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Pfizers Sichelzell-Medikamentenkandidat scheitert in Phase-3-Studie

Pfizer hat bekanntgegeben, dass der Medikamentenkandidat Inclacumab, der im Rahmen der 5,4-Milliarden-Dollar-Übernahme von Global Blood Therapeutics im Jahr 2022 erworben wurde, in einer Phase-3-Studie (THRIVE-131) sein primäres Ziel nicht erreicht hat. Die Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Inclacumab, einem monoklonalen Antikörper, der P-Selectin hemmt, um die Häufigkeit vaso-okklusiver Krisen (VOCs) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SCD) im Alter von 16 Jahren und älter zu reduzieren. Über 48 Wochen konnte Inclacumab im Vergleich zu Placebo keine signifikante Verringerung der VOC-Rate erzielen.

Die THRIVE-131-Studie war eine globale, randomisierte, doppeltblinde, placebokontrollierte Studie mit 241 Teilnehmern, die in den letzten zwölf Monaten zwischen zwei und zehn VOCs erlebt hatten. Die Teilnehmer erhielten alle 12 Wochen entweder Inclacumab oder ein Placebo intravenös. Trotz der enttäuschenden Ergebnisse war Inclacumab allgemein gut verträglich, mit häufigsten Nebenwirkungen wie Anämie, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Malaria, Sichelzellkrisen und Infektionen der oberen Atemwege.

Dieser Misserfolg ist ein weiterer Rückschlag für Pfizers Sichelzell-Portfolio, nachdem das Unternehmen im September 2024 seinen bereits zugelassenen Wirkstoff OXBRYTA (Voxelotor) aufgrund von Sicherheitsbedenken zurückgezogen hatte. OXBRYTA zeigte in klinischen und realen Studien erhöhte Raten von VOCs und Todesfällen. Pfizer plant, die Daten aus der THRIVE-131-Studie weiter zu analysieren und mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie der Sichelzell-Community zu teilen, um das Verständnis der Krankheit zu vertiefen.

Trotz des Scheiterns bleibt Pfizer der Sichelzell-Community verpflichtet und arbeitet an weiteren Therapieoptionen, einschließlich Osivelotor, einem Nachfolger von OXBRYTA, der sich derzeit in einer Phase-2/3-Studie befindet, die jedoch aufgrund eines teilweisen klinischen Halts durch die FDA pausiert ist. Die Sichelzellkrankheit, eine lebenslange Erbkrankheit, betrifft weltweit etwa 6,5 bis 9 Millionen Menschen, insbesondere in Subsahara-Afrika, und führt zu schweren Komplikationen wie akuten Schmerzkrisen und Organschäden. Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Entwicklung effektiver Therapien für diese komplexe Erkrankung.