Die USA sind am 22. Juni 2025 mit B2-Tarnkappenbombern in den Krieg zwischen Israel und dem Iran eingetreten, indem sie drei iranische Atomanlagen – Fordo, Natans und Isfahan – angriffen. Präsident Donald Trump verkündete, die Anlagen seien „vollständig zerstört“, und drohte mit weiteren Schlägen, sollte der Iran nicht „den Weg des Friedens“ wählen. Dieser Angriff, durchgeführt ohne UN-Mandat, markiert eine gefährliche Eskalation im Nahen Osten und wirft Fragen nach der Legitimität, den Folgen für die MAGA-Bewegung, Trumps politischem Kalkül und Parallelen zu Russlands Angriff auf die Ukraine auf. Zugleich eröffnet er Optionen für China und Russland, die ihre geopolitischen Interessen in dieser Krise verfolgen könnten.
Kontext und Ablauf des Angriffs
Die Angriffe erfolgten nach wochenlangen israelischen Luftschlägen gegen iranische Ziele, die als Reaktion auf mutmaßliche Fortschritte im iranischen Atomprogramm begonnen hatten. Israel, unterstützt von den USA, argumentierte, der Iran stehe kurz vor der Fertigung einer Atombombe – eine Behauptung, die Teheran bestreitet und für die weder Russland noch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Beweise sehen. Laut Berichten setzten die USA sechs B2-Bomber ein, die zwölf bunkerbrechende GBU-57-Bomben auf Fordo sowie Marschflugkörper auf Natans und Isfahan abwarfen. Die IAEA bestätigte, dass keine Strahlung freigesetzt wurde, doch der Iran meldete Schäden und drohte mit Vergeltung, unter anderem durch Raketenangriffe auf Israel. Der Angriff wurde von Trump als „spektakulärer militärischer Erfolg“ gefeiert, während der Iran ihn als „Verstoß gegen die UN-Charta und das Völkerrecht“ verurteilte.
Völkerrechtliche Bewertung: Parallelen zu Russlands Angriff auf die Ukraine
Die UN-Charta, insbesondere Artikel 2(4), verbietet die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Staates, es sei denn, sie erfolgt in Selbstverteidigung (Artikel 51) oder mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats. Der US-Angriff erfüllt keines dieser Kriterien. Es gibt keinen Beweis für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff des Iran auf die USA oder Israel, der einen Präventivschlag rechtfertigen würde. Völkerrechtler Matthias Herdegen bezeichnete solche Präventivschläge als „völkerrechtlich in tiefgrauer Zone“. Ebenso fehlt ein UN-Mandat, da der Sicherheitsrat nicht konsultiert wurde.
Diese Situation ist vergleichbar mit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022. Russland begründete seinen Einmarsch mit der „präventiven Verteidigung“ gegen eine angebliche Bedrohung durch die NATO-Erweiterung – eine Argumentation, die international als Verstoß gegen die UN-Charta verurteilt wurde. Angela Merkel betonte, Russlands Angriff sei „evident völkerrechtswidrig“, da die Ukraine keine Bedrohung darstellte. Ähnlich verhält es sich mit dem US-Angriff: Ohne nachweisbare Bedrohung oder UN-Mandat stellt er einen unilateralen Akt der Aggression dar. Laut einer Studie des American Journal of International Law (2023) untergräbt die Praxis präventiver Militärschläge die normative Ordnung der UN-Charta und fördert globale Instabilität.
Folgen für MAGA und Trump
Für die MAGA-Bewegung und Trump bietet der Angriff sowohl Chancen als auch Risiken. Die Basis der Bewegung, die Trump als entschlossenen Führer feiert, dürfte die aggressive Haltung gegen den Iran begrüßen. Trumps Rhetorik, etwa auf Truth Social („Jegliche Vergeltung des Irans wird mit größerer Wucht beantwortet“), spricht direkt die nationalistischen und militaristischen Instinkte seiner Anhänger an. Eine Umfrage des Pew Research Center (2024) zeigt, dass 62 % der Republikaner militärische Stärke als zentrale Komponente der US-Außenpolitik sehen, was Trumps Handeln legitimiert.
Allerdings birgt die Eskalation Risiken. Ein längerer Konflikt könnte die US-Wirtschaft belasten, insbesondere durch steigende Ölpreise – das South-Pars-Gasfeld im Iran wurde bereits getroffen. Laut Bloomberg (2025) verteuerte sich der Goldpreis nach den Angriffen um 1,8 %, was wirtschaftliche Unsicherheit signalisiert. Sollten US-Stützpunkte im Nahen Osten attackiert werden (40.000 Soldaten sind dort stationiert), könnte die öffentliche Unterstützung für Trump schwinden. Eine Gallup-Umfrage (2024) zeigt, dass nur 38 % der Amerikaner einen neuen Krieg im Nahen Osten befürworten. Ein Scheitern könnte Trumps Image als „starker Mann“ beschädigen, während ein Erfolg seine Wiederwahlchancen 2028 stärken würde.
Geopolitische Optionen für Russland und China
Russland und China, beide Verbündete des Iran, stehen vor einem Dilemma. Russland hat die Angriffe scharf verurteilt und warnt vor „katastrophalen Folgen“. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies auf die Gefahr eines nuklearen Konflikts hin. Russland könnte seine militärische Unterstützung für den Iran ausbauen, etwa durch die Lieferung von S-400-Luftabwehrsystemen, wie es bereits in Syrien tat (SIPRI-Bericht 2024). Gleichzeitig ist Russland durch den Ukraine-Krieg geschwächt und könnte sich auf diplomatische Vermittlung konzentrieren, wie Putin es bereits angeboten hat. Eine Studie des European Journal of International Relations (2023) betont, dass Russland Konflikte im Nahen Osten nutzt, um die USA abzulenken und seine eigene Position zu stärken.
China, das 40 % seines Öls aus dem Iran bezieht (EIA 2024), hat ein starkes Interesse an Stabilität. Es könnte seine Rolle als Vermittler ausbauen, wie es nach den Angriffen signalisierte, oder wirtschaftliche Druckmittel wie den Verkauf von US-Staatsanleihen einsetzen. Allerdings wird China laut Foreign Affairs (2025) direkte militärische Konfrontation vermeiden, um seine globale wirtschaftliche Position nicht zu gefährden. Beide Länder könnten im UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen die USA vorschlagen, was jedoch durch ein US-Veto blockiert würde.
Fazit
Der US-B2-Bomberangriff auf iranische Atomanlagen ohne UN-Mandat ist ein völkerrechtswidriger Akt, der Parallelen zu Russlands Aggression gegen die Ukraine aufweist. Für Trump und MAGA ist der Angriff ein riskantes Manöver, das kurzfristig Zustimmung, aber langfristig wirtschaftliche und politische Instabilität bringen könnte. Russland und China haben begrenzte, aber strategische Optionen, die von diplomatischer Vermittlung bis zu indirekter Unterstützung des Iran reichen. Die Welt steht vor einer gefährlichen Eskalation, die nur durch Rückkehr zur Diplomatie entschärft werden kann.
