Laut der DEBRA-Studie der Universität Düsseldorf vom Oktober 2024 rauchen 28,3 Prozent der Menschen in Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) warnt eindringlich vor den unterschätzten Gefahren des Tabak- und Nikotinkonsums für die Herzgesundheit. Die 5.300 chemischen Substanzen in Zigaretten führen zu Ablagerungen in Blutgefäßen, Gefäßverengungen, Bluthochdruck, erhöhter Blutgerinnung und mangelnder Sauerstoffversorgung der Organe. Besonders alarmierend: 80 Prozent der Herzinfarkte bei Menschen unter 45 Jahren sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen, wobei Rauchende ein zwei- bis dreifach höheres Herzinfarktrisiko haben als Nichtrauchende.
Auch Passivrauchen erhöht das Herzinfarktrisiko erheblich. Der Europäische Rat fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, rauch- und aerosolfreie Zonen in der Öffentlichkeit auszubauen, um Nichtraucher zu schützen und den Tabakkonsum zu senken. Betroffene Orte wie Spielplätze, Caféterrassen, Bushaltestellen oder Fußgängerzonen sollen frei von Tabakzigaretten, E-Zigaretten und Tabakerhitzern sein, wie es andere Länder bereits praktizieren. Die DGK drängt die Politik, hier schnell aktiv zu werden.
Zwischen 2016 und 2023 stieg der Konsum von E-Zigaretten in Deutschland um 38 Prozent, besonders bei Jugendlichen. Der hohe Nikotingehalt erhöht Blutdruck und Herzfrequenz, während Schadstoffe wie Propylenglykol und Glycerin über Aerosole die Lungenfunktion und Sauerstoffversorgung des Herzens beeinträchtigen. Zwar sind E-Zigaretten weniger schädlich als Tabakzigaretten, doch keineswegs ungefährlich. US-Studien zeigen, dass E-Zigaretten-Nutzer ein dreifach höheres Risiko haben, später täglich Tabakzigaretten zu rauchen. Die DGK kritisiert, dass Geschmacksrichtungen wie Bubblegum oder Orangenlimonade gezielt Jugendliche ansprechen, und fordert strengere Regulierungen, um die Rauchquote in dieser Altersgruppe zu senken.
Die DGK betont die Notwendigkeit, Tabakkonsum und E-Zigaretten politisch stärker zu kontrollieren, um die Herzgesundheit der Bevölkerung zu schützen und die schwerwiegenden Folgen des Rauchens langfristig zu reduzieren.
