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Usutu-Virus in Deutschland 2024

Das Usutu-Virus, ein Flavivirus, das durch Stechmücken (hauptsächlich *Culex pipiens*) übertragen wird, ist in Deutschland erneut aktiv und sorgt für ein massives Vogelsterben, insbesondere bei Amseln. Ursprünglich aus Afrika stammend, wurde das Virus vermutlich durch Zugvögel nach Europa gebracht. Seit seinem ersten Auftreten in Deutschland im Jahr 2010 hat es wiederholt zu Ausbrüchen geführt, die vor allem Amseln betreffen[1][2][3].

Aktuelle Situation 2024

Im Jahr 2024 erleben wir erneut ein signifikantes Amselsterben, das an die schweren Ausbrüche von 2018 erinnert. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg berichtet von einer hohen Anzahl an Einsendungen toter Vögel aus ganz Deutschland. Allein in diesem Jahr wurden bereits mehr als 120 tote Vögel, darunter Amseln, Drosseln und Falken, zur Untersuchung eingesandt. In etwa 25% der Fälle konnte das Usutu-Virus als Todesursache identifiziert werden[2][5][7].

Auswirkungen auf die Vogelpopulation

Das Usutu-Virus hat erhebliche Auswirkungen auf die Vogelpopulationen in Deutschland. Besonders betroffen sind Amseln, deren Bestände in der Vergangenheit um bis zu 40% eingebrochen sind, wie beispielsweise in Hamburg im Jahr 2018. Diese Verluste haben sich bis heute nicht vollständig erholt. Auch andere Vogelarten wie Sing- und Misteldrosseln sind betroffen, was die Notwendigkeit unterstreicht, die Populationsentwicklungen dieser Arten zu überwachen[3][5].

Übertragung und Gefährdung für Menschen

Das Virus wird durch heimische Stechmücken übertragen. Während es hauptsächlich Vögel betrifft, können auch Menschen infiziert werden, meist jedoch ohne schwere Symptome. Gelegentlich treten Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge auf, und in seltenen Fällen kann es zu einer Gehirnentzündung kommen. Die Übertragung auf Menschen erfolgt zufällig und ist eher selten[1][2][5].

Maßnahmen und Monitoring

Das Bernhard-Nocht-Institut und der Naturschutzbund NABU rufen die Bevölkerung auf, tote und kranke Vögel zu melden und einzusenden, um die Ausbreitung des Virus besser zu dokumentieren und wissenschaftlich auszuwerten. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Auswirkungen des Virus auf die Vogelbestände zu verstehen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu ergreifen[3][5][7].

Insgesamt zeigt die Situation 2024, dass das Usutu-Virus weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für die Vogelbestände in Deutschland darstellt, während die Gefahr für Menschen vergleichsweise gering bleibt. Die kontinuierliche Überwachung und Forschung sind entscheidend, um die Auswirkungen des Virus zu minimieren und die Biodiversität zu schützen.

Quellen:
[1] FAQ zum Usutu-Virus – BNITM https://www.bnitm.de/aktuelles/fragen-und-antworten/faq-zum-usutu-virus


[2] Usutu-Virus: Hamburger Virologen befürchten Amselsterben | NDR.de https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Usutu-Virus-Hamburger-Virologen-befuerchten-Amselsterben,amselsterben100.html


[3] Weltmoskitotag | Verstärkte Usutu-Virus-Aktivität https://nachrichten.idw-online.de/2024/08/19/weltmoskitotag-verstaerkte-usutu-virus-aktivitaet


[4] Usutu-Virus: Das stille Sterben der Amseln https://www.spektrum.de/news/das-stille-sterben-der-amseln/1592714


[5] Amselsterben in Deutschland: Usutu-Virus breitet sich weiter aus https://www.n-tv.de/wissen/Usutu-Virus-breitet-sich-weiter-aus-article25169136.html


[6] Amselsterben: Ist das Usutu-Virus auch für Menschen gefährlich? https://www.geo.de/natur/tierwelt/19545-rtkl-amselsterben-ist-das-usutu-virus-auch-fuer-menschen-gefaehrlich


[7] Zahlreiche Amseln sterben am Usutu-Virus – GEO https://www.geo.de/natur/tierwelt/zahlreiche-amseln-sterben-am-usutu-virus-34992374.html

Überträger des Usutu-Virus. Credits: CDC