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VTT entwickelt schnelle und präzise Nachweismethode für Hormone und kleine Moleküle

Das finnische Forschungszentrum VTT hat eine innovative Antikörpertechnologie entwickelt, die eine schnelle, genaue und einfache Messung geringer Konzentrationen kleiner Moleküle – wie Hormone, Toxine oder Arzneimittel – aus Lebensmitteln, Umweltproben oder Patientenmaterial ermöglicht. Die sogenannten Immunkomplex-Antikörper bieten eine wettbewerbsfähige Grundlage für Diagnostiklösungen der nächsten Generation und wurden nun erfolgreich in einem Lateral-Flow-Schnelltest für Testosteron eingesetzt. Herkömmliche Methoden zur Detektion kleiner Moleküle sind oft mehrstufig, zeitaufwendig und weniger präzise, da nur ein Antikörper gleichzeitig binden kann. VTTs Immunkomplex-Antikörper hingegen erkennen nicht das Zielmolekül oder den primären Bindungsantikörper allein, sondern den gebildeten Komplex. Die Bindung des ersten Antikörpers an das kleine Molekül löst eine geringfügige Strukturveränderung aus, die der zweite Antikörper spezifisch erkennt. Die Technologie zeichnet sich durch hohe Spezifität und Sensitivität aus, ermöglicht die Erfassung sowohl sehr niedriger als auch hoher Konzentrationen und liefert innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis. Die Antikörper… 

Pankreaskarzinom umgeht Immunsystem früher als gedacht

Präkanzeröse Zellen im Pankreas organisieren sich bereits in sehr frühen Stadien in räumlich abgegrenzten Nischen und interagieren gezielt mit Immunzellen – möglicherweise um eine immunsuppressive Umgebung zu schaffen. Dies geschieht lange bevor eine invasive Pankreas-Karzinomerkrankung entsteht. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Hebräischen Universität Jerusalem, die in der Fachzeitschrift Gastroenterology erschienen ist. Pankreasduktales Adenokarzinom zählt zu den tödlichsten Krebsformen, vor allem weil es meist erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird. Präkanzeröse Läsionen können jedoch über ein Jahrzehnt oder länger bestehen, ohne dass bisher genau bekannt war, wie diese frühen Zellveränderungen strukturiert sind und wie sie die umliegende Gewebeumgebung beeinflussen. Das Team um Dr. Oren Parnas (Fakultät für Medizin) nutzte Einzelzell-RNA-Sequenzierung kombiniert mit räumlicher Transkriptomik, um Tausende einzelner Zellen in ihrem natürlichen räumlichen Kontext zu analysieren. Dadurch konnte erstmals kartiert werden, wie metaplastische azinäre Zellen in prämaligne Läsionen organisiert… 

Klinische Studie belegt progressive Abnahme der Hornhautsensibilität bei angeborener Aniridie

Die seltene angeborene Aniridie führt nicht nur zu strukturellen Veränderungen der Hornhaut, sondern verursacht auch eine fortschreitende Beeinträchtigung der Funktion der sensiblen Hornhautnerven. Dies zeigt eine klinische Studie des Ocular Neurobiology Group am Institut für Neurowissenschaften (IN) der Universität Miguel Hernández (UMH) in Elche und des Spanischen Nationalen Forschungsrats (CSIC), die in der Fachzeitschrift Cornea veröffentlicht wurde. Aniridie wird in den meisten Fällen durch Mutationen im PAX6-Gen ausgelöst, das für die Entwicklung okulärer Strukturen entscheidend ist. Neben der vollständigen oder teilweisen Irisaplasie leiden Betroffene häufig unter Fokussierungsstörungen, Photophobie und langfristig zunehmenden Komplikationen. Frühere Untersuchungen hatten bereits eine reduzierte Nervendichte in der Hornhaut erwachsener Patienten gezeigt. Die neue Studie untersuchte erstmals systematisch, ob die verbliebenen Nerven noch funktionsfähig sind und welche Auswirkungen eine mögliche Funktionsstörung hat. Das internationale Team um Prof. Mª Carmen Acosta und Prof. Juana Gallar verglich Kinder und… 

