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Tödliches Gerinnsel: Thromboserisiken kennen und vermeiden

Eine Thrombose kann jeden treffen – durch langes Sitzen, nach Operationen oder auf Reisen. Das Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen wird oft unterschätzt, kann aber zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen. Solveig Haw, Ärztin und Gesundheitsexpertin der DKV Deutsche Krankenversicherung AG, erklärt Symptome, Risikofaktoren und einfache Präventionsmaßnahmen.

Bei einer Thrombose bildet sich ein Thrombus meist in den tiefen Beinvenen und behindert den Blutfluss. Löst sich das Gerinnsel, kann es als Embolus in die Lunge gelangen und dort Gefäße verstopfen. Die Folge ist eine Lungenembolie, die von milden bis zu akut lebensbedrohlichen Verläufen reichen kann.

Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, höheres Alter, Übergewicht, Rauchen, erbliche Gerinnungsstörungen, Hormontherapien wie die Antibabypille sowie eine vorangegangene Thrombose. Nach der Virchow-Trias begünstigen vor allem drei Faktoren die Entstehung: Veränderungen der Gefäßwand, verlangsamter Blutfluss und erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes.

Typische Warnsignale einer Beinvenenthrombose sind einseitige Schwellung, Spannungsgefühl in der Wade, rot-violette oder bläuliche Hautverfärbung, Wärme im betroffenen Bein, Druckempfindlichkeit und Schmerzen beim Gehen. Bei Verdacht sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden – je früher die Diagnose, desto besser die Behandlungschancen.

Bei plötzlicher Atemnot, stechenden Brustschmerzen (die sich beim Atmen verstärken) oder Kreislaufproblemen ist sofort der Notarzt zu rufen. Diese Symptome deuten auf eine Lungenembolie hin, bei der jede Minute entscheidend ist.

Der wirksamste Schutz ist regelmäßige Bewegung. Schon kleine Übungen wie Fußwippen, Zehenkreisen oder Anspannen der Wadenmuskulatur am Schreibtisch fördern den venösen Rückstrom. Langes Sitzen sollte regelmäßig unterbrochen werden. Ausreichend Trinken – mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich – hält das Blut flüssiger. Bei erhöhtem Risiko, etwa nach Operationen oder auf Langstreckenflügen, können medizinische Kompressionsstrümpfe die Venen unterstützen und Stauungen vorbeugen.

„Kompressionsstrümpfe sind ein kluger Gefäßschutz und kein Zeichen von Schwäche“, betont Solveig Haw. Wer Risikofaktoren hat oder bereits eine Thrombose erlebt hat, sollte die Präventionsmöglichkeiten mit dem Arzt besprechen.