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Speicheltest erkennt Paracetamol-Überdosis

Ein von der Universität Liverpool geleitetes Forschungsteam hat eine innovative neue Technik entwickelt, mit der der Paracetamolspiegel schnell im Speichel bestimmt werden kann.

Die Forschung wurde vom Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) unterstützt und in der Zeitschrift BMC Medicine veröffentlicht.

Das Team demonstriert die klinische Validität einer neuen Technik auf Basis der Massenspektrometrie, mit der ein winziger Speicheltropfen auf einem Blatt Papier auf seinen Paracetamolspiegel getestet werden kann.

Die als Paper-Arrow-Massenspektrometrie (PA-MS) bezeichnete und zum Patent angemeldete Technik bietet nachweislich eine verbesserte Analyseleistung und erfordert im Vergleich zu aktuellen klinischen Tests weniger Zeit, Ressourcen und klinischen Aufwand.

Paracetamol ist das weltweit am häufigsten konsumierte Medikament und seine Verfügbarkeit trägt zu häufigem Missbrauch und Überdosierung bei.

Jedes Jahr werden in Großbritannien etwa 100.000 Fälle von Paracetamol-Überdosierungen gemeldet, die zu 50.000 Krankenhauseinweisungen aufgrund von Lebertoxizität führen.

Wenn eine Paracetamol-Überdosis nicht schnell behandelt wird, kann sie schwerwiegende Folgen haben, darunter Leberversagen, eine Transplantation oder sogar den Tod.

N-Acetylcystein ist ein Medikament, das zur Behandlung einer Paracetamol-Überdosis verwendet wird und bei der Vorbeugung akuter Leberschäden wirksam ist.

Allerdings ist die Verabreichung zeitkritisch und am wirksamsten, wenn sie innerhalb von acht Stunden erfolgt.

Das Forschungsteam testete die Technik mit Speichel- und Plasmaproben von Freiwilligen, die Paracetamol eingenommen hatten. Dabei erwies sich Speichel als die bevorzugte Probenmethode.

Die Studie wird in Zusammenarbeit mit dem Alder Hey Children’s Hospital, dem Royal Liverpool University Hospital und der Liverpool School of Tropical Medicine durchgeführt.