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Rezeptfreie Medikamente verschwinden von Amazon Deutschland

Ab Ende April 2025 werden rezeptfreie Medikamente voraussichtlich nicht mehr über Amazon in Deutschland erhältlich sein. Versandapotheken stoppen den Vertrieb apothekenpflichtiger Produkte auf der Plattform, da ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 27. März 2025 den Verkauf einschränkt. Dieses verlangt eine ausdrückliche Einwilligung der Kunden zur Verarbeitung ihrer gesundheitsbezogenen Daten gemäß DSGVO, was Amazon derzeit nicht gewährleisten kann.

Das BGH-Urteil stuft Bestelldaten wie Namen, Adressen oder Medikamenteninformationen als sensible Gesundheitsdaten ein. Ohne Einwilligung drohen Versandapotheken hohe Ordnungsgelder. Die Verantwortung liegt bei den Apotheken, nicht bei Amazon, das keine DSGVO-konforme Einwilligungsstruktur bietet. Rund 40 Versandapotheken haben bereits Abmahnungen erhalten und Unterlassungserklärungen abgegeben. Die Frist für weitere Anbieter endet am 28. April 2025.

Vertreter der Branche, wie die Sanicare Gruppe, warnen vor einer Marktverengung. Kunden könnten auf ausländische Plattformen, etwa aus den Niederlanden, ausweichen, was Risiken birgt und die Wertschöpfung in Deutschland mindert. Stationäre Apotheken dürften kaum profitieren. Es wird ein Dialog zwischen Apotheken, Plattformen, Politik und Herstellern gefordert, um schnell eine technische Lösung für einen DSGVO-konformen Bestellprozess zu entwickeln. Ohne solche Maßnahmen drohen wirtschaftliche Einbußen und ein Präzedenzfall, der andere sensible Produktgruppen im E-Commerce gefährden könnte.