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Persistente Umweltgifte reichern sich bereits im Fötalstadium im Gewebe an

Persistente organische Schadstoffe (POP) reichern sich laut einer neuen Studie der Universität Oulu, Finnland, bereits im Fötalstadium im Gewebe von Säugetieren an. Die Tierstudie ergab, dass sich Umweltgifte im Gewebe von Schafen aus ökologischer Haltung anreicherten und in nennenswerten Mengen in das Fettgewebe der sich entwickelnden Föten gelangten.Persistente Umweltgifte wie PCB und DDT verbleiben lange Zeit in der Natur, ohne abgebaut zu werden. Sie können sich im Fettgewebe von Organismen anreichern und über die Nahrungskette bioakkumulieren. Diese Substanzen wurden früher in der Industrie und als Insektizide eingesetzt, und obwohl ihre Verwendung heute streng reguliert ist, sind sie weiterhin weit verbreitet in der Umwelt.Die Studie analysierte Gewebeproben von 15 Bio-Mutterschafen und ihren Lämmern kurz nach der Geburt, um die häufigsten persistenten organischen Schadstoffe (POP) zu identifizieren. Fast alle untersuchten Substanzen wurden sowohl im Gewebe der erwachsenen Schafe als auch der Lämmer… 

Adoleszenz endet erst mit Anfang 30

Das menschliche Gehirn entwickelt sich nicht kontinuierlich, sondern in fünf klar abgegrenzten Epochen, die durch vier große Umbauphasen voneinander getrennt sind. Dies zeigt eine großangelegte Studie der University of Cambridge, die am 25. November 2025 in Nature Communications erschienen ist und die Gehirnstruktur von 3.802 Personen im Alter von 0 bis 90 Jahren mittels Diffusions-MRT analysiert hat. Die fünf Lebensphasen der neuronalen Vernetzung lauten: Der stärkste Umbruch erfolgt demnach erst um das 32. Lebensjahr – deutlich später als die klassische Vorstellung vom Ende der Adoleszenz mit 18 oder 21. Erst ab diesem Alter stabilisiert sich die Gehirnstruktur für die kommenden drei Jahrzehnte weitgehend. Die Forscher sehen darin eine neurobiologische Erklärung dafür, warum Intelligenz und Persönlichkeit in den Dreißigern oft ein Plateau erreichen. Die Studie macht auch deutlich, warum bestimmte Störungen typischerweise in bestimmten Lebensphasen auftreten: Lern- und Aufmerksamkeitsprobleme häufen sich… 

Paracetamol ist in zu hohen Dosen tödlich. Credits: LabNews Media LLC

Die tödlichen Risiken von Paracetamol – ein evidenzbasierter Überblick

Paracetamol (Acetaminophen) ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Schmerz- und Fiebermittel. Es gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als sicher und ist in vielen Ländern rezeptfrei erhältlich. Doch trotz seiner weitreichenden Akzeptanz birgt Paracetamol erhebliche Risiken, insbesondere bei Überdosierung, chronischem Missbrauch oder in Kombination mit bestimmten Risikofaktoren. Die schwerwiegendsten Komplikationen sind akutes Leberversagen, Nierenschäden und seltener tödliche Stoffwechselstörungen. Peer-reviewte Studien, Fallberichte und Datenbanken wie LiverTox zeigen, dass Paracetamol jährlich weltweit tausende Todesfälle verursacht, vor allem durch akutes Leberversagen. Dieser Artikel beleuchtet die tödlichen Risiken von Paracetamol auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. 1. Akutes Leberversagen – die Haupttodesursache Die primäre tödliche Gefahr von Paracetamol ist die medikamenteninduzierte Leberverletzung (DILI – Drug-Induced Liver Injury), die in schweren Fällen zu akutem Leberversagen (ALF – Acute Liver Failure) führt. Paracetamol ist die häufigste Ursache für ALF in westlichen Ländern. 2. Mechanismus der Toxizität Paracetamol wird… 

Leitlinien-Therapie bei Herzinsuffizienz: Intravenöse Eisengabe schützt nur Männer – Frauen profitieren nicht prognostisch

