Im Zuge zunehmender Unsicherheiten durch mögliche Zölle und Handelskonflikte setzen große Pharmaunternehmen auf eine stärkere Verankerung in den USA. Novartis und Moderna haben kürzlich umfangreiche Expansionspläne für ihre Fertigungsnetzwerke angekündigt, die Hunderte neuer Jobs schaffen und die heimische Produktion von innovativen Medikamenten ausbauen sollen. Diese Investitionen sind Teil eines breiteren Trends in der Branche, bei dem Firmen wie Regeneron, CSL und Celltrion ebenfalls ihre US-Kapazitäten erweitern.
Novartis plant, bis Ende 2030 rund 700 neue Stellen in North Carolina zu schaffen und baut dort einen neuen „Flagship Manufacturing Hub“ auf. Der Komplex umfasst über 700.000 Quadratfuß und bietet end-to-end-Fähigkeiten für Biologika, sterile Verpackung sowie Tabletten- und Kapselproduktion. Die Erweiterung umfasst zwei neue Anlagen in Durham und Morrisville und ist ein Meilenstein in Novartis‘ 23-Milliarden-Dollar-Investition in die US-Infrastruktur über fünf Jahre. Dadurch soll das Unternehmen 100 Prozent seiner Schlüsselmedikamente für US-Patienten vollständig in den USA herstellen – ein signifikanter Anstieg gegenüber der aktuellen Situation. Die neuen Kapazitäten decken alle Kernplattformen ab, einschließlich Small Molecules und Biologika, und unterstützen das Wachstumsziel von plus 5 Prozent jährlichem Umsatzanstieg bis 2029.

Moderna erweitert parallel sein Moderna Technology Center (MTC) in Norwood, Massachusetts, mit einer Investition von über 140 Millionen Dollar. Der Fokus liegt auf der „Onshoring“ der Drug-Product-Fertigung, um das gesamte mRNA-Produktionsnetzwerk end-to-end in den USA abzudecken. Der Bau hat bereits begonnen und soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein, was Hunderte hochqualifizierter Biomanufacturing-Jobs schafft. Diese Maßnahme stärkt die Versorgung für klinische und kommerzielle mRNA-Impfstoffe und Therapeutika, darunter Produkte gegen COVID-19, Grippe und RSV. Moderna betont damit seine Rolle als US-amerikanisches Unternehmen, das auf heimischem Boden produziert und die Pipeline von mRNA-Medikamenten unterstützt.
Beide Ankündigungen fallen in eine Zeit, in der die Branche auf potenzielle Tarife reagiert, die Importe aus dem Ausland verteuern könnten. Ähnlich wie bei Modernas Expansion hat Novartis im April 2025 seinen 23-Milliarden-Plan präsentiert, der auch Forschungs-Hubs in Kalifornien und Radioligand-Anlagen in Florida und Texas umfasst. Experten sehen darin eine Strategie, um Lieferketten zu sichern und regulatorische Vorteile in den USA zu nutzen.
Verifizierte Quellen
- https://endpoints.news/novartis-moderna-detail-manufacturing-expansions-in-the-us-among-others/ (Endpoints News, 20.11.2025)
- https://www.novartis.com/us-en/news/media-releases/novartis-plans-expand-its-us-based-manufacturing-and-rd-footprint-total-investment-23b-over-next-5-years (Novartis-Pressemitteilung, 10.04.2025, aktualisiert 19.11.2025)
- https://www.bioprocessintl.com/facilities-capacity/moderna-expands-mrna-manufacturing-in-us-at-site-in-norwood-ma (BioProcess International, 19.11.2025)
- https://www.reuters.com/business/healthcare-pharmaceuticals/moderna-complete-us-mrna-manufacturing-network-with-140-million-investment-2025-11-19/ (Reuters, 19.11.2025)

