Als Arzt oder Ärztin in Deutschland nutzen Sie den eHBA für wichtige Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (TI), wie das elektronische Rezept oder die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ab dem 1. Januar 2026 werden die Verschlüsselungsalgorithmen in der TI aufgrund gesteigerter Sicherheitsanforderungen umgestellt. Das bedeutet, dass ältere eHBA möglicherweise nicht mehr funktionieren und ausgetauscht werden müssen, um Ausfälle in der Praxis zu vermeiden. Die gematik als Betreiber der TI empfiehlt, bereits ab dem 1. Dezember 2025 über einen neuen, kompatiblen eHBA zu verfügen. Planen Sie Zeit für die Einrichtung und Tests in Ihrer Praxis ein, um reibungslos weiterarbeiten zu können.
Schritt 1: Prüfen Sie, ob Ihr eHBA betroffen ist
- Betroffen sind eHBA der Generation 2.0 von den Anbietern D-Trust und medisign. Diese Karten erfüllen die neuen kryptografischen Standards nicht mehr und dürfen ab 2026 aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden.
- Schauen Sie in Ihre Unterlagen oder kontaktieren Sie Ihren Anbieter, um die Generation Ihres eHBA zu überprüfen. Die Anbieter haben ihre Kunden bereits informiert – prüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang oder das Kundenkonto.
- Neuere Generationen (z. B. 2.1) sind in der Regel kompatibel und benötigen keinen Austausch.
Schritt 2: Beantragen Sie einen Sondertausch
- Starten Sie den Prozess so schnell wie möglich, idealerweise sofort, da die Frist eng ist. Der Tausch ist kostenfrei und vereinfacht: Bei unveränderten persönlichen Daten (z. B. Name oder Kammerzugehörigkeit) reicht ein simpler Kartentausch aus, ohne erneute Identifizierung.
- Loggen Sie sich in das Portal Ihres Anbieters ein (D-Trust oder medisign) und nutzen Sie den Sondertausch-Bereich. Folgeanträge können über die Mitgliederportale der Landesärztekammern vorbefüllt werden, falls verfügbar.
- Bei Datenänderungen seit der letzten Beantragung ist eine Bestätigung durch die Kammer erforderlich. Hier kann es zu Verzögerungen kommen.
Besondere Hinweise zu Anbietern und aktuellen Herausforderungen
- D-Trust: Der Austausch läuft reibungslos. Idemia-eHBA können bis maximal 1. Juli 2026 genutzt werden, aber ein früherer Wechsel wird empfohlen, um Risiken zu minimieren.
- medisign: Es gibt anhaltende technische Herausforderungen durch eine Systemumstellung. Stand Oktober 2025 fehlt teilweise eine voll funktionsfähige Schnittstelle zu den Landesärztekammern, was Anträge mit Datenänderungen verzögert. Unveränderte Anträge werden jedoch schrittweise bearbeitet. Medisign hat die Produktionskapazitäten erweitert und plant, bis Anfang Dezember 2025 alle Tausche abzuschließen, trotz früherer Verzögerungen. Die gematik hat ein Anhörungsverfahren wegen Lieferproblemen eingeleitet. Überlegen Sie, ob Sie warten oder zu einem anderen Anbieter wechseln möchten, um Fristen einzuhalten.
- Aktuell (Stand November 2025) schätzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), dass rund 50.000 eHBA noch ausgetauscht werden müssen. Sie fordert eine Fristverlängerung um sechs Monate, da ein vollständiger Abschluss bis Jahresende unrealistisch sei. Bleiben Sie informiert über Updates von KBV, gematik oder Ihrer Kammer.
Tipps für einen reibungslosen Übergang
- Testen Sie den neuen eHBA nach Erhalt in Ihrer Praxisumgebung, um Kompatibilität mit Konnektoren und Software zu gewährleisten.
- Informieren Sie sich regelmäßig auf den Websites der Bundesärztekammer, KBV oder gematik über Neuigkeiten. Bei Unsicherheiten kontaktieren Sie Ihre Landesärztekammer oder den Anbieter-Support.
- Planen Sie Pufferzeit ein: Verzögerungen durch hohe Nachfrage oder technische Probleme sind möglich, und im letzten Quartal 2025 könnte der Andrang steigen.
- Wenn Sie zu einem anderen Anbieter wechseln, prüfen Sie die Übertragungsmöglichkeiten und Fristen im Voraus.
Durch rechtzeitiges Handeln sichern Sie die kontinuierliche Patientenversorgung und vermeiden Störungen ab 2026. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihre berufliche Vertretung.
