Zum ersten Mal überhaupt hat ein Patient im Rahmen einer klinischen Studie zu Blutkrebs am Huntsman Cancer Institute der University of Utah (U) eine allogene Stammzelltransplantation mit dem Transplantat eines verstorbenen Spenders erhalten .
Bei einer allogenen Transplantation werden Stammzellen eines Spenders – und nicht des Patienten selbst – verwendet, um beschädigtes oder erkranktes Knochenmark zu ersetzen. Dies bietet potenzielle neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Blutkrebs und anderen schweren Erkrankungen.
Dank der Finanzierung durch das Center for the Biomedical Advanced Research and Development Authority und Ossium Health wird in dieser klinischen Studie untersucht, ob gelagerte Stammzellen verstorbener Spender die Transplantationsoptionen für Patienten mit aggressivem Blutkrebs sicher und effektiv erweitern können.
„Diese Studie stellt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung des Transplantationszugangs für Patienten mit aggressiven Blutkrebserkrankungen wie akuter myeloischer Leukämie, myelodysplastischen Syndromen, akuter lymphatischer Leukämie und Non-Hodgkin-Lymphom dar“, sagt Dr. Sagar Patel, Forscher im Blut- und Knochenmarktransplantationsteam des Huntsman Cancer Institute, außerordentlicher Professor für Medizin an der Universität und leitender Prüfarzt vor Ort für die klinische Studie. „Durch die Verwendung von Transplantaten verstorbener Spender hoffen wir, die Verfügbarkeit allogener Transplantate schneller zu erweitern.“
Stammzellen werden traditionell von lebenden Spendern entweder durch Knochenmarkstransplantation oder Apherese gewonnen , einem Verfahren, bei dem Stammzellen aus dem Blut extrahiert werden. Diese traditionelle Form der Stammzelltransplantation, die seit den 1970er Jahren angewendet wird, basiert auf Spendern, die über familiäre Verbindungen oder die weltweiten Register freiwilliger, nicht verwandter Spender gefunden werden. Es kann jedoch schwierig sein, einen verfügbaren Spender zu finden – für manche Patienten lässt sich kein geeigneter Spender finden. Bei anderen kann es sein, dass der potenzielle Spender selbst dann aus verschiedenen Gründen nicht spenden kann, wenn ein geeigneter Spender gefunden wurde.
Im Rahmen der Studie werden Stammzellen aus der Wirbelsäule verstorbener Personen entnommen, die zuvor einer Organspende zugestimmt haben. Die klinische Studie nutzt eine innovative Methode, die auf Stammzelltransplantaten aus einer Bank gespendeter, gefrorener Stammzellen basiert. Diese vorgelagerten Stammzellen könnten die zeitaufwändige Spendersuche reduzieren und geeigneten Patienten möglicherweise einen schnelleren Zugang zu Transplantaten ermöglichen.
Dieser experimentelle Ansatz könnte die Gewinnung von Stammzelltransplantaten vereinfachen und dazu beitragen, lange Wartezeiten und Unsicherheiten bei der Spenderauswahl und -entnahme zu vermeiden. Er bietet eine potenzielle neue Behandlungsoption für Patienten, die andernfalls mit Verzögerungen rechnen müssten
