Ein neuer Bericht der Hoover Institution an der Stanford University ruft zu dringenden Maßnahmen auf, um die zunehmenden Biosicherheitsrisiken zu bekämpfen. Der Meilenstein-Bericht „Biosecurity Really: A Strategy for Victory“ warnt, dass fortschreitende Technologien und Trends biologische Bedrohungen häufiger, zahlreicher und folgenschwerer machen. Die Autoren schlagen vor, Biotechnologie selbst einzusetzen, um die Biologie zu sichern – ähnlich wie Software zur Absicherung von Software genutzt wird.
„Fortschritt und Sicherung der Biotechnologie-Innovation sind essenziell, um die Biologie zu sichern“, erklärte Drew Endy, PhD, leitender Autor und Senior Fellow an der Hoover Institution. Sein Kollege Mike Kuiken, Distinguished Visiting Fellow, ergänzte: „Biosicherheit erfordert US-Führung in der aufstrebenden Biotechnologie. Führung bedeutet Innovation. Wir müssen das Feld vorantreiben, um es zu sichern.“
Der Bericht, veröffentlicht von der Bio-Strategies and Leadership Initiative (BSL) der Hoover Institution, hebt Trends hervor, die das Biosicherheitsumfeld verändern. „Ja, wir müssen Zeit gewinnen, indem wir bestehende Risiken managen“, betonte Endy, „aber wir müssen auch verstehen, wie sich die Bedrohungslandschaft grundlegend ändert. Ein stabiles, sicheres und prosperierendes Zukunftsbild ist möglich, aber wir müssen handeln. Alle Hände sind gefragt.“
Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören:
- Einrichtung eines nachhaltigen Programms für biologische Intelligenz (BIOINT).
- Bewältigung gegenseitigen Misstrauens durch private Bio-Audits.
- Strengere, multilaterale Regulierung der Forschung mit pandemiepotenziellen Pathogenen.
- Deeskalation und Abrüstung staatlicher Biowaffenprogramme.
- Gründung eines nationalen Biosicherheitsinstituts.
- Schaffung neuer öffentlicher Führungsrollen und Koordinationsstellen.
- Führung bei kritischen Biotechnologien wie DNA-Synthese und generativer Biologie.
- Stärkung von Innenraumluftqualitätsstandards.
- Förderung von Bio-Literacy und Belohnung von Biosicherheitsführung.
Der Bericht bricht neue Wege, indem er Biosicherheit um zentrale Prinzipien neu rahmt: Die Einpreisung allgegenwärtiger KI und Biotechnologie, „Misstrauen, aber Verifizieren“ durch Bio-Audits, die Nutzung der Biologie zur Sicherung der Biologie, Entwicklung von BIOINT, Änderung der Governance-Regime für Pathogenforschung und Verhinderung von „Stupidly Assured Destruction“ (SAD) – einer riskanten Eskalation durch gegenseitige Ängste.
„Wir können eine Welt schaffen, in der wir vor vermeidbaren biologischen Schäden sicher sind. Wir können eine Welt schaffen, in der COVID-19 die letzte Pandemie der Menschheit ist“, schließen die Autoren.
„Biosecurity Really“ ist die erste große Publikation der BSL, die sicherstellt, dass die USA und ihre Alliierten Biologie als strategischen Bereich verstehen und Führungskräfte frühzeitig handeln lassen.
Der Hoover Institution’s Technology Policy Accelerator bietet Infos zu anderen kritischen Technologien (tpa.stanford.edu).
Hintergrund: Die Hoover Institution, gegründet 1919, ist ein führendes Think Tank an der Stanford University und forscht zu Politik, Wirtschaft und Sicherheit. Der Bericht basiert auf Jahrzehnten Expertise und Input von Dutzenden Experten.
Quelle: Stanford Report, Hoover Institution