Eine Auswertung der großen FAIR-HF2-Studie zeigt erstmals einen geschlechtsspezifischen Unterschied bei einer in den Leitlinien empfohlenen Therapie der Herzinsuffizienz: Die intravenöse Gabe von Eisen (Ferric-Carboxymaltose) verbessert bei Männern mit Eisenmangel und reduzierter Pumpfunktion (HFrEF) die Prognose signifikant – das Risiko für Herz-Kreislauf-Tod oder Klinikeinweisung sank um 26 Prozent. Bei Frauen hingegen brachte die Behandlung keinen Vorteil; im Gegenteil deutete sich sogar ein leicht erhöhtes Risiko an. Die Ergebnisse wurden im „European Journal of Heart Failure“ veröffentlicht. Die Studie umfasste 1.105 Patienten (737 Männer, 368 Frauen), die randomisiert Eisen oder Placebo erhielten. Während Männer klar profitierten, blieb bei Frauen der primäre Endpunkt (Herz-Kreislauf-Tod oder Klinikbehandlung wegen Herzinsuffizienz) unverändert oder tendenziell schlechter. Symptomatisch und funktionell besserten sich beide Geschlechter, doch die harte Prognose verbesserte sich nur bei Männern. Prof. Dr. Dr. Mahir Karakas vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Initiator und Hauptautor der Analyse,… 

Entzündung nach Herzinfarkt lässt sich per PET/CT vorhersagen

Ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat gezeigt, dass die Stärke der Entzündungsreaktion nach einem Herzinfarkt mit einer speziellen Bildgebungstechnik frühzeitig sichtbar gemacht werden kann – und damit die Heilungschancen sowie das Risiko für eine chronische Herzschwäche genau vorhergesagt werden können. Die Ergebnisse wurden im „Journal of Nuclear Medicine“ veröffentlicht und als Titelthema der November-Ausgabe ausgezeichnet. Jährlich erleiden in Deutschland über 300.000 Menschen einen akuten Myokardinfarkt, bei dem Herzmuskelgewebe abstirbt. Das Immunsystem reagiert mit einer Entzündung, die das tote Gewebe abbaut und die Heilung einleitet. Ist diese Reaktion jedoch zu stark oder zu langanhaltend, kann sie zu ungünstigem Umbau der linken Herzkammer und letztlich zu Herzinsuffizienz führen. Die MHH-Forscher um Professor Frank Bengel (Klinik für Nuklearmedizin) und Professor Johann Bauersachs (Klinik für Kardiologie und Angiologie) untersuchten 49 Patienten in der ersten Woche nach einem Infarkt mit einer Kombination aus… 

Die tödlichen Risiken von Kurkuma-Nahrungsergänzungsmitteln – ein evidenzbasierter Überblick

Kurkuma (Curcuma longa) und insbesondere sein Hauptinhaltsstoff Curcumin gelten in der Bevölkerung und in vielen Wellness-Kreisen als nahezu risikofreies „Superfood“. Hochdosierte Kurkuma- und Curcumin-Nahrungsergänzungsmittel werden millionenfach konsumiert – oft in Dosen, die das 50- bis 100-fache der normalen küchenüblichen Menge überschreiten. Während moderate Mengen aus der Nahrung praktisch unbedenklich sind, zeigen mittlerweile zahlreiche peer-reviewte Fallberichte, Kohortenstudien und pharmakokinetische Untersuchungen, dass hochdosierte Kurkuma-Präparate schwere, teilweise tödliche Leberschäden verursachen können. Seit etwa 2017 häufen sich insbesondere Berichte über akute hepatotoxische Reaktionen, die teilweise zu Leberversagen und Tod geführt haben. 1. Akutes Leberschäden und tödliche Hepatitis durch Curcumin-Präparate Die schwerwiegendsten dokumentierten Fälle betreffen ein akutes medikamenteninduziertes Leberschäden (DILI – Drug-Induced Liver Injury) mit hepatocellulärem Schadensmuster (hohe Transaminasen, oft >1000 U/l) und teilweise fulminantem Verlauf. Diese Fälle zeigen ein klares Muster: Fast immer handelte es sich um Präparate mit Bioverfügbarkeits-Verbesserern (meist Piperin/Black Pepper-Extrakt oder… 

FDA erweitert Novartis  Gentherapie

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Gentherapie-Medikament Itvisma® (onasemnogene abeparvovec-brve) von Novartis für die Behandlung von Kindern ab zwei Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen mit spinaler Muskelatrophie (SMA) zugelassen – sofern eine Mutation im SMN1-Gen bestätigt ist. Damit steht erstmals eine Einmal-Gentherapie für diese breite Altersgruppe zur Verfügung, die die genetische Ursache der Erkrankung direkt behebt und potenziell den Bedarf an chronischer Medikation reduziert. SMA ist eine seltene, genetisch bedingte neuromuskuläre Erkrankung, bei der das SMN1-Gen fehlt oder mutiert ist. Ohne ausreichend SMN-Protein sterben Motoneuronen ab, was zu fortschreitender Muskelschwäche führt – einschließlich Schluck- und Atemproblemen. Itvisma ersetzt das defekte Gen durch eine einmalige intrathekale Injektion und verbessert nachweislich die Motorik, wie Phase-III-Studien (STEER und STRENGTH) mit über 3.800 Patienten zeigten. Die Wirkung hielt über 52 Wochen an, oft ohne die im natürlichen Verlauf erwartete Verschlechterung. Die häufigsten Nebenwirkungen waren grippeähnliche Symptome… 