Übersichtsartikel fordert integrierte Multi-Target-Strategie gegen Alzheimer

Trotz der Zulassung von Antikörpertherapien wie Lecanemab und Donanemab, die den kognitiven Abbau bei Alzheimer verlangsamt haben, bleibt die Erkrankung bislang weder umkehrbar noch heilbar. Ein umfassender Übersichtsartikel in Science China Life Sciences plädiert daher für einen Paradigmenwechsel: weg von einseitigen Ansätzen hin zu integrierten, multi-target-basierten Therapiestrategien, die über Amyloid und Tau hinausgehen. Unter Leitung von Professor Yan-Jiang Wang (Daping Hospital, Third Military Medical University, Chongqing) analysiert das internationale Autorenteam die komplexe Pathophysiologie der Alzheimer-Krankheit (AD). Amyloid-beta-Ablagerungen und Tau-Hyperphosphorylierung bleiben zentrale Pathomechanismen, doch deren alleinige Bekämpfung erklärt nicht die begrenzten klinischen Erfolge. Die Erkrankung entsteht vielmehr aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Die Autoren kritisieren rein „reduktionistische“ Therapieansätze und fordern stattdessen ganzheitliche Strategien. Dazu zählen die Entwicklung multi-target-Wirkstoffe, der Einsatz humaner iPSC-basierter Organoid-Modelle zur Wirkstoffprüfung sowie eine Präzisionsmedizin, die auf frühe Biomarker wie plasma-pTau217 setzt. Der Erfolg bei der Bekämpfung von… 

Studie zeigt gegensätzliche Rollen von IL6 und IL6R bei Langzeitsterblichkeit

Interleukin-6 (IL6) und sein löslicher Rezeptor (IL6R) wirken sich biologisch gegensätzlich auf die menschliche Überlebenszeit aus: Erhöhte IL6-Spiegel erhöhen die Sterblichkeit, während höhere IL6R-Spiegel sie senken – vor allem über kardiovaskuläre Mechanismen. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Mendelian-Randomization-Studie, die in der Zeitschrift Aging-US erschienen ist. Das internationale Forschungsteam um Eliano P. Navarese (Link Campus University Rom und SIRIO MEDICINE Research Network, Nicolaus-Copernicus-Universität Thorn) nutzte genetische Instrumente aus Genom-weiten Assoziationsstudien mit über 750.000 Teilnehmern europäischer Abstammung. Diese wurden mit Mortalitätsdaten der FinnGen-Kohorte (Median-Nachbeobachtung 11,7 Jahre) kombiniert, um kausale Effekte entzündlicher Biomarker auf die Gesamtsterblichkeit sowie kardiovaskuläre Endpunkte zu prüfen. Robuste Mendelian-Randomization-Methoden und Sensitivitätsanalysen ergaben: Genetisch höhere IL6R-Spiegel waren mit einer geringeren Gesamtsterblichkeit assoziiert (Odds Ratio pro 1-Standardabweichung-Anstieg: 0,95; 95%-KI: 0,91–0,98). Gleichzeitig zeigten sich niedrigere Risiken für Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Lungenkrebs. Umgekehrt ging ein genetisch bedingter Anstieg von… 

EMA gibt positive Stellungnahme zu Acoziborole Winthrop als Einzeldosis-Therapie gegen die gambiense Schlafkrankheit

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive wissenschaftliche Stellungnahme zu Acoziborole Winthrop (Acoziborole) abgegeben. Das Präparat wird als orale Einzeldosis-Therapie (drei Tabletten) für Erwachsene sowie Jugendliche ab zwölf Jahren und mindestens 40 Kilogramm Körpergewicht empfohlen – sowohl im Früh- als auch im Spätstadium der gambiense-Schlafkrankheit (humaner afrikanischer Trypanosomiasis gambiense), der häufigsten Form dieser parasitären Erkrankung. Die positive Bewertung erfolgte im Rahmen des EU-M4all-Verfahrens, das für Arzneimittel gegen vernachlässigte Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf vorgesehen ist und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Regulierungsbehörden aus Endemie-Ländern einbezieht. Sie bestätigt, dass das Medikament EU-Qualitätsstandards erfüllt und soll den Weg für nationale Zulassungen ebnen – insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) – sowie für eine Anpassung der WHO-Behandlungsleitlinien. Damit könnte der Zugang in weiteren Endemie-Ländern Zentral- und Westafrikas deutlich erleichtert werden. Acoziborole wurde gemeinsam von der Drugs for… 

Zeckenprotein hat Potenzial gegen Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen

Ein aus Zecken stammendes Protein könnte neue Wege zur Behandlung entzündlicher und autoimmuner Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Multipler Sklerose, chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sowie bestimmter Krebsformen eröffnen. Forschende des Biomedicine Discovery Institute der Monash University haben ein sogenanntes Evasin identifiziert, das erstmals beide Hauptklassen von Chemokinen – CC- und CXC-Chemokine – gleichzeitig binden und hemmen kann. Chemokine sind kleine Proteine, die bei einer Infektion oder Verletzung Immunzellen an den Entzündungsort locken. Zecken produzieren Evasine, um während des Blutsaugens eine Immunreaktion ihres Wirts zu unterdrücken. Diese Proteine binden Chemokine und verhindern so die Alarmierung des Immunsystems. Bei Menschen können Chemokine jedoch auch übermäßig aktiviert werden und chronische Entzündungen oder Autoimmunprozesse auslösen. Bisher waren nur Evasine bekannt, die jeweils nur eine Chemokinklasse blockieren. Die nun in der Fachzeitschrift Structure (Cell Press) veröffentlichte Studie zeigt, dass ein natürlich vorkommendes Evasin beide Klassen gleichzeitig neutralisieren kann.… 

