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Schneller Diagnosetest gegen resistente Klebsiella pneumoniae ausgezeichnet

Ein Forschungsteam der Koç-Universität in Istanbul hat einen neuen multiplexen PCR-Test entwickelt, der simultan Antibiotikaresistenz und Hypervirulenz bei Klebsiella pneumoniae nachweist. Diese gefährliche Bakterienkombination verursacht schwere Infektionen und ist eine globale Bedrohung durch Antibiotikaresistenz. Das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Füsun Can erhielt den Nature Awards MDx Impact Grant 2025, der mit bis zu 600.000 US-Dollar dotiert ist und in Kooperation mit dem Unternehmen Seegene vergeben wird.

Klebsiella pneumoniae lebt harmlos im Darm und auf der Haut vieler Menschen, kann aber bei geschwächten Patienten in Krankenhäusern zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Lungenentzündung, Blutstrominfektionen oder Sepsis führen. Besonders problematisch sind Stämme, die Multiresistenz gegen Antibiotika mit hoher Virulenz verbinden. Solche hypervirulenten und carbapenemresistenten Varianten machen Therapien schwierig und erhöhen die Sterblichkeit. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Klebsiella pneumoniae als kritischen Prioritätserreger ein.

Bisherige Diagnosemethoden erfordern separate Tests für Resistenz und Virulenz, oft basierend auf zeitaufwendigen Kulturen, die Tage dauern. Der neue Ansatz nutzt syndromale multiplex-PCR-Technologie, um in einem einzigen Test genetische Marker für beide Eigenschaften zu erfassen. Ergebnisse liegen innerhalb von Stunden vor, was eine schnelle, gezielte Behandlung ermöglicht und die Ausbreitung resistenter Stämme eindämmt. 0 „Mikroskopaufnahme von Klebsiella pneumoniae (Gram-Färbung)“ „LARGE“ 1 „Elektronenmikroskopische Aufnahme von Klebsiella pneumoniae“ „LARGE“ 2 „Rasterelektronenmikroskopie von Klebsiella pneumoniae“ „LARGE“

Das Projekt von Füsun Can, Vizedirektorin des Koç University ??bank Center for Infectious Diseases, zielt auf die Entwicklung eines Assays ab, der carbapenemresistente und hypervirulente Stämme erkennt. Dies dient als Frühwarnsystem, besonders für vulnerable Gruppen wie Neugeborene, Ältere oder Immunschwache. In Ländern mit hoher Resistenzrate wie der Türkei kann der Test Infektionskontrolle verbessern und unnötigen Antibiotikaeinsatz reduzieren. 5 „Illustration: Mechanismen der Antibiotikaresistenz“ „LARGE“ 6 „Infografik: Ausbreitung von Antibiotikaresistenz“ „LARGE“ 7 „Schema: Wie Bakterien Resistenzen entwickeln“ „LARGE“

Der Nature Awards MDx Impact Grant wird von Springer Nature und Seegene vergeben, um molekulare Diagnostik voranzutreiben. Im Zyklus 2024-2025 gingen Preise an zwei Projekte: eines zur Virusdetektion bei Immunschwachen und das von Can zur Klebsiella-Diagnostik. Die Jury hob die Originalität, klinische Relevanz und Umsetzungspotenzial hervor. Seegene stellt Technologie und Ressourcen bereit, um die Assays in die Praxis zu bringen.

Antibiotikaresistenz verursacht weltweit Millionen Tote jährlich und belastet Gesundheitssysteme stark, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. Schnelle Diagnosen wie diese können Therapieentscheidungen optimieren, Mortalität senken und die Resistenzentwicklung bremsen. Das Projekt unterstreicht die Rolle der molekularen Epidemiologie in der Bekämpfung globaler Infektionsbedrohungen. 3 „Logo der Koç-Universität“ „SMALL“ 4 „Koç-Universität in Istanbul“ „SMALL“

Die Koç-Universität gilt als eine der führenden Forschungsstätten in der Türkei, mit Schwerpunkten in Medizin und Infektionskrankheiten. Das Zentrum für Infektionskrankheiten kooperiert international und nutzt moderne Methoden wie PCR für translationale Forschung. Das ausgezeichnete Projekt baut auf Expertise in Mikrobiologie auf und zielt langfristig auf neue Therapien ab, etwa durch Aufklärung von Immun-Evasionsmechanismen der Bakterien.

Diese Entwicklung markiert einen Fortschritt in der Präzisionsdiagnostik gegen resistente Erreger. In Zeiten steigender Resistenzraten bietet sie Hoffnung für bessere Patientenoutcomes und effektivere Infektionskontrolle in Kliniken weltweit. Der Grant fördert die Demokratisierung genauer Tests und unterstützt globale Initiativen gegen Antibiotikaresistenz. Für den nächsten Zyklus 2025-2026 liegen Anträge bis November offen, mit Fokus auf Resistenzen bei Harnwegsinfektionen.