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Slush-Eisgetränke gefährden Kinder

Mit Glycerin hergestellte Slush-Eisgetränke machen Kinder nachweislich krank. Ärzte und Mediziner in Irland und im Vereinigten Königreich untersuchten die Berichte über Krankheiten im Zusammenhang mit den eisgekühlten Erfrischungen. Ihre Untersuchung, ‚Glycerin-Intoxikationssyndrom bei Kleinkindern nach dem Konsum von Slush-Eisgetränken,‘, die heute in der Fachzeitschrift Archives of Disease in Childhood des British Medical Journal veröffentlicht wurde, hat die Gesundheitsbehörden dazu veranlasst, Leitlinien für Eltern und Betreuer in Bezug auf den Verzehr von Slush-Eisgetränken mit Glycerin bei Kindern herauszugeben. Die Hersteller verwenden manchmal Glycerin anstelle eines hohen Zuckergehalts, um die matschige Konsistenz von Slush-Eisgetränken zu erhalten. Diese Getränke werden vor allem für Kinder vermarktet. Die Studie wurde von Professor Ellen Crushell, Kinderärztin für Stoffwechselkrankheiten am Children’s Health Ireland (CHI) Temple Street und klinische Professorin an der UCD School of Medicine, zusammen mit Dr. Shona Brothwell, Fachärztin für pädiatrische Stoffwechselkrankheiten am Birmingham Children’s Hospital,… 

Blutwerte bei Kehlkopfkrebs: Indikatoren für Diagnose und Verlaufskontrolle

Kehlkopfkrebs, medizinisch als Larynxkarzinom bezeichnet, ist nach dem Mundhöhlen- und Oropharynxkarzinom der dritthäufigste bösartige Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Männer sind etwa siebenmal häufiger betroffen als Frauen[3]. Bei der Diagnose und Verlaufskontrolle dieser Erkrankung spielen verschiedene Laborwerte eine wichtige Rolle, auch wenn sie allein nicht für eine sichere Diagnose ausreichen. Die Diagnose des Kehlkopfkrebses stützt sich primär auf bildgebende Verfahren und die feingewebliche Untersuchung von Biopsien. Dennoch können bestimmte Blutwerte wertvolle Hinweise liefern. Im Rahmen der Diagnostik wird in der Regel eine Blutuntersuchung durchgeführt, die das Gesamtbild ergänzt[1]. Besonders relevant sind dabei sogenannte Tumormarker – Substanzen im Blut, die von Tumorzellen produziert werden oder als Reaktion des Körpers auf die Erkrankung entstehen[6]. Obwohl kein spezifischer Tumormarker ausschließlich für Kehlkopfkrebs existiert, können einige Werte erhöht sein. Dazu zählt das Carcinoembryonale Antigen (CEA), das bei verschiedenen Krebsarten einschließlich Kopf-Hals-Tumoren ansteigen kann. Bei Nichtrauchern liegt… 

Gewalt in der stationären Langzeitpflege nimmt zu

Das ZQP bietet mit einem neuen Buch einen kompakten Überblick zu dem verbreiteten Phänomen Gewalt in der stationären Langzeitpflege in Deutschland. Der Band aus der Reportreihe der Stiftung stellt hierzu aktuelle Erkenntnisse aus Forschungs- und Praxisprojekten zusammen und bietet damit eine Grundlage für die Arbeit zum Beispiel in Ausbildung und Studium, Gesundheitspraxis oder Verwaltung. Der Report kann kostenlos bezogen werden. Die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen sind gefordert, sich in Theorie und Praxis mit Konflikten, Aggression, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch bei der Versorgung älterer pflegebedürftiger Menschen auseinanderzusetzen. Denn Gewalt in der Pflege ist verbreitet und kann erhebliche negative Folgen unter anderem für Gesundheit sowie Lebensqualität von Betroffenen haben. Entsprechend gefährdet dies auch eine gute Versorgung. Viele Fälle werden vermutlich nie bekannt. Ältere pflegebedürftige Menschen sind besonders ausgeliefert, wenn sie Opfer werden – aber auch pflegende Angehörige und in Gesundheitsberufen Tätige erleben… 

