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Proteinkartierung afrikanischer Genome liefert neue Erkenntnisse zu Typ-2-Diabetes

Eine internationale Studie unter Leitung von Helmholtz Munich hat erstmals in großem Umfang den Zusammenhang zwischen genetischen Varianten und Plasmaproteinen bei Menschen afrikanischer Herkunft untersucht. Die Ergebnisse identifizieren populationsspezifische Proteinmuster und potenzielle Biomarker für Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetes nimmt in Subsahara-Afrika zu, bleibt jedoch oft unerkannt oder falsch diagnostiziert. Viele Diagnosemarker wie HbA1c wurden in europäischen Populationen entwickelt und sind aufgrund genetischer Unterschiede bei afrikanischen Gruppen weniger zuverlässig. Große genetische und proteomische Studien in Afrika fehlten bisher. Das Team analysierte genomische und proteomische Daten einer ugandischen Kohorte. Es identifizierte fast 400 genetische Regionen, die Plasmaproteinkonzentrationen beeinflussen, darunter 58 bisher unbekannte bei afrikanischer Abstammung. Zudem wurden 18 Proteine gefunden, die kausal mit Typ-2-Diabetes assoziiert sind. Einige davon sind durch bestehende Medikamente beeinflussbar. Mehrere Proteine wie Apolipoprotein F und Lipoproteinlipase zeigten einzigartige Muster, die in europäischen Populationen nicht vorkommen. Die Daten sind öffentlich zugänglich.… 

Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft schützt Neugeborene effektiv an Schleimhäuten

Eine internationale Studie unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Radboud University Nijmegen belegt, dass mütterliche Antikörper gegen Keuchhusten nicht nur im Blut, sondern auch auf der Nasenschleimhaut von Neugeborenen vorhanden sind. Die Impfung Schwangerer ab der 22. Schwangerschaftswoche bietet damit doppelten Schutz vor der hochansteckenden Erkrankung. 2024 wurden in Deutschland mit fast 122 Fällen pro 100.000 Einwohner die meisten Keuchhustenfälle seit Einführung der Meldepflicht 2013 registriert. Besonders Säuglinge unter einem Jahr waren betroffen. Für 2025 erwarten Experten ähnlich hohe Zahlen. Neugeborene erhalten die erste Impfdosis frühestens ab dem zweiten Lebensmonat, einen eigenen Schutz erst nach der zweiten Dosis mit etwa vier Monaten. Die Studie untersuchte 343 schwangere Frauen in Gambia, die entweder einen Keuchhusten- oder einen Tetanus-Impfstoff erhielten. Mütterliche Antikörper waren bei geimpften Frauen sowohl im Blut als auch auf der Nasenschleimhaut der Säuglinge nachweisbar – genau… 

Adrenalin startet Herz bei innerklinischem Herzstillstand effektiv neu

Eine Studie des St. Olavs Hospital und der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik (NTNU) belegt, dass Adrenalin bei Herzstillstand im Krankenhaus die Chance auf Wiederherstellung des Pulses deutlich erhöht. Die erste Dosis wirkt innerhalb einer Minute und vervielfacht die Erfolgsaussichten. Bei einem Herzstillstand im Krankenhaus beginnen Mediziner sofort mit kardiopulmonaler Reanimation durch Beatmung und Thoraxkompression sowie dem Anschluss an einen Defibrillator. Reicht dies nicht aus, wird Adrenalin intravenös verabreicht. Die Wirkung von Adrenalin bei innerklinischem Herzstillstand war bisher nicht eindeutig belegt, obwohl der Wirkstoff seit über 50 Jahren in der Reanimation eingesetzt wird und außerhalb von Krankenhäusern gut dokumentiert ist. Das Forschungsteam um Anästhesist Anders Norvik analysierte Reanimationsversuche am St. Olavs Hospital. Durch präzise Protokollierung der Adrenalingabe-Zeitpunkte und statistische Auswertung zeigte sich, dass die erste Dosis die Wahrscheinlichkeit für einen wiederkehrenden Puls um das Fünffache steigert. Weitere Dosen bringen… 

