Eine im Journal of Ultrasound Medicine veröffentlichte unabhängige Übersichtsarbeit unterstreicht die zentrale Rolle des ultraschallgeführten Karpaltunnel-Release (UGCTR) bei der Behandlung des Karpaltunnelsyndroms (CTS). Die Autoren – ein multidisziplinäres Team erfahrener Kliniker – heben signifikante Vorteile hinsichtlich Patientenkomfort, Sicherheit und Ressourcennutzung hervor.
Die Arbeit mit dem Titel „Sound Judgment: The Role of Ultrasound Across the Continuum of Care for Carpal Tunnel Syndrome“ fasst die Evidenz zur Ultraschallnutzung in Diagnostik, Injektionstherapie und operativer Behandlung des CTS zusammen. Zu den Autoren zählen Dr. Christopher Jobe (Loma Linda University), Dr. Levon Nazarian (University of Pennsylvania), Dr. Brett Kindle (Andrews Institute for Orthopaedics and Sports Medicine) und Dr. John Fowler (University of Pittsburgh Medical Center).
Wichtige Schlussfolgerungen der Übersichtsarbeit:
- Ultraschall ermöglicht eine klare Darstellung des Nervus medianus und der Karpaltunnelstrukturen sowie die Erkennung anatomischer Varianten, die das Verletzungsrisiko erhöhen können.
- Als erste diagnostische Methode kann Ultraschall in Kombination mit der klinischen Untersuchung eine Alternative zur elektrodiagnostischen Abklärung darstellen – mit vergleichbarer diagnostischer Genauigkeit.
- Eine Netzwerk-Metaanalyse zeigt für UGCTR die höchste Patientenzufriedenheit und die schnellste Rückkehr zur Arbeit im Vergleich zu anderen CTR-Verfahren.
- UGCTR erzielt symptom- und funktionsbezogene Verbesserungen, die denen der offenen (OCTR) und endoskopischen Karpaltunnel-Release (ECTR) entsprechen oder überlegen sind.
- Schwere Komplikationen sind „äußerst selten“, was auf die kontinuierliche Echtzeit-Visualisierung und das weite Sichtfeld zurückgeführt wird.
- Das Verfahren eignet sich besonders für die Wide-Awake-Local-Anesthesia-No-Tourniquet-Technik (WALANT) unter lokaler Betäubung – ohne Kosten und Risiken einer Allgemeinanästhesie oder Sedierung.
- Kosten-Nutzen-Analysen belegen geringere Kosten und höhere qualitätsadjustierte Lebensjahre im Vergleich zu OCTR und ECTR.
Die Autoren fordern eine Anpassung klinischer Leitlinien, um ultraschallgeführte Interventionen breiter zugänglich zu machen – insbesondere im ambulanten Setting unter lokaler Anästhesie.
Die Veröffentlichung wurde von Sonex Health und dem Institute of Advanced Ultrasound Guided Procedures bekannt gegeben. Sonex Health ist führend in ultraschallgeführten chirurgischen Lösungen und entwickelt Verfahren wie das balloon-gestützte UGCTR (UltraGuideCTR). Das Unternehmen war nicht an Durchführung, Datenerhebung, -analyse oder Manuskripterstellung beteiligt.
Die Übersichtsarbeit ergänzt eine wachsende Zahl peer-reviewter Studien zu UGCTR mit mehr als 2.300 Patienten und 2.800 behandelten Händen. Diese Daten untermauern UGCTR als sichere, minimal-invasive und kosteneffiziente Option für geeignete CTS-Patienten.
