Forscher der Champalimaud Foundation haben Licht in die rätselhafte Beziehung zwischen Dopamin und Ruhetremor bei der Parkinson-Krankheit gebracht. Sie fanden heraus, dass in bestimmten Gehirnregionen gespeichertes Dopamin tatsächlich zu Tremorsymptomen beitragen kann, und stellt damit gängige Annahmen in Frage.
Eine neue Studie der Champalimaud Foundation, die in npj Parkinson’s Disease veröffentlicht wurde und vom Neural Circuits Dysfunction Lab in Zusammenarbeit mit den Laboren für Neuropsychiatrie und Nuklearmedizin geleitet wurde, bietet neue Erkenntnisse über die komplexe Beziehung zwischen Ruhetremor und Dopamin, einem chemischen Botenstoff, der eine Schlüsselrolle bei der Bewegungskoordination spielt.
Das Dopamin-Paradoxon
Dopaminverlust in Gehirnregionen wie dem Putamen, die mit der Bewegungsregulierung in Zusammenhang stehen, ist ein bekanntes Kennzeichen der Parkinson-Krankheit. Während einige Patienten jedoch mit Dopaminersatztherapien wie L-DOPA eine deutliche Linderung des Tremors erfahren, verspüren andere kaum oder gar keine Besserung oder sogar eine Verschlechterung der Symptome. „Tremor ist ein häufiges und oft lähmendes Symptom bei Parkinson-Patienten, aber es war schon immer ein kleines Rätsel“, sagt Marcelo Mendonça, einer der Hauptautoren der Studie. „Wir wissen, dass Dopamin beteiligt ist, aber die Art und Weise, wie es den Tremor beeinflusst, ist nicht so direkt wie bei anderen motorischen Symptomen.“
Die allgemeine Auffassung geht davon aus, dass weniger Dopamin mit schwereren Symptomen einhergehen sollte. Die Forscher stellten jedoch fest, dass beim Ruhetremor das Gegenteil der Fall ist. „Paradoxerweise haben wir festgestellt, dass bei Patienten mit Tremor mehr Dopamin im Nucleus caudatus gespeichert ist, einem Teil des Gehirns, der für die Bewegungsplanung und Wahrnehmung wichtig ist“, erklärt Mendonça. „Dies stellt unser traditionelles Verständnis davon in Frage, wie Dopaminverlust mit PD-Symptomen zusammenhängt.“
https://www.nature.com/articles/s41531-024-00818-8
