Eine heute in Brain Medicine veröffentlichte umfassende Übersicht des führenden Neuroendokrinologen Professor Hyman M. Schipper von der Abteilung für Neurologie und Neurochirurgie der McGill University zeigt den umfassenden Einfluss von Fortpflanzungshormonen auf neurologische Gesundheit und Erkrankungen auf. Diese wegweisende Übersicht, die in einer Sonderausgabe der Festschrift zu Ehren von Dr. Seymour Reichlins hundertstem Geburtstag erscheint, untersucht systematisch, wie Sexualhormone ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen beeinflussen.
Die Studie beschreibt im Detail, wie Sexualhormone neurologische Funktionen durch verschiedene Mechanismen beeinflussen, darunter direkte Auswirkungen auf Nervenzellen, epigenetische Veränderungen und das neu entdeckte glymphatische System des Gehirns. Professor Schippers Analyse deckt ein breites Spektrum von Erkrankungen ab, darunter:
• Gefäßerkrankungen wie Migräne (betrifft bis zu 60 % der weiblichen Betroffenen während der Menstruation) und Schlaganfall
• Bewegungsstörungen, insbesondere Parkinson-Krankheit, Morbus Wilson und verschiedene Formen der Chorea
• Epilepsie, insbesondere ihre Beziehung zu Hormonzyklen
• Multiple Sklerose, die während der Schwangerschaft oft deutliche Muster zeigt
• Alzheimer-Krankheit und ihre komplexe Beziehung zu hormonellen Faktoren
• Schlafstörungen, bei denen es erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede gibt
• Hirntumore, insbesondere hormonsensitive Meningiome
• Neuromuskuläre Erkrankungen wie Myasthenia gravis
• Andere Erkrankungen, einschließlich intrakranieller Hypertonie und Porphyrien
