Die externe Qualitätssicherung durch Ringversuche ist für medizinische Laboratorien in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung präziser Diagnosen[1]. Diese verpflichtenden Tests überprüfen die analytische Leistungsfähigkeit der Labore und müssen mindestens quartalsweise für bestimmte Messgrößen durchgeführt werden[1][4].
Gesetzliche Grundlagen
Die Richtlinie der Bundesärztekammer (RiliBÄK) definiert die verbindlichen Anforderungen für Ringversuche in fünf Kernbereichen: quantitative und qualitative labormedizinische Untersuchungen, Erregerdiagnostik, Ejakulatuntersuchungen sowie molekular- und zytogenetische Analysen[4]. Diese Vorgaben werden durch die EU-Verordnung für In-vitro-Diagnostika (IVDR) ergänzt, die zusätzliche Qualitätsanforderungen an Labore und Hersteller stellt[8].
Führende Anbieter
Als Referenzinstitutionen der Bundesärztekammer sind mehrere große Anbieter für die Durchführung der Ringversuche zugelassen:
– INSTAND e.V. bietet über 350 verschiedene Ringversuche an und ist für die Bereiche B1, B2, B3 und B5 autorisiert[4]
– Das Referenzinstitut für Bioanalytik (RfB) betreibt Kalibrierlaboratorien in Hannover und Köln[8]
– DRRR GmbH führt als akkreditierter Anbieter jährlich über 600 Ringversuche durch[11]
Praktische Durchführung
Bei einem Ringversuch erhalten die teilnehmenden Labore standardisierte Proben mit unterschiedlichen Analytkonzentrationen[1]. Die Ergebnisse werden mittels robuster statistischer Modelle ausgewertet und mit denen anderer Labore verglichen[4]. Bei erfolgreicher Teilnahme wird ein Zertifikat ausgestellt, das als Kompetenznachweis gegenüber Kunden und Zertifizierungsstellen dient[2].
Bedeutung für die Patientenversorgung
Fehlerhafte Laborwerte können zu Fehldiagnosen, unnötigen diagnostischen Maßnahmen und falschen Therapien führen[4]. Das Bundesministerium des Innern betont die „besondere Bedeutung der Labordiagnostik für die medizinische Versorgung“, da eine Vielzahl von Diagnosen und Therapieentscheidungen auf Laborergebnissen basiert[9].
Die kontinuierliche Qualitätssicherung durch Ringversuche ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Labormedizin und trägt maßgeblich zur Patientensicherheit bei[4]. Die Digitalisierung der Prozesse, von der Anmeldung bis zur Berichterstellung, optimiert dabei die Durchführung und ermöglicht eine effiziente Qualitätskontrolle[2].
Quellen:
[1] Ringversuch – DocCheck Flexikon https://flexikon.doccheck.com/de/Ringversuch
[2] DRRR Ringversuche – Eignungsprüfungen auf höchstem Niveau https://drrr.de/ringversuche/
[3] [PDF] Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien – RKI https://www.rki.de/DE/Content/Institut/OrgEinheiten/QM/BGBL_3_2022.pdf?__blob=publicationFile
[4] Ringversuche – INSTAND e.V. https://www.instand-ev.de/instand-ringversuche/
[5] Ringversuche – LfU Bayern – Bayerisches Landesamt für Umwelt https://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/untersuchungsstellen/ringversuche/index.htm
[6] Die neuen Laborrichtlinien – BG RCI https://www.bgrci.de/fachwissen-portal/themenspektrum/laboratorien/laborrichtlinien/die-neuen-laborrichtlinien
[7] [PDF] chungen („Ringversuche“) – KVB https://www.kvb.de/fileadmin/kvb/Mitglieder/Abrechnung/Merkblaetter-DS/KVB-Merkblatt-Ringversuchspflicht.pdf
[8] [PDF] Ringversuche 2024 – RfB https://www.rfb.bio/pdf/2024/RfB-Programmheft-2024-de.pdf
[9] [PDF] ALM – Akkreditierte Labore in der Medizin e. V. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/Stellungnahmen_WP19/TSVG/TSVG_ALM-pages-2-13.pdf
[10] Ringversuche – Verbund für Angewandte Hygiene e.V. – vah-online.de https://vah-online.de/de/ringversuche
[11] Ringversuche / Eignungsprüfungen und Referenzmaterial https://drrr.de

