SuperAgers bilden mehr neue Nervenzellen

Bei geistig besonders leistungsfähigen Hochbetagten lassen sich im Hippocampus einzigartige molekulare Signaturen nachweisen, die mit der Neubildung von Nervenzellen zusammenhängen. Das zeigt eine Studie, die mehr als 350.000 einzelne Hirnzellen von Verstorbenen untersucht hat. Die sogenannten SuperAgers – Menschen ab 80 Jahren mit Gedächtnisleistungen wie 50- bis 60-Jährige – weisen dabei deutlich mehr neu gebildete Neuronen auf als andere kognitiv gesunde Ältere oder Alzheimer-Patienten.

Ein von den National Institutes of Health (NIH) gefördertes Team der University of Illinois in Chicago um die Forscher Orly Lazarov und Jalees Rehman verglich die molekularen Profile junger Erwachsener mit denen älterer Menschen unterschiedlicher kognitiver Leistungsfähigkeit. SuperAgers zeigten nicht nur eine eigene charakteristische Signatur der Neurogenese, sondern auch besser erhaltene zelluläre Prozesse wie die neuronale Kommunikation und das Überleben der Zellen. Bei Alzheimer-Patienten fanden die Wissenschaftler dagegen Hinweise auf Störungen bei der Bildung neuer Nervenzellen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit zur Neubildung von Neuronen im Hippocampus – einer für Lernen und Gedächtnis zentralen Hirnregion – auch beim Menschen bis ins hohe Alter erhalten bleiben und die kognitive Gesundheit maßgeblich beeinflussen kann. Bisher galt dies vor allem aus Tierversuchen als möglich.

Die Forschenden hoffen, dass das bessere Verständnis dieser Mechanismen künftig zu gezielten Interventionen führen kann, die gesundes Altern fördern und Alzheimer sowie andere Demenzen verzögern oder verhindern. Die Studie wurde am 25. Februar 2026 in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

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