Bluttest sagt voraus, welche Blasenkrebs-Patienten sicher auf eine Operation verzichten können

Forscher des Fox Chase Cancer Center berichteten über positive Ergebnisse der Studie mit dem Namen RETAIN-2. Diese zeigen, dass ein an die Reaktion angepasster Ansatz zur Blasenerhaltung unter Einbeziehung einer neoadjuvanten Chemoimmuntherapie bei ausgewählten Patienten in Betracht gezogen werden kann. Zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) kann das Metastasierungsrisiko bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs , die eine blasenerhaltende Behandlung erhalten, vorhersagen. Laut neuen Daten, die heute von Forschern des Fox Chase Cancer Center vorgestellt wurden, ist sie jedoch kein guter Indikator für ein lokales Wiederauftreten innerhalb der Blase. Die Studie zeigte außerdem, dass das Fehlen von ctDNA einen günstigen Krankheitsverlauf vorhersagte , unabhängig davon, ob die Blase des Patienten entfernt wurde oder nicht. Zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) sind winzige DNA-Fragmente, die von absterbenden Krebszellen während der Behandlung zurückgelassen werden. Die Studie, die aktualisierte Daten der Phase-2-Studie RETAIN-2 präsentiert , könnte laut Erstautorin Dr. Pooja Ghatalia, außerordentliche Professorin am Department für Hämatologie/Onkologie des Fox Chase Cancer… 

Neue Kooperation von BIÖG, DOSB und dsj für mehr Bewegung und Prävention in Deutschland

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend (dsj) haben eine neue Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die zum 27. Februar 2026 in Kraft tritt. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln, um Bewegung und Prävention im Alltag flächendeckend zu stärken. Die drei Partner kooperieren bereits seit Jahren erfolgreich, etwa beim dsj-Bewegungskalender, der Initiative „Kinder stark machen“ zur Suchtprävention sowie dem Aktionsbündnis „Alkoholfrei Sport genießen“. Die neue Vereinbarung baut darauf auf und setzt klare Schwerpunkte auf Gesundheitsförderung durch Breitensport und Alltagsbewegung für alle Altersgruppen. Ein zentrales gemeinsames Vorhaben ist die Verknüpfung des Bewegungstypentests des BIÖG mit der digitalen Bewegungslandkarte (BeLa) des DOSB. Der Test ermittelt individuelle Bewegungspräferenzen, die BeLa zeigt passende Sport- und Bewegungsangebote in der näheren Umgebung – von Vereinen über Parks und Spielplätze bis hin zu Calisthenics-Anlagen. Damit sollen Menschen niedrigschwellig zu mehr Aktivität motiviert… 

Neue Immuntherapie für Prostatakrebs im Frühstadium

Eine von der Mayo Clinic  geleitete   und in Cell Reports Medicine veröffentlichte Studie mehrerer Institutionen  berichtet, dass die Kombination einer Immuntherapie der nächsten Generation mit einer Standard-Hormontherapie vor der Operation dazu beitragen könnte, ein langjähriges Hindernis bei   der Behandlung  von Prostatakrebs im Frühstadium zu überwinden Die Immuntherapie hat sich bei Prostatakrebs im Allgemeinen als ineffektiv erwiesen, da die Tumore immunologisch als „kalt“ gelten. Das bedeutet, sie ziehen nicht genügend Immunzellen an, um einen starken Angriff auszulösen. Die häufig angewandte Hormontherapie bei Prostatakrebs, die sogenannte  Androgenentzugstherapie  (ADT), kann die Tumore vorübergehend reaktionsfähiger machen, indem sie Immunzellen in den Tumor lockt. Dieser Nutzen ist jedoch nur von kurzer Dauer: Die Behandlung erhöht auch die Anzahl  regulatorischer T-Zellen  (Tregs), die das Immunsystem hemmen und seine krebsbekämpfende Wirkung abschwächen.   In der ersten randomisierten Studie der frühen Phase am Menschen untersuchten Forscher, ob die zusätzliche Gabe einer Immuntherapie der nächsten Generation zur Hormontherapie vor einer Operation die…