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Turiner Grabtuch Jesus ist ein Fake

Neu entdeckte mittelalterliche Beweise lassen Zweifel an der Echtheit des Turiner Grabtuchs aufkommen, jenes Leinentuchs, in das nach Ansicht vieler der gekreuzigte Leichnam Jesu eingewickelt war. 

Nach einer Analyse ist dieses kürzlich entdeckte, bisher unbekannte antike Dokument eine der ältesten Dementis des berühmten 14 Fuß langen Tuchs – und der älteste bisher bekannte schriftliche Beweis. 

Die im Peer-Review- Magazin Journal of Medieval History veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die hoch angesehene normannische Theologin Nicole Oresme das Grabtuch abgelehnt hatte. Der spätere Bischof bezeichnete es als „eindeutige“ und „offensichtliche“ Fälschung – das Ergebnis von Täuschungen durch „Geistliche“. 

Das Grabtuch weist einen schwachen Abdruck der Vorder- und Rückseite eines nackten Mannes auf, der mit den traditionellen Berichten über Jesus von Nazareth nach seinem Tod durch Kreuzigung übereinstimmt. Die Echtheit des Grabtuchs wird bis heute angezweifelt – viele Anhänger seiner Echtheit halten jedoch an ihrem Glauben fest.  

Und das, obwohl es immer mehr neue Forschungsergebnisse gibt. So kam beispielsweise ein im Sommer in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlichter Artikel mithilfe einer 3D-Analyse zu dem Schluss, dass das Material nicht um den Körper Jesu, sondern um eine Skulptur gewickelt war. 

Frühere Radiokarbondatierungen des Grabtuchs haben außerdem ergeben, dass das Leinen Ende des 13. oder 14. Jahrhunderts hergestellt wurde. 

Turiner Grabtuch. Credits: Rudolf Berwanger • CC BY-SA 4.0

„Dieses mittlerweile umstrittene Relikt ist seit Jahrhunderten Gegenstand einer Polemik zwischen Anhängern und Gegnern seines Kults“, erklärt Dr. Nicolas Sarzeaud, der Hauptautor dieser neuen Studie, die heute veröffentlicht wurde.  

Dr. Sarzeaud ist Geschichtsforscher an der Katholischen Universität Löwen in Belgien und Mitglied der Villa Médicis, der französischen Akademie in Rom. Sein Schwerpunkt liegt auf der Geschichte von Reliquien und Bildern – und insbesondere auf der Frage nach Spuren im Westen im Spätmittelalter. 

DOI

10.1080/03044181.2025.2546884