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Urlaub trotz Demenz: Tipps und Hilfen für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz stehen vor der Herausforderung, eine Auszeit zu nehmen, ohne die Betreuung des Erkrankten zu vernachlässigen. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gibt praktische Hinweise, wie eine Erholungsphase ermöglicht werden kann – entweder allein oder gemeinsam mit dem erkrankten Menschen.

Auszeit allein als Pflegeperson

Pflegende können die Betreuung vorübergehend abgeben und dabei Leistungen der Pflegeversicherung nutzen. Möglich sind Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung oder Verhinderungspflege zu Hause.

Bei der Kurzzeitpflege wird der pflegebedürftige Mensch für bis zu acht Wochen in einer Pflegeeinrichtung versorgt. Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten. Wegen oft knapper Plätze sollte frühzeitig gebucht werden.

Bei der Verhinderungspflege bleibt die erkrankte Person in der vertrauten Umgebung und wird stunden- oder tageweise von Angehörigen, Bekannten oder professionellen Kräften betreut. Beide Leistungen – Kurzzeit- und Verhinderungspflege – stehen zusammen mit einem jährlichen Budget von bis zu 3.539 Euro zur Verfügung und können flexibel kombiniert werden. Die Verhinderungspflege ist ab Pflegegrad 2 möglich und gilt für maximal acht Wochen pro Jahr.

Gemeinsam in den Urlaub fahren

Im frühen bis mittleren Stadium der Demenz ist eine gemeinsame Reise oft machbar und kann die Beziehung stärken sowie positive Erlebnisse schaffen. Wichtig ist, dass der erkrankte Mensch Veränderungen von Routine und Umgebung gut toleriert.

Bei der Planung helfen folgende Ansätze:

  • An frühere Vorlieben und gemeinsame Urlaubserinnerungen anknüpfen, etwa bekannte Reiseziele oder Aktivitäten wie Meer, Berge oder Camping.
  • Gewohnte Routinen bei Mahlzeiten, Ruhezeiten oder Kleidung beibehalten und vertraute Gegenstände wie Lieblingstasse, Kissen oder Fotos mitnehmen.
  • Mögliche Überforderung durch neue Eindrücke einplanen und flexibel bleiben – auch ein früherer Abbruch kann die gemeinsame Zeit wertvoll machen.
  • Mit Tagesausflügen testen, ob Unterwegssein gut vertragen wird, etwa zu früheren Wohn- oder Urlaubsorten.

Bei Bedarf kann im Urlaub Unterstützung hinzugezogen werden. Spezielle Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen ermöglichen zeitweise Betreuung und Erholungsphasen für die Pflegeperson.

Die AFI betont, dass Pausen für pflegende Angehörige essenziell sind, um die eigene Belastung zu reduzieren und die Pflege langfristig leisten zu können. Der gemeinnützige Verein fördert seit 1995 Demenzforschung und seit 2025 auch Pflegeforschung. Er stellt kostenlose Broschüren und Informationen zur Verfügung und hat bislang über 470 Forschungsprojekte mit mehr als 20,7 Millionen Euro unterstützt.