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PFAS in Babynahrung – Aktuelle Erkenntnisse und offizielle Daten

Berlin, 8. Juni 2025 – Die Belastung von Babynahrung mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) steht weiterhin im Fokus der Forschung und Behörden. PFAS sind synthetische Chemikalien, die aufgrund ihrer Langlebigkeit in der Umwelt als „Forever Chemicals“ bekannt sind und sich auch im menschlichen Körper anreichern können. Besonders Säuglinge gelten als besonders sensible Bevölkerungsgruppe.

Aktuelle Studienlage und offizielle Daten

Eine aktuelle, peer-reviewte Studie aus 2024 analysierte 17 verschiedene Pulvermilchnahrungen für Säuglinge auf zehn verschiedene PFAS. In nur einer einzigen Probenreihe einer milchbasierten Babynahrung wurde Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) nachgewiesen – und zwar mit einer Konzentration von 8,9 ng/L in der zubereiteten Milch. Alle anderen getesteten Produkte blieben unterhalb der Nachweisgrenze. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass pulverisierte Babynahrung kein bedeutender PFAS-Expositionsweg für Säuglinge ist. Die größte PFAS-Belastung bei Säuglingen stammt aus der mütterlichen Übertragung während der Schwangerschaft und über die Muttermilch[2][4][5].

PFAS in Muttermilch und Säuglingsblut

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass weltweit Daten zum Vorkommen von PFAS im menschlichen Blut und in der Muttermilch vorliegen. Für Deutschland wird geschätzt, dass etwa 10 Prozent der Säuglinge im Alter von einem Jahr ein kritisches Expositionsniveau für vier ausgewählte PFAS überschreiten könnten. Allerdings lässt die epidemiologische Datenlage laut BfR noch keine abschließende Bewertung zu, ob dies tatsächlich zu häufigeren oder schwereren Infektionen führt[1].

Belastungssituation in Deutschland

Laut Umweltbundesamt (UBA) machen PFOS und PFOA den Großteil der PFAS-Belastung in Deutschland aus. Die Belastung mit diesen Stoffen ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, aber immer noch werden vereinzelt erhöhte Konzentrationen gefunden. Bei Kindern und Jugendlichen wurden in aktuellen Studien PFOS in allen und PFOA in fast allen Blutproben nachgewiesen. Die Konzentrationen bei gestillten Kindern sind dabei tendenziell höher als bei ungestillten Kindern[5][6].

Weitere Kontaminanten in Babynahrung

Neben PFAS werden auch andere Schadstoffe wie Schwermetalle in Babynahrung regelmäßig nachgewiesen. Eine aktuelle Untersuchung von Consumer Reports aus dem Jahr 2025 fand in 10 von 41 getesteten Babynahrungen potenziell besorgniserregende Mengen an Blei, Arsen und anderen Schadstoffen. PFAS und Bisphenol A (BPA) wurden in mehreren Produkten nachgewiesen, allerdings war der Nachweis von PFAS in Babynahrung nicht konsistent genug, um klare Trendaussagen zu treffen[3].

Fazit

Zusammenfassend zeigen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und offizielle Daten, dass PFAS in Babynahrung – insbesondere in Pulvermilchnahrung – kein bedeutendes Problem darstellen. Die größte Exposition erfolgt über die mütterliche Übertragung und die Muttermilch. Die Belastungssituation für Säuglinge ist in Deutschland insgesamt rückläufig, bleibt jedoch ein Thema für die weitere Überwachung und Forschung[2][5][6].

Quellen:
[1] [PDF] Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in Lebens – BfR https://www.bfr.bund.de/cm/343/gekommen-um-zu-bleiben-per-und-polyfluorierte-alkylsubstanzen-pfas-in-lebensmitteln-und-der-umwelt.pdf
[2] Per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) in powdered infant … https://www.oaepublish.com/articles/jeea.2024.08
[3] New Report Tests Baby Formulas for Harmful Contaminants https://www.thebump.com/news/baby-formula-contaminants-study
[4] Public health evaluation of PFAS exposures and breastfeeding https://academic.oup.com/toxsci/article/194/2/121/7179809
[5] FAQ | Umweltbundesamt https://www.umweltbundesamt.de/faq-0
[6] PFAS in Kindern aus Deutschland – CHEM Trust Europe https://chemtrust.org/de/pfas-in-kindern-aus-deutschland/
[7] PFAS in Säuglings- und Kleinkindernahrung, Obst und Gemüse https://www.eurofins.de/lebensmittel/food-news/food-testing-news/pfas-in-nahrung-fuer-saeuglinge-kleinkinder-obst-gemuese/
[8] Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) – EFSA https://www.efsa.europa.eu/de/topics/per-and-polyfluoroalkyl-substances-pfas
[9] Breastfeeding and ‚Forever Chemicals‘ https://llli.org/de/breastfeeding-info/breastfeeding-and-forever-chemicals/
[10] Public health evaluation of PFAS exposures and breastfeeding https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10527886/