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Wissenschaftler entschlüsseln Ernährung anhand der Stuhl-DNA

Wissenschaftler haben eine bahnbrechende Methode zur Verfolgung der Ernährung anhand metagenomischer Daten des Stuhls entwickelt.

Die neue Methode MEDI (Metagenomic Estimation of Dietary Intake) wurde von Forschern am Institut für Systembiologie (ISB) entwickelt und erkennt aus Nahrungsmitteln stammende DNA in Stuhlproben, um die Nahrungsaufnahme abzuschätzen. MEDI nutzt die Stuhlmetagenomik, d. h. die Sequenzierung aller in Stuhlproben vorhandenen DNA (einschließlich mikrobieller, menschlicher und aus Nahrungsmitteln stammender DNA). Dieser nicht-invasive, datengesteuerte Ansatz bietet eine objektive Alternative zu herkömmlichen Ernährungstagebüchern und Fragebögen, die zwar immer noch der Goldstandard bei der Ernährungsbewertung sind, aber unter Fehlauskünften und Compliance-Problemen leiden können.

Wichtigste Ergebnisse:

Eine Alternative zur Ernährungsverfolgung auf Fragebogenbasis: MEDI nutzt eine Datenbank mit mehr als 400 Nahrungsmitteln und über 300 Milliarden Basenpaaren genomischer Informationen und konnte die Nahrungsaufnahmemuster bei Säuglingen und Erwachsenen sowie in zwei kontrollierten Ernährungsstudien genau erkennen. MEDI
Verbindung zwischen Nahrungsaufnahme und Ernährung: MEDI wandelt das relative Häufigkeitsprofil bestimmter Nahrungsmittel in Nährstoffprofile um, wobei eine Portion von 100 Gramm angenommen wird. Diese Nährstoffprofile zeigen eine gute Übereinstimmung mit Daten aus kontrollierten Fütterungsstudien.
Identifizierte ernährungsbedingte Gesundheitsrisiken: Ohne Ernährungsprotokolle konnte MEDI in einer großen klinischen Kohorte Ernährungsmerkmale ermitteln, die mit dem Metabolischen Syndrom in Zusammenhang stehen.