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Riesenviren könnten  grönländisches Eis retten

Jedes Frühjahr, wenn nach Monaten der Dunkelheit die Sonne in der Arktis aufgeht, kehrt das Leben zurück. Die Eisbären tauchen aus ihren Winterquartieren auf, die Küstenseeschwalbe kommt von ihrer langen Reise in den Süden zurück und die Moschusochsen waten nach Norden.

Doch die Tiere sind nicht die einzigen Lebewesen, die durch die Frühlingssonne zu neuem Leben erweckt werden. Auch auf dem Eis ruhende Algen beginnen im Frühling zu blühen und schwärzen große Eisflächen.

Wenn das Eis schwarz wird, verringert sich seine Fähigkeit, das Sonnenlicht zu reflektieren, und dies beschleunigt das Schmelzen des Eises. Ein verstärktes Schmelzen verschärft die globale Erwärmung.

Doch Forscher haben möglicherweise einen Weg gefunden, das Wachstum der Schneealgen unter Kontrolle zu bringen – und so auf lange Sicht vielleicht das Schmelzen des Eises zu verhindern. Postdoktorandin Laura Perini vom Institut für Umweltwissenschaften der Universität Aarhus und ihre Kollegen haben auf dem Eis neben den Algen auch Riesenviren entdeckt.

Sie vermutet, dass sich die Viren von den Schneealgen ernähren und als natürlicher Kontrollmechanismus auf die Algenblüten wirken könnten.

„Wir wissen nicht viel über die Viren, aber ich denke, sie könnten nützlich sein, um das durch Algenblüten verursachte Schmelzen des Eises zu verlangsamen.Wie spezifisch sie sind und wie effizient sie wären, wissen wir noch nicht. Aber durch weitere Untersuchungen hoffen wir, einige dieser Fragen beantworten zu können“, sagt sie.


https://microbiomejournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s40168-024-01796-y