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Studie zeigt höhere Herztodesfälle bei kombinierten Tag-Nacht-Hitzewellen

Laut einer neuen Studie im JACC, dem Flaggschiff-Journal des American College of Cardiology, nehmen Herztodesfälle während kombinierter Hitzewellen – Hitzewellen, bei denen die Temperaturen sowohl tagsüber als auch nachts erhöht sind – deutlich zu. Die Studie fand auch heraus, dass einige Arten von Herzerkrankungen empfindlicher auf Hitzewellen reagieren als andere und dass verschiedene Arten von Hitzewellen die Herzgesundheit auf unterschiedliche, nichtlineare Weise beeinträchtigen können.

Die Forschungsarbeit unterstreicht die besonderen Risiken kombinierter Hitzewellen und mögliche nichtlineare Zusammenhänge zwischen verschiedenen Hitzewellenarten und der Herzmortalität. Sie stellt fest, dass frühere Studien, die traditionelle binäre Definitionen verwendeten – ohne unterschiedliche Arten von Hitzewellen und ihre kumulative Hitzebelastung zu berücksichtigen – dieses Risiko um bis zu 54 % unterschätzt haben könnten. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, klinische Leitlinien für Herz-Kreislauf-Patienten zu verbessern und auch dazu genutzt werden, die Anpassung des öffentlichen Gesundheitswesens an den Klimawandel zu verbessern, so die Forscher.

Frühere Studien haben unter Verwendung herkömmlicher binärer Definitionen einen Zusammenhang zwischen kurzfristiger Hitzewellenexposition und einer erhöhten Sterblichkeit durch Herzerkrankungen festgestellt. Allerdings waren die Form der Risikokurve und die Rolle verschiedener Hitzewellenmuster noch nicht gut verstanden.

Für die neue Studie analysierten Forscher Daten zu fast 2,4 Millionen Todesfällen durch Herzerkrankungen in Festlandchina über einen Zeitraum von sechs Jahren. Sie verglichen die Todesfälle bei zusammengesetzten Hitzewellen, die nur tagsüber, nur nachts sowie Tag-Nacht-Hitzewellen auftraten, und führten eine neue Metrik zur Messung der Auswirkungen von Hitzewellen ein: ‚Excess Cumulative Temperatures in Heatwaves‘ (ECT-HW).

„Anders als herkömmliche binäre Indikatoren erfasst ECT-HW das gesamte Spektrum der Hitzewellenmerkmale, einschließlich Intensität, Dauer und Zeitpunkt innerhalb der Saison“, erklärte Chen. Dies ermöglicht eine präzisere Risikobewertung, insbesondere bei hochintensiven, lang anhaltenden und kombinierten Hitzewellen.

Forscher fanden heraus, dass das Sterberisiko bei kombinierten Hitzewellen mit der Belastung stetig anstieg, ohne dass es einen klaren Schwellenwert gab. Hitzewellen, die ausschließlich tagsüber und nachts auftraten, zeigten nichtlineare Muster: Die Auswirkungen traten erst jenseits bestimmter Schwellenwerte auf und stagnierten bei mittlerer Intensität.

Sie stellten außerdem fest, dass das Risiko bei verschiedenen Herzkrankheitstypen nicht gleich hoch war. Plötzlicher Herzstillstand, akuter Herzinfarkt und Herzversagen waren besonders anfällig für kombinierte Hitzewellen, während pulmonale Herzerkrankungen nur bei hoher Belastung ein erhöhtes Risiko zeigten.

Herkömmliche Studien zu Todesfällen durch Hitzewellen, die nur das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer Hitzewelle untersuchen, unterschätzen die Sterberisiken erheblich, so Chen.

Die Ergebnisse haben mehrere klinische und gesundheitspolitische Implikationen, so Chen.

Da sich verschiedene Arten von Hitzewellen unterschiedlich auf Herzerkrankungen auswirken, sollten Präventionsmaßnahmen Art und Intensität der Hitzewelle berücksichtigen. Aufgrund ihrer größeren Auswirkungen sollten kombinierte Hitzewellen zudem explizit in Risikobewertungen und Frühwarnsystemen für Herz-Kreislauf-Patienten berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Bedeutung von Strategien zur Eindämmung der Hitze in Städten, wie z. B. Kühlräumen und einer verbesserten Wohninfrastruktur, um gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.