London, 28. Juni 2025 – Ein internationaler Forschungsdurchbruch könnte die Behandlung von Typ-1-Diabetes grundlegend verändern. Auf dem ESOT-Kongress 2025 in London präsentierte ein Wissenschaftlerteam eine bahnbrechende Methode, mit der erstmals funktionsfähige menschliche Insulinzellen – sogenannte Inselzellen – mithilfe eines 3D-Druckverfahrens hergestellt wurden. Diese Innovation könnte zukünftig weniger invasive und effektivere Therapien für Millionen von Patienten ermöglichen.
Die Forscher entwickelten ein spezielles Bioink aus Alginate und entzelltem menschlichem Pankreasgewebe, mit dem sie langlebige und funktionale Inselzellstrukturen druckten. Diese blieben bis zu drei Wochen lebensfähig, reagierten zuverlässig auf Glukose und produzierten Insulin – ein entscheidender Schritt für den klinischen Einsatz. „Unser Ziel war es, das natürliche Umfeld der Bauchspeicheldrüse nachzubilden, damit die transplantierten Zellen optimal überleben und arbeiten“, erklärte Studienleiter Dr. Quentin Perrier.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Inselzelltransplantationen, die oft in die Leber injiziert werden und mit hohen Zellverlusten verbunden sind, können die 3D-gedruckten Strukturen direkt unter die Haut implantiert werden. Dieses minimalinvasive Verfahren erfordert lediglich eine örtliche Betäubung und einen kleinen Schnitt, was die Behandlung sicherer und patientenfreundlicher macht. Die gedruckten Strukturen wiesen eine poröse Architektur auf, die den Sauerstoff- und Nährstofffluss förderte und die Bildung von Blutgefäßen unterstützte – entscheidend für das langfristige Überleben der Zellen.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: Über 90 % der Zellen überlebten, und die Insulinproduktion war deutlich effizienter als bei herkömmlichen Methoden. Nach 21 Tagen zeigten die Strukturen eine verbesserte Fähigkeit, Blutzuckerspiegel zu erkennen und darauf zu reagieren. „Dies ist eine der ersten Studien, die echte menschliche Inselzellen statt tierischer Zellen verwendet“, betonte Dr. Perrier. „Wir kommen einer fertigen Lösung näher, die Insulin-Injektionen eines Tages überflüssig machen könnte.“
Die Forschung markiert einen Meilenstein auf dem Weg zu einer neuen Ära der Diabetestherapie. Die Wissenschaftler planen weitere Studien, um die Technologie für den klinischen Einsatz zu optimieren. Für Betroffene könnte dies Hoffnung auf eine Zukunft ohne tägliche Spritzen bedeuten.
Quelle: European Society for Organ Transplantation (ESOT) Congress 2025
Quelle: European Society for Organ Transplantation (ESOT) Congress 2025
