Der globale Warenhandel zeigt sich widerstandsfähig gegenüber den jüngsten Handelsbeschränkungen. Laut der aktuellen Schnellschätzung des RWI/ISL-Containerumschlag-Index stieg der saisonbereinigte Wert im Juli 2025 auf 137,5 Punkte, ein deutlicher Anstieg gegenüber 135,4 Punkten im Vormonat. Damit wurde der zollbedingte Rückgang der Vormonate ausgeglichen, und die erhöhten US-Zölle zeigen keine nachhaltige Bremswirkung auf den Welthandel. Besonders auffällig ist die Zunahme des Warenflusses zwischen den USA und China, der sich spürbar belebt hat.
In den Häfen an der US-Westküste, insbesondere in Los Angeles und Long Beach, wurde im Juli ein Rekordumschlag von knapp 2,0 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Units) verzeichnet, angetrieben durch gestiegene Importe und die Verladung von Leercontainern. Parallel wuchs der Containerumschlag in chinesischen Häfen auf 150,6 Punkte, ein Anstieg von 148,7 Punkten im Juni, was auf steigende Exporte aus China hindeutet. In Europa verläuft die Erholung des Außenhandels moderater, mit einem Anstieg des Nordrange-Index von 117,5 auf 118,4 Punkte, was auf eine stabile, aber weniger dynamische Entwicklung in der Region hinweist.
Die Forscher betonen, dass der Welthandel weniger empfindlich auf die US-Zölle reagiert als erwartet. Händler finden Wege, die Zollbelastungen zu umgehen, und Gespräche zwischen den USA, China und der EU haben die Unsicherheiten vorübergehend gedämpft. Dennoch bleibt die Zollpolitik unberechenbar, was den internationalen Handel anfällig für Schwankungen macht. Der nächste RWI/ISL-Containerumschlag-Index für August 2025 wird am 30. September 2025 veröffentlicht.
