gelenke und andere Aspekte bei Patienten mit Colitis ulcerosa auswirkt.

„Wir haben festgestellt, dass die Gelenk- und Hautprobleme nach der Operation nicht wirklich abgenommen haben. Die immunbedingten Probleme, die diese Komplikationen verursachen, scheinen auch nach der Dickdarmoperation weiter zu bestehen.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Gesundheitsdienstleister bei CED-Patienten nicht nur auf Probleme im Magen-Darm-Trakt, sondern auch in anderen Organsystemen achten sollten, insbesondere bei Patienten, bei denen die Diagnose in jüngerem Alter gestellt wird, und bei deren Familien. Bei Colitis ulcerosa ist es wichtig, daran zu denken, dass die Entzündung im Körper bestehen bleiben kann, auch nachdem der erkrankte Teil des Darms operativ entfernt wurde.“

Verbesserte Lebensqualität

Etwa die Hälfte aller Patienten mit CED entwickeln Komplikationen, die Gelenke, Haut, Knochen, Augen, Nieren und Leber betreffen. Sarita Shrestha hofft, dass ihre Forschung dazu beitragen kann, wirksamere Behandlungspläne zu entwickeln, die das Risiko verschiedener Komplikationen sowie genetische und umweltbedingte Faktoren berücksichtigen.

„Eine frühere Erkennung und Behandlung von Komplikationen, insbesondere bei jüngeren Patienten, kann zu besseren Behandlungsergebnissen und einer höheren Lebensqualität für die Patienten und ihre Familien führen.“