Anzahl und Timing von Kindern hängen mit biologischem Altern bei Frauen zusammen

Eine Studie an finnischen Zwillingen zeigt, dass die reproduktive Geschichte auf Populationsebene mit der Lebenserwartung und dem biologischen Altern von Frauen assoziiert ist. Frauen mit großen Familien, kinderlose Frauen oder solche mit sehr jungem Alter bei der ersten Geburt altern demnach etwas schneller. Die Ergebnisse der Universität Helsinki und des Minerva Foundation Institute for Medical Research deuten darauf hin, dass sowohl die Kinderzahl als auch das Timing von Schwangerschaften die Gesundheit und Lebenserwartung im Erwachsenenalter beeinflussen. Die Teilnehmer der Zwillingsstudie füllten 1975 einen Fragebogen aus. Ihr Lebensverlauf wird seither regelmäßig verfolgt. An der Langzeitbeobachtung nahmen fast 15.000 Personen teil. Frauen mit zwei bis drei Kindern leben tendenziell am längsten. Schwangerschaften zwischen etwa 24 und 38 Jahren korrelieren mit günstigeren Alterns- und Langlebigkeitsmustern. Besonders eine überdurchschnittliche Kinderzahl (mehr als vier) geht mit kürzerer Lebensdauer und beschleunigtem biologischem Altern einher. Dieser Befund… 

Fortschritte in der Synthetischen Biologie ermöglichen umweltfreundlichere Produktion von Tryptophan-basierten Wirkstoffen

Ein Forscherteam der Tianjin University hat in einer Übersichtsarbeit den aktuellen Stand der mikrobiellen Produktion von L-Tryptophan (L-Trp) und dessen Derivaten zusammengefasst. Durch Optimierung von Stoffwechselwegen, dynamische Regulation und Design mikrobieller Zellfabriken erreichen fermentative Verfahren industriell relevante Ausbeuten und ermöglichen die Biosynthese einer breiten Palette nachgelagerter Produkte. L-Tryptophan ist eine essenzielle aromatische Aminosäure mit einem Indolring, die als Ausgangsstoff für zahlreiche biologisch und industriell wichtige Verbindungen dient. Dazu gehören Neurotransmitter wie Serotonin und Melatonin, Pflanzenhormone wie Auxine, Farbstoffe wie Indigo sowie medizinisch relevante Alkaloide. Herkömmliche Produktionsmethoden durch chemische Synthese oder Pflanzenextraktion sind oft mit harten Reaktionsbedingungen, niedrigen Ausbeuten und erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Mikrobielle Synthese hat sich in den letzten Jahren als nachhaltige Alternative etabliert, unterstützt durch Fortschritte in der Synthetischen Biologie, Genomeditierung und systematischer Stoffwechseltechnik. Die Übersichtsarbeit strukturiert den Fortschritt entlang vier zentraler Säulen. Erstens werden Strategien zur Steigerung des… 

LabNews Media LLC Announces Relocation of Headquarters and Operations to the European Union in Response to Potential U.S. Annexation of Greenland

LabNews Media LLC today declares its firm intention: in the event that the United States pursues annexation or coercive acquisition of Greenland, we will immediately dissolve our companies, subsidiaries, and business headquarters in the United States and relocate all operations to the European Union. This contingency decision reflects a careful evaluation of escalating geopolitical risks. Since his reelection and inauguration in 2025, President Donald Trump has intensified efforts to acquire Greenland, an autonomous territory of NATO ally Denmark. Recent White House statements confirm that the administration is actively discussing a range of options, including purchase and the potential use of military force, framing it as essential for U.S. national security in the Arctic amid perceived threats from Russia and China. These developments follow U.S. military actions elsewhere and have prompted strong rebukes from Denmark, Greenland’s leadership, and multiple European nations,… 

Trump-Rückzug aus internationalen Organisationen: Schwere Folgen für den One-Health-Ansatz

