La Jolla/Oxford. Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) hat in der stark abgeschirmten Kernregion der ultraleuchtstarken Infrarot-Galaxie IRAS 07251–0248 eine bisher unerreichte Vielfalt kleiner organischer Moleküle nachgewiesen. Das berichtet die Fachzeitschrift Nature Astronomy in ihrer Ausgabe vom 6. Februar 2026.
Das Team um Ismael García Bernete (ehemals University of Oxford, jetzt Centro de Astrobiología CAB, CSIC-INTA) nutzte Spektren im Bereich 3–28 Mikrometer (NIRSpec und MIRI). Die tief in Staub und Gas verborgene Galaxie wird durch einen supermassiven Schwarzen Loch im Zentrum extrem hell im Infrarot, doch das Licht wird fast vollständig absorbiert – JWST durchdringt diese Hülle.
Ergebnisse:
- Außergewöhnlich hohe Konzentrationen von Benzol (C?H?), Methan (CH?), Acetylen (C?H?), Diacetylen (C?H?), Triacetylen (C?H?).
- Erster Nachweis des Methyl-Radikals (CH?) außerhalb der Milchstraße.
- Große Mengen fester organischer Materialien (kohlenstoffreiche Körner, Wassereis).
Die beobachteten Abundanzen übersteigen aktuelle Modelle deutlich. Die Autoren sehen kosmische Strahlung als Hauptursache: Sie fragmentiert polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs) und kohlenstoffreiche Staubkörner und setzt kleine Moleküle frei. Dies korreliert mit der Ionisationsstärke in vergleichbaren Galaxien.
Solche extrem staubigen Galaxienkerne könnten als „Fabriken“ für organische Moleküle wirken und eine Schlüsselrolle in der chemischen Evolution von Galaxien spielen. Die Moleküle gelten als wichtige Bausteine für präbiotische Chemie, auch wenn sie selbst nicht in lebenden Zellen vorkommen.
Die Studie wurde unter anderem durch das Programm Atracción de Talento Investigador der Comunidad de Madrid und INTA gefördert.
Verifizierte Quelle:
- Fachartikel: Nature Astronomy, DOI 10.1038/s41550-025-02750-0 (6. Februar 2026)
