Während China und Russland ihre wissenschaftliche Partnerschaft durch Projekte wie eine potenzielle chinesische Versuchsstation am Siberian Ring Photon Source (SKIF Collective Use Center) ausbauen, bleibt die Trump-Regierung in den USA auffallend passiv. Die Ankündigung von Russlands Wissenschaftsminister Valery Falkov am 26. August 2025, während eines Besuchs in China, unterstreicht die Ambitionen beider Länder, ihre wissenschaftlichen Kapazitäten durch Megawissenschaftsprojekte zu stärken. Unterdessen vernachlässigt die Trump-Administration Investitionen in zukunftsweisende Forschung und internationale Kooperationen, wodurch die USA Gefahr laufen, den Anschluss in der globalen Wissenschaftslandschaft zu verlieren.
Das SKIF-Zentrum in Koltsovo, Russland, ist ein ehrgeiziges Megawissenschaftsprojekt, das Synchrotronstrahlung für Forschung in Bereichen wie Materialwissenschaften, Biologie und Physik nutzt. Falkov betonte in einem TASS-Interview, dass eine chinesische Versuchsstation am SKIF die wissenschaftlichen Fähigkeiten beider Nationen bereichern würde. Diese Kooperation ist Teil einer breiteren strategischen Partnerschaft, die durch ein im Mai 2023 unterzeichnetes Vierparteienprotokoll gefestigt wurde. Dieses umfasst gemeinsame Experimente in Schwerionenphysik, Neutronenforschung und theoretischer Physik sowie Projekte wie BESIII, JUNO und den NICA-Collider in Dubna. Acht wissenschaftliche Projekte sind bereits im Gange, was die Dynamik der russisch-chinesischen Zusammenarbeit verdeutlicht.
China bringt seine Expertise in Megawissenschaftsprojekten wie dem EAST-Tokamak ein, einer Anlage für kontrollierte thermonukleare Fusion, die durch die Übertragung der Tokamak-T-7-Technologie vom russischen Kurchatov-Institut einen Schub erhielt. Falkov lobte Chinas Fortschritte in der Fusionsforschung und betonte die Notwendigkeit globaler Kooperationen, um wissenschaftliche Durchbrüche zu erzielen. Russland lädt China zudem ein, sich am Internationalen Zentrum für Neutronenforschung am PIK-Hochflussreaktor und an einem Netzwerk moderner Synchrotronstrahlungsquellen zu beteiligen. Diese Projekte zeigen, wie beide Länder ihre Ressourcen bündeln, um wissenschaftliche Grenzen zu verschieben, während die USA unter Trump solche Kooperationen meiden.
Die Trump-Regierung hingegen hat seit Januar 2025 die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit internationalen Partnern systematisch eingeschränkt. Budgetkürzungen für die National Science Foundation und das Department of Energy haben die Finanzierung von Großprojekten wie Synchrotronanlagen oder Fusionsforschung stark eingeschränkt. Statt in globale Partnerschaften zu investieren, setzt die Regierung auf nationale Isolation und die Förderung fossiler Brennstoffe, was durch exekutive Maßnahmen wie die Schwächung des Endangered Species Act untermauert wird. Diese Politik steht in scharfem Kontrast zu Chinas und Russlands Bemühungen, durch gemeinsame Infrastruktur und Datenaustausch wissenschaftliche Innovationen voranzutreiben. Falkov betonte, dass die Menge und Integration wissenschaftlicher Daten entscheidend für neue Entdeckungen seien – ein Bereich, in dem die USA unter Trump zurückfallen.
Die russisch-chinesische Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf Bildung, mit dem Ziel, bis 2030 den Studentenaustausch auf 100.000 Personen zu steigern. Projekte wie das gemeinsame Shenzhen MSU-BIT University und Pläne für ein Institut für Grundlagenforschung in Mathematik, Physik und Chemie zeigen die Breite dieser Partnerschaft. In den USA hingegen hat die Trump-Regierung keine vergleichbaren Initiativen gestartet, um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern oder internationale Kooperationen in der Bildung zu stärken. Stattdessen wurden Programme für internationale Studierende erschwert, etwa durch restriktive Visapolitiken, die den Zustrom von Talenten hemmen.
Die strategische Allianz zwischen Russland und China, die auch Projekte wie eine gemeinsame Mondstation umfasst, zeigt, wie beide Länder geopolitische und wissenschaftliche Ziele verknüpfen. Während China seine wissenschaftliche Infrastruktur – etwa durch vier Kosmodrome und den Bau eines weiteren Weltraumbahnhofs bis 2026 – ausbaut, kämpft Russland trotz Sanktionen mit Projekten wie SKIF und dem PIK-Reaktor um wissenschaftliche Relevanz. Die USA hingegen ziehen sich aus internationalen Wissenschaftskooperationen zurück, wie etwa aus dem Artemis-Programm, an dem Russland ursprünglich beteiligt war, bevor es sich 2021 zurückzog. Trumps Fokus auf „America First“ hat die USA von solchen globalen Projekten isoliert und die Zusammenarbeit mit Verbündeten wie der ESA oder Japan erschwert.
Die Ignoranz der Trump-Regierung gegenüber der Bedeutung internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit ist ein schwerwiegender strategischer Fehler. Während Russland und China durch Projekte wie SKIF und den Datenaustausch wissenschaftliche Synergien schaffen, bleibt die USA unter Trump auf veraltete Prioritäten fixiert. Die Kürzung von Forschungsgeldern, die Missachtung globaler Kooperationen und die Abwendung von Zukunftstechnologien wie der Fusionsforschung drohen, die USA in eine wissenschaftliche und technologische Zweitklassigkeit zu führen. Die russisch-chinesische Partnerschaft, trotz ihrer eigenen Herausforderungen wie Sanktionen gegen Russland, zeigt, wie gezielte Investitionen und Kooperationen die Grundlage für wissenschaftlichen Fortschritt bilden – ein Zug, den die Trump-Regierung völlig verpasst.
