Würzburg, 8. Mai 2025 – Franziska Karl-Schöller vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist eine von drei Preisträgerinnen des diesjährigen EFIC-Grünenthal-Grants (E-G-G). Gemeinsam mit Ama Kissi (Belgien) und Maddalena Comini (Großbritannien) setzte sie sich unter 51 Bewerbungen durch. Die Auszeichnung der Europäischen Schmerzgesellschaft (EFIC) und des Pharmaunternehmens Grünenthal fördert Nachwuchswissenschaftler*innen und zielt darauf ab, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern. Die Projekte wurden auf dem EFIC® Pain in Europe Kongress im April 2025 in Lyon vorgestellt.
Karl-Schöller entwickelt ein neuartiges dreidimensionales, innerviertes Hautmodell, um die Mechanismen der postherpetischen Neuralgie (PHN) zu erforschen. PHN ist ein chronisches Schmerzsyndrom, das bei 10 bis 15 Prozent der Gürtelrose-Patient*innen auftritt. Gürtelrose, ausgelöst durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV), entsteht, wenn das Virus, das nach einer Windpockeninfektion in den Spinalganglien überlebt, reaktiviert wird. Warum es nach abgeheilter Gürtelrose zu anhaltenden Nervenschmerzen kommt, ist unklar.
In ihrer Forschung, betreut von Prof. Dr. Nurcan Üçeyler an der Neurologischen Klinik des UKW, kombiniert Karl-Schöller gesunde menschliche Hautzellen mit VZV-infizierten sensiblen Nervenzellen. Das Modell simuliert realitätsnah die Interaktion zwischen infizierten Nerven und Haut. Geplant ist eine Genexpressionsanalyse, um mRNA-Signaturen zu identifizieren, die mit PHN-Schmerzen assoziiert sind. Vielversprechende Biomarker werden auf Proteinebene untersucht. „Wir wollen die Mechanismen der PHN entschlüsseln und Ansätze für neue Therapien finden“, sagt Karl-Schöller.
Das Projekt wird von Prof. Jochen Bodem (UKW, Virologie) und Prof. Florian Groeber-Becker (Fraunhofer TLZ-RT) unterstützt. Die Forschung könnte wegweisend für die Behandlung chronischer Schmerzen sein, von denen weltweit jeder fünfte Mensch betroffen ist.
