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Herz unter Druck: Wie Weihnachten kardiologische Blutwerte verändert

Die Weihnachtszeit gilt als Zeit der Ruhe und Besinnung – doch für das Herz-Kreislauf-System ist sie oft das Gegenteil. Jedes Jahr steigen in der Woche um den 24. bis 26. Dezember weltweit die Zahlen für Herzinfarkte, plötzliche Herztode und Notaufnahmen wegen Herzrhythmusstörungen dramatisch an. Dieser sogenannte „Christmas Coronary Peak“ ist inzwischen in über 20 Ländern und allen Klimazonen nachgewiesen. Parallel dazu verschieben sich wichtige kardiologische Blutparameter messbar: Entzündungsmarker, Gerinnungswerte, Lipide und Blutzucker reagieren auf Stress, Alkohol, üppiges Essen und veränderte Tagesrhythmen. Der folgende Bericht fasst die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen Veränderungen zusammen, erklärt die physiologischen Zusammenhänge und zeigt, welche Werte besonders betroffen sind und warum. Der dokumentierte Anstieg kardialer Ereignisse Seit der ersten Beschreibung durch schwedische Kardiologen im Jahr 2004 ist der Weihnachts-Peak ein robustes Phänomen. Eine Analyse von fast 300.000 Herzinfarkten in Schweden zeigte einen Anstieg um 37… 

Milchsäure als Schlüssel zur Stärkung der Krebsimmuntherapie

Eine bahnbrechende Studie, veröffentlicht am 9. Juni 2025 in der Zeitschrift Frontiers of Medicine, zeigt, dass Milchsäure (Laktat) weit mehr als ein Nebenprodukt des Stoffwechsels ist: Sie spielt eine zentrale Rolle in der Tumor-Immun-Kommunikation und beeinflusst die Wirksamkeit von Krebstherapien. Forscher zeichnen die historische Entwicklung von Laktat – von seiner Entdeckung 1780 bis zur Erkenntnis 2019, dass es Histone modifiziert – nach und beleuchten seine vielfältigen Funktionen im Tumormikromilieu (TME). Laktat, das durch hohen glykolytischen Fluss in Tumoren entsteht, wird zusammen mit Protonen über den Monocarboxylattransporter 4 (MCT4) ausgeschieden, wodurch das extrazelluläre Milieu angesäuert wird. Dieser saure pH-Wert baut die extrazelluläre Matrix ab, behindert die Aufnahme von Medikamenten und neutralisiert Chemotherapeutika. Gleichzeitig nutzen Krebszellen Laktat als Energiequelle, fördern DNA-Reparaturmechanismen und verstärken durch Signalwege wie GPR81 die Expression von PD-L1, was die Immunabwehr schwächt. Die Studie zeigt, dass Laktat verschiedene Immunzellen… 

Neue Erkenntnisse zu Lungeninfektionen bei Mukoviszidose

Eine aktuelle Studie der University of Washington und der University of Iowa, veröffentlicht am 5. August 2025 in der Zeitschrift Cell Host & Microbe, beleuchtet, warum Infektionen bei Mukoviszidose-Patienten trotz neuer Medikamente bestehen bleiben. Forscher untersuchten Proben aus verschiedenen Lungenbereichen von Patienten vor und nach der Behandlung mit sogenannten CFTR-Modulatoren, die die genetische Ursache der Krankheit angehen und die Lebensqualität vieler Betroffener deutlich verbessern. Mukoviszidose führt zu zähem Schleim, der Bakterien in der Lunge einschließt und langfristig Schäden verursacht. Obwohl Modulatoren die Krankheitsursache effektiv behandeln, bleiben Infektionen bei den meisten Patienten bestehen. Um die Gründe zu erforschen, entnahmen die Wissenschaftler mithilfe von Bronchoskopen Proben aus unterschiedlich stark geschädigten Lungenregionen. Ein Jahr nach Behandlungsbeginn wurden dieselben Bereiche erneut untersucht, um Veränderungen in Infektion und Entzündung zu analysieren. Die Ergebnisse widerlegten die gängige Annahme, dass stark geschädigte Lungenbereiche die Hauptursache für persistierende… 

Pankreaskarzinom: Neue Therapien, neue Hoffnung

Neue Therapieansätze eröffnen vielversprechende Perspektiven in der Behandlung des Pankreaskarzinoms, einer der aggressivsten Krebsarten mit bisher limitierten Behandlungsoptionen[7]. Die NEONAX-Studie, durchgeführt an 22 deutschen Pankreaskarzinom-Zentren, zeigt, dass eine präoperative Chemotherapie besser verträglich ist als eine postoperative Behandlung, mit einer Erfolgsquote von 90% gegenüber 42% bei der nachoperativen Therapie[4]. Innovative Behandlungsstrategien Kombinationstherapie Eine Kombination aus Operation und moderner Chemotherapie ermöglicht eine Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von bis zu 40%[3]. Die perioperative Systemtherapie hat sich als wichtiger nicht-chirurgischer Faktor zur Verbesserung des Überlebens erwiesen[4]. Molekulare Therapieansätze Ein bedeutender Durchbruch wurde mit KRAS-Inhibitoren erzielt, die bei Patienten mit spezifischer KRAS-G12C-Mutation das Tumorwachstum hemmen können[1]. Zusätzlich werden neue Immuntherapie-Konzepte entwickelt, die in Kombination mit KRAS-G12D-Inhibitoren vielversprechende Ergebnisse zeigen[1]. Personalisierte RNA-Impfstoffe BioNTech entwickelt derzeit in einer Phase-2-Studie mit 260 Patienten einen individualisierten mRNA-basierten Therapieansatz, der in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren und Standardchemotherapie eingesetzt wird[5]. Erste Daten weisen auf ein…