Forscher des Rutgers Cancer Institute und des RWJBarnabas Health haben auf dem Jahreskongress der Society for Immunotherapy of Cancer (SITC) in National Harbor vielversprechende Zwischenergebnisse zweier Studien zu T-Zell-Therapien bei HPV-assoziierten Krebsarten vorgestellt. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass gentechnisch veränderte Immunzellen langfristige Remissionen und in Einzelfällen vollständiges Verschwinden fortgeschrittener Tumore bewirken können.
In einer Phase-II-Studie erhielten zehn Patienten mit metastasierten, als unheilbar geltenden HPV-bedingten Krebserkrankungen – darunter Kopf-Hals-, Gebärmutterhals-, Anal- und Speiseröhrenkarzinome – eine einmalige Infusion von bis zu 50 Milliarden T-Zellen, die gezielt das virale Onkoprotein E7 angreifen. Vor- und Nachbehandlung erfolgten mit einem Konditionierungsregime sowie mehrmaliger Gabe von Aldesleukin. Sechs Probanden zeigten deutliche Tumorverkleinerungen, bei zweien verschwanden die Metastasen vollständig; die Remissionen halten bei ihnen nach elf beziehungsweise zwölf Monaten weiter an. Beide Patienten hatten zuvor Immun- und Standardtherapien durchlaufen.
Die Therapie wurde in enger Kooperation mit dem National Cancer Institute entwickelt und am Rutgers Cancer Institute durchgeführt. Die Zellprodukte entstanden in einer hauseigenen GMP-Fertigungsanlage des Duncan and Nancy MacMillan Cancer Immunology and Metabolism Center of Excellence.
Eine zweite, bereits 2012 begonnene Studie (NCT01585428) lieferte ein außergewöhnliches Langzeitergebnis: Zwei Frauen mit metastasiertem Gebärmutterhalskrebs befinden sich zehn Jahre nach einer einzigen Infusion tumorinfiltrierender Lymphozyten (TIL) weiterhin in vollständiger Remission. Bildgebende Verfahren und Analysen zirkulierender Tumor-DNA ergaben keinen Krankheitsnachweis. Die Immunzellen expandierten kurzfristig und korrelierten mit dem Tumorabbau; die Antwort hielt auch nach Abklingen der T-Zell-Aktivität an.
Beide Ansätze unterstreichen das Potenzial einzeitiger Zelltherapien bei epithelialen Tumoren, die bislang als schwer zugänglich für Immuntherapien galten. Die Ergebnisse stützen die Weiterentwicklung entsprechender Verfahren und könnten künftig Patienten mit begrenzten Behandlungsoptionen neue Perspektiven eröffnen.