Der am 7. Januar 2026 von US-Präsident Donald J. Trump unterzeichnete präsidiale Memorandum, das den Rückzug der USA aus 66 internationalen Organisationen anordnet, hat nicht nur klimapolitische, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf den globalen One-Health-Ansatz. Dieser integrierte Ansatz verbindet die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Ökosystemen, um Bedrohungen wie Zoonosen, Pandemien und antimikrobielle Resistenzen zu bekämpfen. Die Maßnahmen der US-Regierung schwächen multilaterale Kooperationen massiv – insbesondere durch den parallelen Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Kern des One-Health-Ansatzes und betroffene Strukturen One Health wird primär durch die Quadripartite-Allianz vorangetrieben: WHO, FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN), WOAH (Weltorganisation für Tiergesundheit, ehemals OIE) und UNEP (Umweltprogramm der UN). Diese Organisationen koordinieren den One Health Joint Plan of Action (2022–2026), der Prävention, Überwachung und Bekämpfung von Zoonosen sowie den Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) vorsieht. Direkt wird die Quadripartite-Allianz zwar nicht aufgelöst,… 

Mikroben in der Muttermilch tragen zur Besiedlung des Darmmikrobioms von Säuglingen bei

Eine neue Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, liefert eines der bisher detailliertesten Bilder davon, wie unterschiedliche Kombinationen von Bakterien in der Muttermilch zur Zusammensetzung des Darmmikrobioms von Säuglingen beitragen. Kartierung des Milchmikrobioms Das Mikrobiom der Muttermilch ist bekanntermaßen schwer zu analysieren, da der hohe Fettgehalt und die relativ geringe Bakterienlast der Milch die Extraktion des Genommaterials erschweren. „Muttermilch ist die empfohlene alleinige Nahrungsquelle für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten, doch wichtige Fragen zum Mikrobiom der Muttermilch blieben unbeantwortet, da die analytischen Herausforderungen enorm sind“, so Erstautorin Dr. Pamela Ferretti, Postdoktorandin im Blekhman-Labor der Universität Chicago. „Wir haben uns dieser Aufgabe angenommen, da unsere Zusammenarbeit eine einzigartige Gelegenheit bot, wichtige Ressourcen zu bündeln.“ Zu diesen Ressourcen gehörten Hunderte von Milchproben, die im Rahmen der Studie „Mothers and Infants LinKed for Healthy Growth“ (MILk) gesammelt wurden . Diese Studie wurde von Dr. Ellen Demerath an der University… 

Politiker: Masken-Millionen in der Pandemie

Das Geschäft mit medizinischen Hilfsmitteln während der Covid?19?Pandemie hat in Deutschland ein Geflecht aus politischen Entscheidungen, Notfallbeschaffung und persönlichen Bereicherungen offengelegt, das bis heute politisch und juristisch nachwirkt.[1][2] Besonders sichtbar wurde dies in der Maskenaffäre rund um mehrere CDU/CSU?Politiker, aber auch in der milliardenschweren zentralen Beschaffung durch das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn, deren finanzielle Folgen… Politiker: Masken-Millionen in der Pandemie

Riesenvirus Ushikuvirus liefert Hinweise auf Ursprung des Lebens

Forscher der Tokyo University of Science haben ein neues Riesenvirus entdeckt, das Amöben infiziert und als Ushikuvirus bezeichnet wird. Der Fund stärkt die Hypothese der viralen Eukaryogenese, wonach der Zellkern komplexer Zellen aus einem großen DNA-Virus entstanden sein könnte. Ushikuvirus, benannt nach dem Ushiku-See in Japan, wo es isoliert wurde, gehört zur Familie der Mamonoviridae und infiziert Vermamoeba. Es zeigt Ähnlichkeiten zu Medusavirus, etwa eine ikosaedrische Form mit kurzen Spikes auf der Kapsidoberfläche. Einzigartig sind jedoch multiple Spike-Strukturen mit Kappen und fadenartigen Verlängerungen. Im Gegensatz zu verwandten Viren, die im intakten Wirtskern replizieren, zerstört Ushikuvirus die Kernmembran zur Virusproduktion. Dies deutet auf evolutionäre Verbindungen zu anderen Riesenviren hin, die unterschiedliche Replikationsstrategien nutzen. Solche Variationen könnten Anpassungen an verschiedene Wirte sein und erklären, wie Virus-Wirt-Interaktionen die Entwicklung eukaryotischer Zellen beeinflussten. Die Hypothese der viralen Eukaryogenese, erstmals 2001 von Masaharu Takemura und…