Schlaf-EEG-Analyse: Schnelleres Gehirnaltern erhöht Demenz-Risiko deutlich
Ein maschinell lernendes Verfahren zur Auswertung von Hirnwellen im Schlaf könnte künftig helfen, Menschen mit erhöhtem Demenz-Risiko früh zu erkennen. Forscher der University of California San Francisco und des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston haben aus EEG-Signalen ein „Gehirnalter“ berechnet. Lag dieses über dem tatsächlichen Alter, stieg das Demenz-Risiko deutlich an – pro zehn Jahre Differenz um fast 40 Prozent. War das Gehirnalter dagegen niedriger, sank das Risiko.
Die Studie wertete Daten von rund 7.000 Teilnehmern im Alter von 40 bis 94 Jahren aus, die über 3,5 bis 17 Jahre beobachtet wurden. In dieser Zeit entwickelten etwa 1.000 Personen eine Demenz. Besonders aussagekräftig waren feine Muster wie Delta-Wellen, Schlafspindeln und plötzliche Spitzen (Kurtosis) in den Hirnströmen. Herkömmliche Schlafparameter wie Schlaftiefe oder Effizienz lieferten dagegen keine vergleichbar zuverlässigen Hinweise.
Die nicht-invasive Messung über EEG könnte künftig auch mit Wearables erfolgen und eine Früherkennung außerhalb von Kliniken ermöglichen. Die Forscher sehen zudem Hinweise, dass eine Verbesserung des Schlafs das Gehirnaltern positiv beeinflussen könnte.
Die Studie wurde am 19. März 2026 im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlicht.
Die Informationen stammen aus einer Mitteilung der University of California San Francisco.
