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Persistente Umweltgifte reichern sich bereits im Fötalstadium im Gewebe an

Persistente organische Schadstoffe (POP) reichern sich laut einer neuen Studie der Universität Oulu, Finnland, bereits im Fötalstadium im Gewebe von Säugetieren an. Die Tierstudie ergab, dass sich Umweltgifte im Gewebe von Schafen aus ökologischer Haltung anreicherten und in nennenswerten Mengen in das Fettgewebe der sich entwickelnden Föten gelangten.
Persistente Umweltgifte wie PCB und DDT verbleiben lange Zeit in der Natur, ohne abgebaut zu werden. Sie können sich im Fettgewebe von Organismen anreichern und über die Nahrungskette bioakkumulieren. Diese Substanzen wurden früher in der Industrie und als Insektizide eingesetzt, und obwohl ihre Verwendung heute streng reguliert ist, sind sie weiterhin weit verbreitet in der Umwelt.
Die Studie analysierte Gewebeproben von 15 Bio-Mutterschafen und ihren Lämmern kurz nach der Geburt, um die häufigsten persistenten organischen Schadstoffe (POP) zu identifizieren. Fast alle untersuchten Substanzen wurden sowohl im Gewebe der erwachsenen Schafe als auch der Lämmer nachgewiesen. Alle identifizierten Verbindungen konnten die Plazenta passieren, und dieser Übergang war so effektiv, dass die Konzentrationen im Gewebe der Lämmer durchschnittlich 30–103 Prozent der in den Muttertieren gemessenen Konzentrationen erreichten.
Frühere Studien am Menschen haben gezeigt, dass Umweltgifte im mütterlichen Blutkreislauf die Plazenta passieren können.

Diese Studie belegt nun, dass bei Schafen die im Fettgewebe der Mutter angereicherten Verbindungen nahezu im gleichen Verhältnis auf den sich entwickelnden Fötus übertragen werden.
Da sich die Plazentastruktur bei Schafen von der des Menschen unterscheidet, lassen sich keine direkten Rückschlüsse auf die Belastung des Menschen ziehen.

Allerdings sind die Konzentrationen persistenter organischer Schadstoffe (POP) im Fettgewebe erwachsener Menschen im Durchschnitt höher als bei Schafen, was den Bedarf an weiterer Forschung unterstreicht.

Toxine gefährdenden Ungeborene. Credits: Unsplash
Toxine gefährden Ungeborene. Credits: Unsplash


„Die Ergebnisse verdeutlichen die weite Verbreitung persistenter Umweltgifte und wie diese in alle Bereiche unserer Umwelt eindringen. Epidemiologische Studien haben POP-Konzentrationen im Nabelschnurblut nach der Geburt mit Adipositas, metabolischem Syndrom und niedrigerem IQ in Verbindung gebracht. Zukünftige Forschung muss nun klären, in welchem Ausmaß sich im Fettgewebe angereicherte POPs auf den Fötus und die spätere Gesundheit des Kindes auswirken“, fasst Doktorandin Ella Vuoti zusammen.