Umfassendste Cochrane-Analyse bestätigt: HPV-Impfung verhindert zuverlässig Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs

Zwei neue Cochrane Reviews, die die bisher größte Datenmenge zur HPV-Impfung auswerten, untermauern eindrucksvoll Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung gegen Humane Papillomviren. Die unabhängigen Übersichtsarbeiten analysieren zusammen klinische Studien mit über 157.000 sowie Beobachtungsdaten von mehr als 132 Millionen Menschen aus über 40 Ländern. Alle geprüften Impfstoffe (Cervarix, Gardasil, Gardasil 9 und Cecolin) schützen hoch wirksam vor dauerhaften Infektionen mit den jeweils abgedeckten Hochrisiko-HPV-Typen. Impfstoffe mit Schutz gegen HPV 6 und 11 verhindern zusätzlich Genitalwarzen. Bereits im frühen Erwachsenenalter sinkt das Risiko für Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, und große Kohortenstudien zeigen: Bei Impfung vor dem 16. Lebensjahr ist das Gebärmutterhalskrebs-Risiko nach 10 bis 14 Jahren um etwa 80 Prozent geringer als bei Ungeimpften. Der Effekt ist damit schon deutlich früher messbar als lange angenommen. Schwere Nebenwirkungen traten in den Studien nicht häufiger auf als in Placebo-Gruppen. Auch die Auswertung der Real-World-Daten… 

Verhalten von Golden Retrievern und Menschen wird von denselben Genen gesteuert

Eine Studie unter der Leitung von Forschern der Universität Cambridge bietet Einblicke in die Emotionen von Hunden und zeigt, warum manche Golden Retriever ängstlicher, energiegeladener oder aggressiver sind als andere. Die heute in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichte Studie zeigt erstmals, dass bestimmte Gene, die mit dem Verhalten von Hunden in Verbindung stehen, auch mit Eigenschaften wie Angstzuständen, Depressionen und Intelligenz beim Menschen assoziiert sind. Das Team analysierte den genetischen Code von 1.300 Golden Retrievern und verglich ihn mit den Verhaltensmerkmalen jedes Hundes, die anhand eines detaillierten Fragebogens für die Besitzer erfasst wurden. Dabei wurden Gene identifiziert, die Merkmale wie Trainierbarkeit, Energielevel, Fremdenangst und Aggressivität gegenüber anderen Hunden beeinflussen. Durch den Vergleich ihrer Ergebnisse mit einer ähnlichen Analyse beim Menschen entdeckte das Team, dass zwölf der von ihnen identifizierten Golden-Retriever-Gene auch menschlichen Verhaltensmerkmalen und Emotionen zugrunde liegen. „Die… 

Kalziumsensitiver Schalter steigert die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten

Antikörpermedikamente zur Krebsbekämpfung sind so konzipiert, dass sie in Tumorzellen eindringen und dort eine tödliche Substanz freisetzen. Doch allzu oft erreichen sie dieses Ziel nicht. Eine neue Studie zeigt, wie diese Strategie – ähnlich einem Trojanischen Pferd – durch die Ausnutzung von Kalziumunterschieden innerhalb und außerhalb der Zellen effektiver funktioniert.  Ein Forschungsteam unter der Leitung von Sophia Hober, Professorin am KTH Royal Institute of Technology, hat die Entwicklung eines Kalzium-aktivierten Wirkstoffabgabesystems vorgestellt. Dieses System soll eine präzisere Behandlung mit niedrigeren Dosen und weniger Schäden an gesundem Gewebe ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der Stanford University und der Universität Umeå veröffentlichten die Forscher ihre Ergebnisse in PNAS , der Fachzeitschrift der National Academy of Sciences. Das Konzept zielt auf eine häufige Herausforderung bei zielgerichteten Medikamenten ab, die dazu neigen, sich zu stark an Rezeptoren von Tumoren anzulagern. Positiv ist, dass diese starke Bindung die…