Forscher dokumentieren die schädlichen Folgen einer Myokarditis bei Vorschulkindern, die durch einen regionalen Ausbruch des Parvovirus B19 in Nordgriechenland verursacht wurde.
Myokarditis ist eine seltene, aber ernste Erkrankung, die als Entzündung des Herzmuskels (Myokard) bekannt ist. In schweren Fällen von Myokarditis wird der Herzmuskel extrem schwach und kann das Blut nicht mehr effektiv pumpen. Dies kann wiederum zu Herzversagen und Tod führen. Für eine wirksame Behandlung der Myokarditis ist ein gründliches und rechtzeitiges Eingreifen wichtig.
Parvovirus B19, ein einzelsträngiges DNA-Virus, das durch Atemtröpfchen übertragen wird, infiziert bekanntermaßen Säuglinge. Es wird mit leichten grippeähnlichen Symptomen in Verbindung gebracht, darunter Fieber, Gelenkschmerzen und ein roter Ausschlag auf der Wange, der als Ohrfeigenausschlag oder Erythema infectiosum bezeichnet wird. Jüngste Berichte haben Parvovirus B19 mit Fällen von Myokarditis bei Kindern in Verbindung gebracht. Aufgrund ihrer milden Natur werden die Symptome von Parvovirus B19 jedoch oft ignoriert. Die Symptome einer Myokarditis erfordern jedoch eine richtige Diagnose und Behandlung. Daher ist es wichtig, die mit Parvovirus B19 verbundenen Myokarditisfälle zu untersuchen und die Auswirkungen auf infizierte Kinder zu verstehen.
Zu diesem Zweck beschloss eine Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Filippos-Paschalis Rorris vom Onassis Cardiac Surgery Center in Athen, Griechenland, einige Fälle von Myokarditis zu untersuchen, die durch einen regionalen Ausbruch von Parvovirus B19 bei Vorschulkindern verursacht wurden. „Während die Mehrheit der Myokarditis verursachenden Viren die Zellen des Herzmuskels befällt, funktioniert Parvovirus B19 anders. Dieses Virus greift die Endothelzellen an, die die Innenauskleidung der Herzkranzgefäße bilden. Dies führt zu einer Verringerung des Herzblutflusses und zu einer Funktionsstörung des Herzmuskels. Es ist von entscheidender Bedeutung, die durch das Virus verursachten Myokarditisfälle zu untersuchen“, erklärte Dr. Rorris. Der Forschungsbericht wurde am 3. Januar 2025 in Pediatric Investigation veröffentlicht und basiert auf fünf Berichten über Myokarditis durch Parvovirus B19 bei Vorschulkindern aus der Region Thessaloniki in Nordgriechenland.
Die Forscher verwendeten eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR), um das Vorhandensein von Parvovirus B19 bei den Kindern zu bestätigen, während eine Echokardiographie, gefolgt von einer kardialen Magnetresonanztomographie (CMR), eine Myokarditis bei ihnen bestätigte. Alle von ihnen berichteten von einer Linksherzinsuffizienz, die den Blutfluss in der unteren linken Herzkammer einschränkte, und wurden daher auf die pädiatrische Intensivstation eingeliefert.
Unter den eingelieferten Kindern erlitt eines einen Herzstillstand und überlebte nicht. Die Auswurffraktion dieses Patienten war extrem niedrig, was darauf hindeutet, dass das Herz nicht bei jedem Schlag genügend Blut pumpen konnte. In den nächsten Tagen wurden Laborwerte und Diagnosedetails der anderen vier Patienten erhoben. Die Patienten erhielten außerdem eine inotrope Unterstützung, von der bekannt ist, dass sie die Kontraktionskraft des Herzens verändert, außerdem bei Bedarf Medikamente gegen Herzinsuffizienz und eine Immunglobulintherapie.
Alle vier überlebenden Patienten wiesen abnorme Werte von N-terminalem pro-B-Typ natriuretischem Peptid (NT-proBNP), Troponin I (TnI) und linksventrikulärer Auswurffraktion (LVEF) auf. Erhöhte NT-proBNP-Werte zeigen an, dass das Herz härter arbeiten muss, um Blut zu pumpen. Erhöhte TnI-Werte treten aufgrund von Infektionen, Verletzungen und Erkrankungen auf, die das Herz beeinträchtigen. Mit der LVEF wird gemessen, wie gut das Herz sauerstoffreiches Blut in den Körper pumpt. Von den vier überlebenden Patienten zeigte ein Patient mit einer LVEF von 15 % keine Anzeichen einer Besserung und wurde für eine Herztransplantation überwiesen.
Diese Erkenntnisse können die zukünftige Behandlung von Myokarditis durch Parvovirus B19 bei Kindern und Kleinkindern verbessern. Wie Dr. Rorris erwähnt: „Eine Herzbiopsie, bei der ein kleiner Teil des Herzmuskels entnommen wird, gilt als Goldstandard für die Diagnose. Bei Kindern kann sie jedoch invasiv sein. Daher wollten wir unsere Diagnosebestätigung auf CMR, einem nicht-invasiven Verfahren, basieren lassen, und es wurde ein PCR-Test durchgeführt, um das Vorhandensein von Parvovirus im Blut zu bestätigen.“ Dr. Maria Kontou, eine weitere an der Studie beteiligte Forscherin, fügt hinzu: „Wir waren auch fasziniert von der plötzlichen Eskalation der Krankheit, die durch das Virus in einem bestimmten Bereich verursacht wurde. Dies kann auf eine höhere Virulenz des Parvovirus zurückzuführen sein.“
Da Myokarditis durch Parvovirus B19 bei Kindern mit Mortalität und Morbidität in Verbindung gebracht wird, sind eine schnelle Diagnose und Behandlung durch Spezialisten erforderlich. Weitere Forschungen auf der Grundlage virusspezifischer Therapien zusammen mit einer myokarditisspezifischen Behandlung können das Risiko bei Kindern in Zukunft verringern.
