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US und Großbritannien einigen sich auf Pharma-Preisreform

Die Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens haben ein Grundsatzabkommen über die Preisfestsetzung von Arzneimitteln angekündigt. Im Rahmen des historischen Wirtschaftsabkommens „Economic Prosperity Deal“ (EPD) verpflichtet sich das Vereinigte Königreich, die Preise für innovative Medikamente um 25 Prozent zu erhöhen und Rabattmechanismen zu reduzieren. Im Gegenzug entfallen US-Zölle auf britische Pharma-Produkte und -Inhaltsstoffe, was den Handel erleichtert und Investitionen fördert.

Das Abkommen adressiert langjährige Ungleichgewichte im transatlantischen Pharmamarkt: US-amerikanische Verbraucher zahlen weltweit die höchsten Preise für Medikamente, die in anderen Ländern subventioniert werden. Die britische National Health Service (NHS) wird den Abwärtstrend bei Ausgaben für neue, lebensrettende Arzneimittel umkehren und den Nettopreis für Neuankömmlinge steigern. Zudem sinkt der Rückzahlungssatz für Pharmafirmen im Rahmen des Voluntary Scheme for Branded Medicines Pricing, Access and Growth (VPAG) auf 15 Prozent ab 2026 und bleibt darunter. Dies soll sicherstellen, dass höhere Preise nicht durch portfolio-weite Konzessionen ausgehebelt werden.

Die USA gewähren im Gegenzug eine Ausnahme von Section-232-Zöllen auf britische Pharmaimporte und verzichten auf Untersuchungen britischer Preispraktiken im Rahmen von Section 301 während der Amtszeit von Präsident Trump. Zusätzlich soll der Zugang britischer Bürger zu neuesten US-Pharma-Durchbrüchen gewährleistet werden. Das Abkommen folgt auf Trumps „Most-Favored-Nation“-Politik, die US-Preise an internationale Standards anpasst, und soll Innovationen in beiden Ländern ankurbeln.

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer betonte, dass dies der erste Fall sei, in dem ein US-Präsident faire internationale Zahlungen für innovative Arzneimittel durchsetze. Der Deal schaffe Investitionsanreize und balanciere den Markt, ohne dass US-Bürger weiterhin global subventionieren müssten. Britischer Wirtschaftsminister Peter Kyle hob hervor, dass der Zollfreihandel – wert etwa fünf Milliarden Pfund jährlich – britische Jobs schütze und das Land als Life-Sciences-Hub positioniere.

Das Abkommen ist Teil der Trump-Administration-Strategie, ähnliche Verhandlungen mit anderen Handelspartnern voranzutreiben, darunter die EU, wo ein Rabattkappung von 15 Prozent vereinbart wurde. Es stärkt die US-Führung in der Pharmaentwicklung und -Produktion, schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze und reduziert Abhängigkeiten in der Lieferkette. Kritiker in Großbritannien warnen vor höheren NHS-Kosten, die zu Einsparungen in anderen Bereichen führen könnten, fordern eine parlamentarische Abstimmung. Dennoch sehen Branchenexperten darin einen Meilenstein für globale Pharma-Kooperationen.