Kurz vor dem Weltgesundheitstag am 7. April ist die Lage in der deutschen Gesundheitsbranche kritisch. Ein junges Jobprofil sorgt jedoch für einen Hoffnungsschimmer. Physician Assistants werden in der medizinischen Versorgung immer bedeutsamer. Zusammen mit Digitalisierung und KI könnten sie künftige, flächendeckend drohende Personalprobleme lösen. Die Anerkennung des Berufsprofils wächst bereits.
Waren vor einigen Jahren nur einige hundert aktiv, arbeiten mittlerweile mehr als 2.500 Physician Assistants, kurz PAs, hierzulande in Kliniken und Praxen. Tendenz steigend. Das freut auch Prof. Dr. Michael Hahn. Der Pneumologe ist seit fünf Jahren Studiengangsleiter an der Carl Remigius Medical School der Hochschule Fresenius und bildet dort kommende PAs aus. Er sagt: „Das Berufsbild hat in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen und beginnt, sich im Gesundheitswesen zu etablieren. Mit Blick auf die medizinische Versorgung in Deutschland ist das sehr zu begrüßen.“
Der Mediziner spricht damit eine Situation an, vor der zahlreiche Verbände und Institutionen warnen. Nach dem Pflege- droht ein Ärztemangel. Besonders im Bereich der hausärztlichen Versorgung gibt es regional bereits Engpässe. Prof. Dr. Hahn sagt: „Viele Ärztinnen und Ärzte scheiden bald aus dem aktiven Dienst aus. Zudem sorgt die Demografie für eine alternde Gesellschaft. Der Bedarf an Versorgung wächst.“
Einen Ärztemangel würden laut dem Experten fast alle Menschen spüren: längere Wartezeiten auf Termine, wachsende Entfernungen zum Behandlungsort. Technischer Fortschritt und gezielte Zusammenarbeit könnten Entlastung bringen. Prof. Dr. Hahn erklärt: „Digitalisierung und KI bieten neue Möglichkeiten, werden den Mangel aber nicht beheben. Um dem steigenden Versorgungsbedarf zu begegnen, können ärztliche Aufgaben an qualifizierte Fachkräfte delegiert werden. Für diese Tätigkeiten bilden wir PAs aus.“
Informationen zum Studium: www.carl-remigius.de/studium/physician-assistant-bachelor/
