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Präbiotika können Demenz hinauszögern

Das mikrobielle Ökosystem in unserem Mund kann laut einer Studie unsere kognitiven Funktionen im Alter beeinträchtigen. Maßnahmen wie Präbiotika, einschließlich Nahrungsnitrat, können den kognitiven Abbau verzögern.

Etwa 15 % der älteren Erwachsenen haben leichte kognitive Beeinträchtigungen, die den größten Risikofaktor für die Entstehung von Demenz oder Alzheimer darstellen. Es besteht ein bekannter Zusammenhang zwischen Parodontitis – einer Zahnfleischerkrankung – und einer Verschlechterung der kognitiven Funktionen. Forscher haben zwei mögliche Verbindungen zwischen Mund und Geist identifiziert: Pathogene Mundbakterien könnten in die Blutbahn gelangen und ins Gehirn wandern oder pathogene Mundbakterien könnten nitratreduzierende Bakterien verdrängen, die bei der Bildung von Stickstoffmonoxid helfen, das das Gehirn für die synaptische Plastizität und Langzeitpotenzierung braucht. Anni Vanhatalo und Kollegen charakterisierten das orale Mikrobiom von 115 Teilnehmern, von denen 55 leichte kognitive Beeinträchtigungen hatten. Einige Teilnehmer wiesen das Apolipoprotein E4 (APOE4)-Allel auf, das das Risiko für kognitiven Abbau und Alzheimer erhöht. Eine hohe relative Häufigkeit von Bakterien der Gattung Neisseria war mit besseren exekutiven Funktionen und visueller Aufmerksamkeit innerhalb der Gruppe mit leichter kognitiver Beeinträchtigung verbunden. Bei gesunden Teilnehmern korrelierte Neisseria mit dem Arbeitsgedächtnis. Eine hohe Prävalenz von Bakterien der Gattung Porphyromonas sagte einen Status mit leichter kognitiver Beeinträchtigung voraus, während Prevotella intermedia den APOE4-Trägerstatus vorhersagte.

Laut den Autoren kann die Ernährung das orale Mikrobiom beeinflussen, und eine nitratreiche Ernährung (wie die Mittelmeerdiät und die Diät „Ernährungsansätze zur Bekämpfung von Bluthochdruck“) begünstigt Bakterien, die mit guten kognitiven Ergebnissen verbunden sind.