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RELAX-Studie: Neue Kombinationstherapie verbessert Remissionsrate bei rezidivierter AML

Eine innovative Kombinationstherapie aus hochdosierter Chemotherapie und dem BCL2-Hemmer Venetoclax erzielt bei Patientinnen und Patienten mit rezidivierter oder refraktärer akuter myeloischer Leukämie (AML) deutlich bessere Ergebnisse als die bisherige Standardbehandlung. Das zeigt die multizentrische Phase-1/2-Studie RELAX unter Leitung der Dresdner Hochschulmedizin. Die Remissionsrate stieg von historisch etwa 40 Prozent auf 75 Prozent.

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine aggressive Blutkrebserkrankung, die ohne rasche Therapie schnell fortschreitet. Bei Rückfall oder Therapieresistenz sinken die Heilungschancen erheblich. Nur wenn eine komplette Remission – also eine Rückdrängung der Erkrankung unter die Nachweisgrenze – erreicht wird, besteht realistische Aussicht auf eine potenziell kurative allogene Stammzelltransplantation.

Die RELAX-Studie untersuchte die Kombination aus Cytarabin und Mitoxantron (HAM-Schema) mit Venetoclax („HAM-Ven“). In der Phase-1-Prüfung wurde die Verträglichkeit bestätigt, in Phase 2 die Wirksamkeit bei Patientinnen und Patienten mit rezidivierter oder refraktärer AML. Von den behandelten Personen erreichten 75 Prozent eine komplette Remission – fast doppelt so viele wie in historischen Vergleichskohorten mit alleiniger intensiver Chemotherapie (ca. 40 Prozent). Der Großteil der Patienten konnte anschließend erfolgreich eine Stammzelltransplantation erhalten.

„Die Ergebnisse sind ermutigend und verbessern die Ausgangsbedingungen für eine lebensrettende Transplantation erheblich“, erklärte Prof. Christoph Röllig, Leiter der Bereiche Hämatologie und Klinische Studien der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Erstautor Dr. Leo Ruhnke ergänzte, dass die Kombination auch bei besonders ungünstigen genetischen Subtypen der AML wirksam sei.

Die Studie wurde als akademische Initiative der Studienallianz Leukämie (SAL) multizentrisch in Deutschland durchgeführt und von AbbVie finanziell sowie mit Studienmedikation unterstützt. Beteiligt waren über 50 Zentren, darunter Universitätskliniken in Münster, Kiel, Essen, Frankfurt, Würzburg und weitere.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet Haematology“ veröffentlicht (DOI: 10.1016/S2352-3026(25)00358-8). Aktuell werden weitere Daten von über 150 Patientinnen und Patienten ausgewertet, die nach Studienende außerhalb des Protokolls mit HAM-Ven behandelt wurden. Die ersten Zwischenergebnisse seien ebenfalls vielversprechend, hieß es.

„Die RELAX-Studie zeigt exemplarisch, wie akademische klinische Forschung in Kooperation mit Industriepartnern die Behandlung von Blutkrebs entscheidend voranbringen kann“, betonte Prof. Martin Bornhäuser, Direktor der Medizinischen Klinik I und Mitglied des Geschäftsführenden Direktoriums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden.

(Quelle: Ruhnke L et al., „Venetoclax plus high-dose cytarabine and mitoxantrone as salvage treatment for relapsed or refractory acute myeloid leukaemia (RELAX): a multicentre, single-arm, phase 1/2 trial“, The Lancet Haematology, Volume 13, Issue 3, e157–e168, 2026, DOI: 10.1016/S2352-3026(25)00358-8; Pressemitteilung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, 5. März 2026)

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