Antigenvariation: Nach welchem Muster Trypanosomen ihre Antigene aktivieren

Viele Krankheitserreger versuchen der Immunantwort des Wirts zu entgehen, indem sie ihre Zelloberfläche systematisch verändern, sodass die Antikörper nicht mehr an den abgewandelten Antigenen andocken können. „Man nennt diese Strategie Antigenvariation“, erklärt Physikerin Maria Colomé-Tatché. Sie ist Professorin für Funktionelle Genomik und Zellbiologie am Biomedizinischen Centrum der LMU und Leiterin einer Gruppe für Computational Epigenomics bei Helmholtz Munich. „Antigenvariation ist weit verbreitet und bei einer Vielzahl von evolutionär weit voneinander entfernten Krankheitserregern zu beobachten“, ergänzt Professor Nicolai Siegel, Biochemiker und Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Parasitologie (Lehrstuhl für Experimentelle Parasitologie, Veterinärwissenschaftliches Department) am Biomedizinischen Centrum. Für eine kürzlich im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie erforschten Colomé-Tatché und Siegel die Genexpression des Modell-Parasiten Trypanosoma brucei, der über Tsetsefliegen übertragen wird und beim Menschen die Afrikanische Schlafkrankheit sowie die Tierseuche Nagana verursacht. „Trypanosomen sind wahre Meister darin, sich durch Antigenvariation vor dem Immunsystem zu… 

Fortschritte bei künstlichen Bändern für die ACL-Rekonstruktion

Verletzungen des vorderen Kreuzbandes (ACL) kommen häufig vor, insbesondere bei Sportlern. Weltweit werden jährlich über 400.000 Operationen zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (ACLR) durchgeführt. Obwohl die Erfolgsrate der ACLR bei über 90 % liegt, haben immer noch viele Patienten mit Problemen wie Revisionsoperationen und langfristiger Osteoarthritis zu kämpfen. Dies hat die Forschung nach besseren Transplantatmaterialien vorangetrieben, und künstliche Bänder haben sich als mögliche Lösung herausgestellt. Ein kürzlich in Engineering veröffentlichter Übersichtsartikel befasst sich mit dem aktuellen Stand und den Zukunftsaussichten künstlicher Bänder für das ACLR. Künstliche Bänder werden seit den 1950er Jahren verwendet. Sie bieten Vorteile wie die Beseitigung der Morbidität an der Entnahmestelle und des Risikos der Krankheitsübertragung, die mit Auto- und Allografts verbunden sind. Sie haben jedoch auch Nachteile. Bei einigen künstlichen Bändern traten häufig Komplikationen auf, beispielsweise chronische Ergüsse, Synovitis und Transplantatversagen. Beim Gore-Tex-Band aus PTFE beispielsweise… 

CRISPR-Technologien: Revolutionierung der regenerativen Medizin

Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Engineering veröffentlichte Übersichtsarbeit untersucht die bedeutenden Fortschritte und das Potenzial der CRISPR-Technologien im Bereich der regenerativen Medizin. Die Studie unter der Leitung von Veronica E. Farag, Elsie A. Devey und Kam W. Leong von der Columbia University untersucht, wie die Genomeditierung unsere Herangehensweise an Gewebereparatur und Krankheitsbehandlung verändert. Ziel der regenerativen Medizin ist die Reparatur oder der Ersatz geschädigter Gewebe und Organe, um Patienten mit verschiedenen Erkrankungen Hoffnung zu geben. Herkömmliche Strategien, wie die Verwendung von Vorläuferzellen und biologischen Reizen, waren teilweise erfolgreich, stoßen jedoch auf Einschränkungen wie Off-Target-Effekte und mangelnde Präzision. Die Genomeditierung, insbesondere auf CRISPR/Cas9-basierten Systemen, bietet eine präzisere und effizientere Alternative. CRISPR/Cas9 ermöglicht präzise Modifikationen des Genoms, darunter Knock-ins, Knockouts, transkriptionelle Aktivierung und Repression sowie Basenkonversionen. Diese Technologie wird eingesetzt, um genetische Erkrankungen zu behandeln, das Zellschicksal für die Gewebereparatur zu steuern… 

