Kanadische Impfprogramme könnten auf eine geschlechtsneutrale Einmal-Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) umstellen und so Gebärmutterhalskrebs ausrotten, schlägt eine neue Modellierung im CMAJ ( Canadian Medical Association Journal ) vor : https://www.cmaj.ca/lookup/doi/10.1503/cmaj.240787 .
„Unsere Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf die Politik in Kanada und in anderen Ländern mit ähnlich hohem Einkommen, in denen geprüft wird, ob auf eine HPV-Impfung mit einer Dosis umgestellt werden soll“, schreibt Dr. Marc Brisson, ordentlicher Professor an der Universität Laval in Québec und Leiter des Labors für mathematische Modellierung und Gesundheitsökonomie von Infektionskrankheiten am Forschungszentrum des CHU de Québec–Université Laval.
Länder auf der ganzen Welt prüfen, ob sie von einer 2-Dosis-HPV-Impfung auf eine 1-Dosis-Impfung umsteigen sollen, nachdem die strategische Beratungsgruppe der Weltgesundheitsorganisation für Immunisierung im Jahr 2022 auf der Grundlage klinischer Studien eine Empfehlung ausgesprochen hatte. Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs und andere Krankheiten verursachen.
Forscher in Ontario und Quebec modellierten verschiedene Szenarien auf der Grundlage von 1- und 2-Dosen-Ansätzen, um Empfehlungen des kanadischen National Advisory Committee on Immunization und des Comité sur l’immunisation du Québec zu untermauern.
Die Gruppe fand heraus, dass eine geschlechtsneutrale Impfung mit einer Dosis eine ähnliche Anzahl an Gebärmutterhalskrebserkrankungen verhindern könnte wie zwei Dosen, sofern der Impfschutz während der Zeit mit der höchsten sexuellen Aktivität hoch bleibt. „Alle Szenarien mit einer Dosis, selbst die pessimistischsten, wurden als wesentlich effizientere Nutzung der Impfstoffdosen prognostiziert als eine Impfung mit zwei Dosen; diese Szenarien würden laut Prognosen zudem zwischen 2032 und 2040 zur Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs in Kanada führen“, schreiben die Autoren.
Dieser Ansatz ermöglicht einen effizienteren Einsatz der Impfstoffdosen und soll zur Ausrottung des Gebärmutterhalskrebses in Kanada beitragen.