Studie: Wer Natur sieht, hat weniger Schmerzen – selbst bei einem Video

In einer neuen Studie konnte ein internationales Team an NeurowissenschafterInnen unter Leitung der Universität Wien zeigen, dass Naturerfahrungen akute körperliche Schmerzen lindern können. Naturerfahrungen heißt überraschenderweise: Nicht nur tatsächliche Aufenthalte in der Natur, sondern bereits Natur-Videos haben diesen Effekt. Die ForscherInnen konnten mittels funktioneller Magnetresonanztomographie nachweisen, dass beim Betrachten von Naturvideos akute Schmerzen als weniger […] Studie: Wer Natur sieht, hat weniger Schmerzen – selbst bei einem Video

Einschränkungen der Meinungsfreiheit: Die Demokratie verliert an Boden

Demokratische Länder sind mittlerweile in der Minderheit, die Meinungsfreiheit nimmt ab, und ein hohes Maß an Desinformation und Polarisierung befeuert den demokratischen Rückschritt. Dies und vieles mehr berichtet der neueste Demokratiebericht des V-Dem-Instituts der Universität Göteborg. Die Welle des demokratischen Rückschritts bzw. der Autokratisierung hält bereits seit 25 Jahren an und zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung, heißt es in dem Bericht eines Teams unter der Leitung von Professor Staffan I. Lindberg am V-Dem-Institut der Universität Göteborg. Immer mehr Länder werden autokratischIm Jahr 2024 befinden sich 45 Länder in einer autokratischen Phase. Vor 20 Jahren waren es nur zwölf Länder, im letzten Jahr waren es 42 Länder. Viele davon sind einflussreiche Regionalmächte mit großen Bevölkerungen, wie Argentinien, Indien, Indonesien und Mexiko. „Aber auch Westeuropa und Nordamerika sind nicht immun. Die anhaltenden Rückgänge in mehreren Ländern in den letzten Jahren – auch… 

Forscher wollen bessere Gehirn-Organoide entwickeln

Vor über einem Jahrzehnt gaben Jürgen Knoblich und sein Team am IMBA den Anstoß zur Erforschung von Gehirn-Organoiden: In einer wegweisenden Arbeit aus dem Jahr 2013 präsentierten Knoblich und Postdoktorandin Madeline Lancaster die ersten Gehirn-Organoide zur Erforschung menschlicher Krankheiten und Entwicklung. Gehirn-Organoide nutzen die inhärente Fähigkeit von Stammzellen zur Selbstorganisation: Mit den richtigen Signalen können Stammzellen aus Hautproben von Patienten und gesunden Spendern dazu angeregt werden, Modelle zu bilden, die bestimmte Zeitpunkte und Bereiche des Gehirns nachahmen, wie beispielsweise die frühe Embryonalentwicklung oder kortikale Neuronen. Da Gehirn-Organoide Aspekte der Gehirnphysiologie nachbilden, bergen sie das Potenzial, neue Erkenntnisse über die Biologie menschlichen Gewebes und über Krankheiten zu liefern – auf eine Weise, die anderen, nicht-menschlichen Modellen wie der Maus nicht möglich ist. Derzeit werden jährlich über 3.000 wissenschaftliche Artikel über Gehirn-Organoide veröffentlicht. Allein im vergangenen Jahr wurden durch die Untersuchung von… 

Verbundprojekt „AI.Auto-Immune“ zur Abwehr KI-basierter Angriffe auf das Internet

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden (TUD), der HAW Hamburg, der Alpha Strike Labs GmbH und der Traversals Analytics und Intelligence GmbH wollen im mit 3,79 Millionen Euro unterstützten BMBF-Verbundprojekt „Al.Auto-Immune“ das Internet vor KI-Angriffen schützen. Die TUD koordiniert das Projekt und wird mit 1,1 Milionen Euro gefördert. Künstliche Intelligenz (KI) ist ideal, um riesige Datenmengen zu sammeln, sie zu analysieren und auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse zu reagieren. Diese Vorteile nutzen Angreifer aus, um IT-Systeme zu bedrohen. KI wird somit zunehmend zu einem zentralen Bestandteil der Cybersicherheit. Angreifer können mithilfe von hochentwickelten KI-Technologien nicht mehr nur gezielt nach einzelnen, bekannten Schwachstellen suchen, sondern die Angriffsoberfläche von IT-Infrastrukturen automatisiert erkunden. Dabei variiert die KI bisherige Angriffstechniken und entwickelt Möglichkeiten, um die automatisierten Schutzmechanismen, die auf bekannten Signaturen oder Mustern basieren, zu umgehen. Das Verbundprojekt AI.Auto-Immune hat das Ziel, das…